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Oberösterreich

Johann Wieser: Vom heimischen Dachboden zu Olympia

Von Michael Schäfl 19. Oktober 2019 00:04 Uhr

„Solange mein Körper mitspielt, möchte ich meine Begeisterung am Sport weitergeben. Die Arbeit mit dem Nachwuchs bedeutet mir besonders viel.“ Johann Wieser, Para-Athlet

Johann Wieser spielt Tischtennis im Nationalteam der Mentalbehinderten.

Der Behindertensportverein (BSV) des Beruflichen Bildungs- und Rehabilitationszentrums (BBRZ) feierte am Donnerstag sein 40-jähriges Bestehen. Einer von 150 aktiven Sportlern ist Johann Wieser. Er ist seit nunmehr 30 Jahren mit dabei. Im Laufe der Jahre spielte sich der passionierte Tischtennisspieler durch zahlreiche Landes- und Staatsmeistertitel ganz nach oben, zum Leistungsträger des österreichischen Mentalbehinderten-Nationalteams.

Seine Liebe zum Tischtennis entdeckte er als Bub auf dem Dachboden des Familienhauses in Niederneukirchen: „Mit meinen Freunden habe ich pausenlos auf dem Dachboden Tischtennis gespielt. Stundenlang haben wir uns rund um den Tisch gejagt.“ Nach einem zweiten Platz bei den Tischtennis-Ortsmeisterschaften in Asten wurde der BSV auf das junge Talent aufmerksam. Trainer Fritz Schneeberger kam auf Wieser zu und fragte ihn, ob er nicht in Zukunft beim Verein trainieren wolle. Wieser war begeistert, es gab nur ein Problem. Er wohnte zu diesem Zeitpunkt noch in Asten, und das Training fand in Linz statt. „Ich mache nur mit, wenn mich nach dem Training immer jemand nach Hause bringt“, sagte Wieser. Schneeberger willigte ein und brachte Wieser, bis zu dessen Umzug nach Linz, nach dem Training nach Asten zurück.

Im Jahr 2004 schrieb Wieser in Athen Sportgeschichte: „Wenn ich an den Einzug in das Stadion zurückdenke, bekomme ich heute noch Gänsehaut.“ Wieser und sein Kollege Günter Daschill waren die ersten mentalbehinderten Sportler Österreichs, die sich für die Paralympics qualifizierten. Bei den Spielen in Athen belegte Wieser den fünften Rang, doch sein Hunger war geweckt. In den folgenden Jahren nahm er an mehreren Europa- und Weltmeisterschaften teil und gewann zahlreiche Medaillen.

Für die Zukunft hat Wieser einen klaren Plan: „Solange mein Körper mitmacht, möchte ich Tischtennis spielen. Nebenbei möchte ich mich noch mehr dem Nachwuchs widmen. Die Freude der Kinder bedeutet mir so viel.“

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Michael Schäfl

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