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Innviertel

Wo das Stricken eine ganz besondere Bedeutung erhält

Von Roman Kloibhofer  28. Oktober 2021 09:28 Uhr

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SANKT MARTIN. Technische Gestricke der St. Martiner Firma Kobleder sind in vielen Produkten im Einsatz

Mit Kobleder verbindet man im Innviertel noch immer vorwiegend "Strickmoden". Doch das 1927 gegründete und in vierter Generation in Sankt Martin geführte Familienunternehmen hat sich darüber hinaus zu einem der weltweit führenden Unternehmen für technische Gestricke entwickelt.

Paul Stollberger, der Urenkel der Firmengründerin, sowie Thomas Neumayer leiten das Unternehmen, das vor 25 Jahren erstmals mit technischen Gestricken für die Möbelindustrie auf sich aufmerksam gemacht hat. "Das war eine gestrickte Rückenlehne für einen Bürosessel", sagt Paul Stollberger. Auch mit dem Rieder Möbelhersteller Team 7 arbeitet die Firma Kobleder seit mehr als 15 Jahren zusammen.

Wo das Stricken eine ganz besondere Bedeutung erhält
Die Firma Kobleder aus St. Martin im Innkreis hat sich zu einem der weltweit führenden Unternehmen für technische Gestricke entwickelt. Diese sind in vielen Produkten im Einsatz, unter anderem Lampenschirme, Kinderwägen und Schuhe.

Gestrickte Schuhe?

Das Anwendungsgebiet der Strickwaren aus dem Hause Kobleder verblüfft: "Wir produzieren Lampenschirme für skandinavische Kunden, wir haben einen gestrickten Kinderwagen in Planung, wir stellen Flugzeugsitze, Matratzen, Handschuhe für medizinische Zwecke und sogar gestrickte Schuhe her", erklärt Heiko Schirmer, Ausbildungsleiter bei Kobleder. Auch in Schutzausrüstungen haben sich die Gestricke von Kobleder etabliert, wie Paul Stollberger erklärt: "Es gibt praktisch keinen Feuerwehrhelm der Firma Rosenbauer, der nicht mit einem Gestricke aus unserem Haus ausgestattet ist." Das Besondere ist die stoßdämpfende Stricktechnik, die dort zum Einsatz kommt.

"Der Vorteil unserer Gestricke liegt darin, dass sie sehr abfallarm produziert werden können. Jedes Teil wird praktisch aus nur einem Faden erzeugt, ist vollkommen nahtlos und fällt fix und fertig aus der Maschine", erklärt Paul Stollberger. Jener Textilteil, der für den Sessel von Team 7 erzeugt wird, besteht übrigens aus einem 16.168 Meter langen Faden. "Jedes Produkt passt sich in der Form und seiner Funktion den jeweiligen Anforderungen an – das ist der Vorteil eines Gestrickes im Gegensatz zum Gewebe", so Stollberger. Kobleder kann gestrickte Textilien mit einer maximalen Breite von zwei Metern endlos lange herstellen.

Wo das Stricken eine ganz besondere Bedeutung erhält
Die Firma Kobleder aus St. Martin im Innkreis hat sich zu einem der weltweit führenden Unternehmen für technische Gestricke entwickelt. Diese sind in vielen Produkten im Einsatz, unter anderem Lampenschirme, Kinderwägen und Schuhe.

Weltweit in führender Position

Knapp 50 computergesteuerte und teils selbst mitentwickelte Maschinen sind bei Kobleder im Einsatz – 7000 bis 8000 Stunden im Jahr. 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb. Rund 90 Prozent der Produkte gehen in den Export: "Unsere Märkte sind vorwiegend in Europa, und Nordamerika, zu einem geringen Teil auch in Asien", sagt der Geschäftsführer. Vergleichbare Mitbewerber gebe es vereinzelt in Europa und den USA, "aber an uns und unseren Produkten kommt keiner vorbei", erklärt Paul Stollberger. Das Unternehmen sei nicht nur Produzent von technischen Gestricken, sondern auch Entwicklungspartner, so arbeitet die Firma Kobleder beispielsweise auch eng mit Universitäten und Fachhochschulen zusammen. Hier finden Sie mehr zur Rolle der Firma Kobleder in Sachen Export. 

Auch mit sogenannten "smart fabrics" beschäftigt sich die Firma Kobleder. Dabei werden unter anderem Metallfäden ins Gestricke eingearbeitet, die als Druck- oder Bewegungssensor dienen. Diese Technologie findet unter anderem bereits in Lenkrädern von hochpreisigen Automobilen Einsatz.

Mit dem Lehrberuf "Textiltechnologie" gibt es eine interessante Ausbildungsmöglichkeit, wie Paul Stollberger erklärt. "Wir suchen aktuell Mitarbeiter, die Jobs sind auf unserer Website zu finden", so der Geschäftsführer.

 

Artikel von

Roman Kloibhofer

Lokalredakteur Innviertel

Roman Kloibhofer
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