Lade Inhalte...

Innviertel

Wogen um Standort von mobilem Radar gehen weiter hoch

Von Dieter Seitl und Thomas Streif  26. Februar 2021 08:11 Uhr

Wogen um Standort von mobilem Radar gehen weiter hoch
Zu schnell: In der Braunauer Straße dürfte es im Jänner laut OÖN-Informationen mehrere tausend Autofahrer erwischt haben. Mittlerweile wurde das Verkehrsschild ausgetauscht und durch ein größeres ersetzt.

RIED. Tausende Autofahrer wurden in neuer 30er-Zone in der Braunauer Straße geblitzt.

Groß war und ist das Echo auf den gestern in der Rieder Volkszeitung erschienenen Artikel "Rieder Radar-Offensive: Sinnvoll oder nur Abzocke?". Mehr als 180 Kommentare wurden auf der Facebook-Seite der Innviertler Nachrichten abgegeben, auch auf nachrichten.at wird diskutiert. Nach wie vor ist der Standort des mobilen Radars im Jänner in der Braunauer Straße der große Aufreger. Wie berichtet, wurde die 30er-Zone erst vor kurzem eingerichtet, die Geschwindigkeitstafel sei schlecht sichtbar gewesen, so die Vorwürfe.

Kritik der Wirtschaftskammer

Mittlerweile wurde die Verkehrstafel durch eine größere Tafel ersetzt. Dem Vernehmen nach wurden mehrere tausend Autofahrer in der Braunauer Straße geblitzt. Befürworter der Radarkontrollen argumentieren mit Verkehrssicherheit. Kritiker halten dieses Argument eher für einen Vorwand – in Wahrheit gehe es vielmehr darum, zusätzliche Einnahmen für die Stadt zu generieren. Bislang seien zumindest keine Zahlen dazu vorgelegt worden, ob es im Sog der Radarüberwachung in den vergangenen Jahren überhaupt zu einer Reduktion der Unfallzahlen im Stadtgebiet gekommen ist.

Im Fall der Braunauer Straße wurde jedenfalls schlecht vorbereitet und schlecht beschildert, so Josef Heißbauer, Obmann der Wirtschaftskammer Ried. "Ried wird derzeit leider vielfach über Radargeräte definiert. Dass das Thema Radarstrafen jetzt derart dominiert, ist für die Einkaufsstadt ganz schlecht. Mit solchen Aktionen werden viele Bemühungen des Stadtmarketings zunichtegemacht." Die Wirtschaft durchlebe ohnehin schwierige Zeiten.

"Das darf nicht mehr passieren. Es wird einen Gesprächstermin mit den Verantwortlichen geben." Das neue Tempo-30-Limit im betroffenen Teil der Braunauer Straße sei "über Nacht" eingeführt und praktisch nicht kommuniziert worden, so Christoph Wiesner, Leiter der Wirtschaftskammer Ried.

"Es bedürfte aus Gründen der Transparenz wohl auch entsprechender Bodenmarkierungen", so Wiesner, der "auch schon einen Strafzettel im Postkasten" finden musste. "Ich bin 42 km/h gefahren. Das kostet 50 Euro."

Unter den vielen "Zahlern" findet sich auch Klaus Jagereder, Leiter des Arbeitsmarktservice Ried: "Ich habe die Tafeln nicht gesehen. Das dürfte sehr vielen weiteren Lenkern so ergangen sein. Und ich fürchte, viele Strafzettel sind noch gar nicht zugestellt. Im Bereich der neuen 30er-Zone kann ich persönlich keine Gefahrenzone erkennen. Eine Schule oder eine ähnliche sensible Einrichtung befindet sich dort jedenfalls nicht."

SP: "Großer Imageschaden"

SP-Stadtrat Peter Stummer spricht im OÖN-Gespräch von einem "riesengroßen Imageschaden" für die Stadt Ried. "Ja, ich bin auch für Verkehrssicherheit in der Stadt, aber was mittlerweile passiert, hat damit nichts mehr zu tun. Wir fordern seit Jahren ein Verkehrskonzept für die Stadt Ried, aber das wird ignoriert", sagt Stummer und fügt hinzu: "Wir müssen wirklich aufpassen, dass wir den Ruf der Einkaufsstadt durch die Blitzerei nicht noch mehr ruinieren. Den Imageschaden wiedergutzumachen dauert lange."

Es gehe um hunderte Arbeitsplätze. Stummer: "Ich würde mir von der Rieder Wirtschaft hier mehr Protest wünschen. Man sollte sich geschlossen hinstellen und gemeinsam die Stimme gegen die Radar-Abzocke erheben", sagt Stummer.

Lädt
turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon fügen Sie das Schlagwort zu Ihren Themen hinzu.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon öffnen Sie Ihre "meine Themen" Seite. Sie haben von 15 Schlagworten gespeichert und müssten Schlagworte entfernen.

turned_in

info Mit dem Klick auf das Icon entfernen Sie das Schlagwort aus Ihren Themen.

turned_in

Fügen Sie das Thema zu Ihren Themen hinzu.

mehr aus Innviertel

57  Kommentare expand_more 57  Kommentare expand_less