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Oberösterreich

"Körpereigene Waffen trainieren"

Von Gerhild Niedoba  04. März 2020 00:04 Uhr

"Körpereigene Waffen trainieren"
Ex-Polizistin Michaela Eisold- Pernthaller

Selbstsicherheit und Selbstbehauptung sind für Sicherheitstrainerin Michaela Eisold-Pernthaller der Schlüssel für Gewaltprävention.

"Die persönliche Sicherheit beginnt schon lange vor der Selbstverteidigung", sagt Michaela Eisold-Pernthaller. Die 47-jährige Polizistin war 15 Jahre lang in der Kriminalprävention tätig, als sie 2016 mit Rettungssanitäterin Christine Malina das erste Trainings- und Beratungsunternehmen für Sicherheit in Wien gründete. "Wir haben uns damals gesagt, dass ein Selbstsicherheitstraining die Basis für die Sicherheit der Frauen ist", sagt die Wienerin im Gespräch mit den Oberösterreichischen Nachrichten. Die beste Prävention gegen Gewalt sei demnach die Selbstwahrnehmung, sagt Eisold-Pernthaller.

Auf die Bildung von Aufmerksamkeit, Selbstsicherheit und Selbstbehauptung werde daher besonderes Augenmerk in ihren Trainings und Beratungen gelegt. Angeboten werden diese in ganz Österreich nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen, Vereine und private Gruppen – auf Wunsch auch für gemischte Teams. Seit Bestehen hätten zwischen ein- und zweitausend Interessierte die Kurse absolviert. Seit 2018 die Zahl der Frauenmorde massiv in die Höhe gegangen ist, "ist das Interesse an unseren Kursen gestiegen", sagt sie.

Die Kraft der eigenen Stimme

Eine Voraussetzung für ein gesundes Vertrauen in die eigene Kompetenz sei das Kennen- und Schätzenlernen des eigenen Körpers und auch der eigenen Stimme. Denn selbst erfolgreiche Frauen, die zwar nach außen hin selbstbewusst wirken, hätten aufgrund ihrer Erziehung und Lebenserfahrung häufig viel zu wenig Vertrauen in ihre körperlichen und intellektuellen Fähigkeiten. Zudem würden sich viele Frauen davor scheuen, sich laut bzw. auffällig zu verhalten, sagt die Trainerin. Umso wichtiger sei es, im Ernstfall von "körpereigenen Waffen" (z.B. Schreien, Treten, Kratzen) und von Alltagsgegenständen wie dem Handy oder einem Regenschirm Gebrauch machen zu können. Dazu müsse ein angstfreier Raum geschaffen werden – in der Öffentlichkeit, aber vor allem auch in den eigenen vier Wänden, weil dort die meiste Gewalt gegen Frauen passiert. Daher will Eisold-Pernthaller auch Männer in ihre Kurse einbeziehen: "Denn wenn auch ein Mann ein gesundes Selbstbewusstsein hat, braucht er nicht andere zu erniedrigen, um sich besser zu fühlen." So sollten alle "gestärkt" und "ein paar Zentimeter größer" aus dem Training gehen.

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Gerhild Niedoba

Redakteurin Land und Leute

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