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Oberösterreich

Kritik an Regelungen für Schularbeiten im Lockdown

Von Valentin Bayer  25. November 2021 07:40 Uhr

Kritik an Regelungen für Schularbeiten im Lockdown
Bei den verschiedenen Interessensvertretern herrscht Uneinigkeit, ob Prüfungen stattfinden sollen oder nicht.

LINZ. Elternvereine fordern, dass Prüfungen ausgesetzt werden

Die Unzufriedenheit über die Situation an den Schulen bei Direktoren, Schülern und Elternvertretern wächst. Jetzt ernten auch die Regelungen zum Abhalten von Prüfungen Kritik. Nachdem in den vergangenen Tagen große Unsicherheit herrschte, versuchte das Ministerium gestern, die Vorgaben zu konkretisieren. Grundsätzlich solle während des Lockdowns kein großer Leistungsdruck aufgebaut werden. Ob eine Schularbeit sinnvoll sei, sollen die Schulen beziehungsweise Lehrer aber selbst entscheiden. Insbesondere, wenn wenige Schüler anwesend sind, sollten die Prüfungen verschoben werden, sofern das im laufenden Semester möglich ist. Ansonsten können sie entfallen.

Schüler, die wegen Lockdown, Quarantäne oder Krankheit eine Schularbeit verpassen, müssen diese nicht nachholen, wenn sie die Hälfte der Schularbeiten im Semester mitgeschrieben haben. In der Oberstufe müssen Schüler mindestens zwei Schularbeiten im Semester schreiben, sofern laut Lehrplan mehr als eine vorgesehen ist.

"Druck am Semesterende"

Entsprechend vielfältig fallen die Lösungen in den Schulen und Klassen aus: Prüfungen werden durchgeführt, verschoben oder ganz gestrichen. Diese Unterschiede kritisierte der Landesverband der Elternvereine an höheren und mittleren Schulen in Oberösterreich in einem offenen Brief an den Bildungsminister. Er solle anordnen, dass im Lockdown keine Prüfungen und Schularbeiten abgehalten werden, heißt es in dem Schreiben.

Susanna Öllinger, AHS-Landesschulsprecherin, plädiert indes dafür, Prüfungen, wenn möglich, abzuhalten. "Die Schularbeiten einfach zu verschieben oder zu streichen, halte ich nicht für sinnvoll. Das löst nur einen ,Prüfungsstau‘ am Ende des Semesters aus, was für die Schüler enormen Leistungsdruck bringt." Auch Charlotte Stütz, Landesschulsprecherin der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BHMS), spricht sich gegen ein Verschieben der Schularbeiten aus. "Auf jeden Fall wäre es wichtig, die Schüler in die Entscheidung miteinzubeziehen. Die momentane Situation ist mental für viele sehr schwierig, da sollte ihre Einschätzung eine Rolle spielen", sagt Stütz.

Außerdem kritisiert sie, dass einige Lehrer mit schwierigeren Ersatzschularbeiten gedroht haben, sollten Schüler am Prüfungstag nicht erscheinen. "Leider haben wir das aus einigen Schulen mitbekommen, das ist völlig indiskutabel."

Schnupperschüler an HTL

Auch Franz Reithuber, Direktor der HTL Steyr und Sprecher der österreichischen BMHS-Direktoren, ist dafür, Schularbeiten durchzuführen. "Alles hinauszuschieben, hilft den Schülern langfristig nicht."

Auf Anfrage der OÖN bestätigte Reithuber gestern, dass Anfang der Woche ein Schnupperschüler die HTL Steyr besucht hat. "Der Bursch ist mit seiner Familie aus Tirol angereist, deshalb hat einer unserer Bereichsleiter ihn unter sämtlichen Sicherheitsvorkehrungen an einer unserer Werkstätten teilnehmen lassen. Ich habe eine Rüge ausgesprochen und angewiesen, dass bis zur Änderung der Gesetzeslage keine Schnupperschüler mehr angenommen werden", sagt Reithuber.

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Valentin Bayer

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