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Oberösterreich

Journalist Bert Brandstetter ist tot

Von nachrichten.at (eva)   07. Juni 2021 08:44 Uhr

Bert Brandstetter
Bert Brandstetter

NEUMARKT IM MÜHLKREIS. ORF-Journalist Bert Brandstetter ist tot. Der Neumarkter erlag am Sonntag mit 71 Jahren den Folgen eines Schlaganfalls.

Brandstetter wurde 1950 in Neumarkt im Mühlkreis geboren. Nach seiner schulischen Ausbildung am Linzer Petrinum studierte er Psychologie und Pädagogik an der Universität Salzburg. Am dortigen Mozarteum widmete er sich auch einer fundierten Gesangsausbildung. Der Musik und der Stimme gehörten neben der Sprache seine Leidenschaft, die der Familienmensch bis zuletzt im Neumarkter Kirchenchor als deren Leiter und auch Solist auslebte. 

Seine Affinität zur Sprache machte Brandstetter schließlich zu seiner Profession: Ab 1983 arbeitete er für das ORF Landesstudio Oberösterreich. Seinen Hörern war er mit bemerkenswert tiefer Stimme in den Morgenmeldungen und zahlreichen Morgenjournalen ein Begriff. Stets berichtete er mit Herz und Charme und blieb dabei dennoch unnachgiebig in der Recherche.   

Auch für die OÖNachrichten war Brandstetter jahrelang journalistisch tätig: Lebhafte Reiseberichte, Kommentare und würdevolle Nachrufe waren sein Steckenpferd. Überhaupt war es der Mensch und dessen Sein, das es ihm angetan hatte. Auch auf seiner Homepage gutenachrede.com würdigte er hunderte Verstorbene mit einer gefühlvollen Nachschau auf ihr Leben.

Untätig sein, bloßes Zurücklehnen, das kannte er bis zu seinem Tod nicht. Noch in der Pension schloss der stetig wissbegierig Lernende das Masterstudium der Religionswissenschaften ab. Gesellschaftspolitische Themen waren Brandstetter nicht nur Anliegen, sondern Auftrag. Sieben Jahre lang stand er der Katholischen Aktion OÖ als Präsident vor und engagierte sich im Verein "Land der Menschen". 

"Unermüdlicher Einsatz" 

„Wir sind tief betroffen über das plötzliche Ableben von Bert Brandstetter“, sagt Maria Hasibeder, die seit 2018 als Nachfolgerin von Bert Brandstetter an der Spitze Katholischen Aktion, der offiziellen Laienorganisation der Katholischen Kirche, steht. „Bert Brandstetter hat sich unermüdlich für eine zeitgemäße und lebendige Seelsorge eingesetzt und hierfür Reformen in den kirchlichen Strukturen eingefordert. Zudem hat er sich stets für soziale Gerechtigkeit stark gemacht und aus christlicher Perspektive politische und gesellschaftliche Vorgänge kommentiert“, würdigt Hasibeder die Verdienste des ehemaligen Präsidenten.

„Mit Bert Brandstetter verlieren wir eine besondere Persönlichkeit unseres Landes. Zeit seines Lebens war er gesellschaftspolitisch engagiert und hat sich mit viel Herz und Tatendrang für soziale Gerechtigkeit eingesetzt. Als kritischer Journalist hatte er die Gabe, komplexe Sachverhalte besonders verständlich und kompetent zu erklären. Meine Anteilnahme gilt seiner Familie und Freunden“, sagt Landeshauptmann Thomas Stelzer (VP) über den plötzlichen Tod Brandstetters.

Am 15. April feierte Brandstetter noch seinen 71. Geburtstag. Am Sonntag erlag der versierte Journalist überraschend den Folgen eines Schlaganfalls. Brandstetter hinterlässt seine Frau Magda, vier Söhne und Schwiegertöchter und vier Enkelkinder.  

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