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Oberösterreich

Judith Hagenbuchner: Im Kampf gegen den Baby-Krebs

Judith Hagenbuchner für ihre Forschung zu aggressivem Säuglingstumor geehrt.

Judith Hagenbuchner, Krebsforscherin aus Traun Bild: privat

Andere haben Haustiere, Judith Hagenbuchner hat Zellkulturen. Und so wie die Vierbeiner daheim brauchen auch die Zellkulturen der gebürtigen Traunerin in ihrem Labor an der Medizinischen Universität Innsbruck regelmäßig Nahrung. „Auch am Wochenende fahren ich oder meine Kollegen ins Labor, um die Zellen zu füttern.“ Das stört sie aber nicht: „Frische Zellkulturen sind für unsere Experimente wichtig.“

Für ihre Forschungen wurde die 35-Jährige nun in ihrer alten Heimat ausgezeichnet. Sie erhielt vergangene Woche den oberösterreichischen RFT-Award. Alle zwei Jahre ehrt der Rat für Forschung und Technologie (RFT) mit dem RFT-Award Personen, die sich um den Technologie- und Forschungsstandort verdient machten. Heuer gab’s erstmals zwei Preise: Die Auszeichnung für das Lebenswerk ging an Gerhard Eschelbeck, bis Jahresende Vizepräsident für Sicherheit bei Google. Den Preis für herausragende Nachwuchsforscher erhielt Hagenbuchner. Sie untersucht an der Med-Uni Innsbruck Mechanismen, wie resistente Neuroblastomzellen für Therapien empfindlich gemacht werden können. „Das ist eine sehr aggressive Tumor-Erkrankung von Säuglingen und Kleinkindern. Die Überlebensrate liegt unter 50 Prozent.“

Hagenbuchner untersucht, warum gängige Chemotherapien schlecht wirken und testet neue Substanzen. Sie betreibt Grundlagenforschung, meist nicht schnell anwendbar. Was treibt sie an? „Dass wir vielleicht irgendwann ein Mittel finden, das wir im Kampf gegen diesen Tumor einsetzen können.“ Dabei macht sie sich modernste Technik zunutze: etwa Bioprinter, mit denen Zellen dreidimensional in spezieller Matrix ausgedruckt werden können. „Dadurch können wir größere und komplexere Modelle erstellen.“

Privat wohnt Hagenbuchner, die am Gymnasium Traun maturierte und an der FH Wels Bio- und Umwelttechnik studierte, in Hall. Sie lebt in einer fixen Partnerschaft. In ihrer Freizeit liebt sie es, zu lesen und zu kochen. Und, natürlich, im Labor die Zellen zu füttern.

 

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Artikel Herbert Schorn 11. Februar 2019 - 00:04 Uhr
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