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Oberösterreich

Junge Frau stach auf Freund ein: "Er war die Liebe meines Lebens"

16. Oktober 2020 00:04 Uhr

Junge Frau stach auf Freund ein: "Er war die Liebe meines Lebens"
Die Angeklagte sagte aus, sie könne sich nicht an die Tat erinnern.

STEYR. Eine 22-Jährige ist gestern am Landesgericht Steyr zu 30 Monaten Haft verurteilt worden.

Das Urteil war unerwartet, denn eine 22-Jährige, die sich gestern am Landesgericht Steyr wegen versuchten Mordes verantworten musste, ist von den Geschworenen "nur" wegen schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen worden.

Die Frau rief selbst die Rettung, nachdem sie am Abend des Ostersonntags ihrem damaligen Lebensgefährten ein Küchenmesser in den Rücken gerammt hatte. Eine halbe Stunde später, als sie die Polizei am Tatort verhörte, konnte sich die Ungarin an nichts erinnern. "Solche Erinnerungslücken sind möglich", sagte Gerichtspsychiaterin Heidi Kastner aus. Vor Richter Wolf-Dieter Graf war bei der Frau nach monatelangem Gedächtnisschwund die Erinnerung zurückgekehrt.

Sie warf dem 27-Jährigen vor, dass er sie vor der Messerattacke vergewaltigen wollte. Dieser neuen Version wollte Staatsanwalt Andreas Pechtaschek aber keinen Glauben schenken. Er erinnerte daran, dass die Angeklagte ihren Lebensgefährten, mit dem sie gemeinsam im Bezirk Steyr-Land ein Haus gekauft hatte, mit einem Messer in den Rücken gestochen hat, nachdem das Paar bei Nachbarn bei Kesselgulasch und einigen Bieren gefeiert hatte. Wie der Mann dann aussagte, habe man davor belanglos darüber gestritten, dass man bei der kleinen Fete die Corona-Abstände nicht eingehalten und getanzt habe. "Ich habe sie das erste Mal so ausrasten gesehen", sagte der Mann, der seiner Angreiferin das Messer nach dem Stich in den Rücken wegnehmen konnte. Die Anschuldigung, dass er seine Ex-Lebensgefährtin vorher zu Boden geworfen und sie zu vergewaltigen versucht habe, hörte der Ungar zum ersten Mal: "Das ist eine glatte Lüge", sagte er. Nach dem Messerstich habe er sich ins Bad geschleppt und geduscht, sagte der 27-Jährige. Seine Ex-Freundin – "ich will von ihr nur noch wissen, warum sie das getan hat" – habe geweint, sich Dutzende Male entschuldigt und ihm gesagt, dass sie ihn liebe. Vor Gericht sagte die Angeklagte, "er ist die Liebe meines Lebens. Ich wollte ihn nicht töten." Die 22-Jährige war laut dem Gutachten Kastners zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig. "Auch eine psychische Störung liegt nicht vor."

Einen Mordversuch verneinten die Geschworenen einstimmig. Die Ungarin ist zu 30 Monaten, zehn davon unbedingt, rechtskräftig verurteilt worden. Da sie seit 12. April in Untersuchungshaft sitzt, wird sie das Gefängnis bald verlassen dürfen.

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