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Oberösterreich

"Jetzt feiern wir, morgen fangen wir mit der Arbeit an"

Von Peter Grubmüller 13. November 2019 08:39 Uhr

Hannes Heide

BAD ISCHL. Bad Ischls Bürgermeister Hannes Heide über den Prozess von der Idee bis zum 30-Millionen-Unternehmen Kulturhauptstadt.

Eine der maßgeblichen Lokomotiven der Kulturhauptstadt-2024-Bewerbung des Salzkammerguts ist Bad Ischls Bürgermeister und Europa-Abgeordneter Hannes Heide (SPÖ). Im OÖN-Interview erzählt er, was ihn ursprünglich darauf gebracht hat und wie das Salzkammergut im Laufe der Bewerbungsphase noch enger zusammengewachsen ist.

 

OÖNachrichten: Woher kam die Idee zur Bewerbung?

Hannes Heide: Es war ursprünglich ein Projekt von Studierenden der technischen Universitäten Österreich. Sie haben sich mit der Ausschreibung für Österreichs Kulturhauptstadt 2024 beschäftigt. Völlig überraschend hat damals die TU Wien das Salzkammergut vorgeschlagen. Ich hab’ mir gedacht: "Spannend, aber das ist zu groß für uns." Trotzdem wollte ich es als Möglichkeit vermitteln, dass wir uns mit unserer Entwicklung beschäftigen – und vielleicht a bissl a Aufmerksamkeit kriegen.

Wie hat es funktioniert, Ihre Umgebung von diesen Chancen zu überzeugen?

Dieser Prozess ist aus der Bevölkerung – vor allem aus der Kulturszene – gewachsen. Und alle Beteiligten haben schnell gemerkt, dass es bei dieser Auszeichnung, die das Prädikat "Kulturhauptstadt" ja auch ist, nicht darum geht, was du bist, sondern was du werden möchtest. Viele gute Geister haben erkannt, dass wir alleine mit diesem Prozess Dynamik in jene Dinge bringen, die schwer in der Luft hängen und umgesetzt gehören – unabhängig davon, ob wir Kulturhauptstadt werden.

Was hing in der Luft?

Dass endlich wichtige gesellschaftliche Themen Aufmerksamkeit bekommen. Dass sich Menschen vernetzen, dass Partner zusammenkommen, bei denen zwar der Wille da war, aber die Umsetzung noch nicht. Wenn dabei Reibungen entstanden sind, haben sie die Dynamik sogar beschleunigt.

Meinen Sie damit auch die Reibungen mit Landeshauptmann Thomas Stelzer?

Die Reibungen mit dem Land empfand ich in der Öffentlichkeit als zu stark herausgestrichen. Die Statements des Landeshauptmanns, die uns kommuniziert wurden, waren: Er habe die Erfahrung von Linz09, das war eine andere Budget-Größenordnung, und wir sollten ihm zeigen, wie wir mit viel weniger Geld eine Kulturhauptstadt abwickeln möchten. Er hat aber auch gesagt: "Wenn wir es machen, dann g’scheit." Auch das war ein wichtiger Beitrag zur Dynamik.

Wie hoch wird das Budget sein?

Natürlich sind noch viele Punkte offen, aber bei der Finanzierung und deren Struktur waren wir gezwungen, in unseren Bewerbungsunterlagen sehr konkret zu sein. Der nächste Schritt ist, diese Organisations- und Personalstruktur auf die Beine zu stellen.

Und das Budget?

Im ersten Bewerbungsschritt sind wir mit 21 Millionen Euro gestartet. Final sind wir jetzt bei 30 Millionen, bei denen es eine Drittel-Lösung von Bund, Land und Gemeinden gibt. Wobei wir in der Region Marketingbeiträge, Werbung, Eintrittsgelder, Sponsoring und die 1,5 Millionen Euro von der Europäischen Union einbringen können. Das Schöne ist insgesamt, dass sich Gemeinden, Tourismusverbände und Tourismus-Marketing-GmbH den übrig bleibenden Betrag teilen. Es war schon ein Riesenerfolg, dass die Tourismuswirtschaft den Wert der Kultur erkannt hat.

Es geht das Gerücht, Sie wollten das Kulturhauptstadt-Baby noch zur Welt bringen, danach ziehen Sie sich als Bürgermeister zurück …

…jetzt feiern wir, morgen fangen wir mit der Arbeit an. Ich bin gerade hochemotional, in so einem Zustand soll man keine Entscheidungen treffen (lacht).

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