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Innviertel

Sie wollen frischen Wind in die Amtsstuben bringen

Von Lisa Penz  10. Juni 2021 08:04 Uhr

Sie wollen frischen Wind in Amtsstuben bringen
Daniel Lang geht für Mattighofen ins Rennen, Gerhard Luger für St. Georgen und Andreas Schmögl für Schalchen.

BEZIRK. Jung und in der Politik, das ist kein Widerspruch: Die 3 jüngsten Bürgermeisterkandidaten des Bezirks sagen wieso

Mit gerade mal 24 und zwei Mal 32 Jahren sind sie die jüngsten Kandidaten, die im Herbst um den Bürgermeistersessel buhlen: Andreas Schmögl (Schalchen), Gerhard Luger (St. Georgen) und Daniel Lang (Mattighofen), alle drei gehören der Volkspartei an.

Schmögl will es in Schalchen ein zweites Mal wissen. Im Herbst 2019 hat er bei der vorgezogenen Bürgermeisterwahl 27,6 Prozent der Stimmen geholt. "Im Nachhinein bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Ich habe mir aus dieser Zeit viel mitnehmen können", sagt er. Zum ersten Mal kandidieren Luger in St. Georgen und Lang in Mattighofen. Luger hat sich ein ambitioniertes Ziel gesteckt: Er möchte bei der Wahl den Bürgermeister stellen und stimmenstärkste Fraktion sein – bisher hat die FP in St. Georgen die Absolute. "Da nur zwei Parteien im Gemeinderat sind, bin ich zuversichtlich, dass wir es schaffen können", sagt Luger. Lang möchte in Mattighofen in die Stichwahl kommen. Er hofft, dass die Bevölkerung den Jungen eine Chance gibt.

Die jüngsten Kandidaten der anderen Parteien sind: in der SP Isabella Pötzelsberger aus Perwang (39) und Reinhard Fink aus St. Veit (39), in der FP Josef Reiseder (39) aus Moosbach und Eva Haslinger (41) aus Handenberg. Bei den Grünen ist bisher der einzige Bürgermeisterkandidat Günter Winterstätter (56) aus Braunau.

5 Fragen und Antworten

  1. Spielt das Alter in der Politik eine Rolle?
  2. Immer weniger wollen BGM. werden. Warum Sie?
  3. Was wäre Ihre erste Amtshandlung?
  4. Welche drei Projekte liegen ihnen am Herzen?
  5. Warum haben sie sich für die VP entschieden?
"Alter kann Segen und Fluch sein"
Andreas Schmögl, Schalchen

„Alter kann Segen und Fluch sein“

Andreas Schmögl (24) kandidiert ein zweites Mal in Schalchen. Er ist seit sechs Jahren im Gemeinderat tätig. Nach der Matura an der HAK Braunau studierte er BWL, dazu ist er seit vier Jahren bei BWT in Mondsee als IT-Projektmanager tätig.

  1. Viele sagen, das Alter spielt keine Rolle. Das sehe ich nicht so, es kann Segen und Fluch sein. Die langjährigen Kollegen im Gemeinderat haben viel Hintergrundwissen, das kann ein junger Mensch nicht so schnell aufholen. Doch bei Projekten, bei denen lange nichts weiter geht, haben Junge einen neuen Zugang.
  2. Der Grund, warum immer weniger Bürgermeister werden wollen, liegt vermutlich daran, dass Junge die Politik als verstaubt wahrnehmen. Es hat aber durchaus Anreize, als junger Mensch Bürgermeister zu werden. Man entscheidet mit, was in der Gemeinde passiert. Zudem ist es der ehrlichste Beruf in der Politik, weil man mit Leuten zu tun hat, die man kennt. Alles, was man entscheidet, hat einen direkten Einfluss auf die Umgebung. Es kann schön sein, wenn was weitergeht, aber auch mühsam, wenn Dinge nicht funktionieren.
  3. Nachdem wir eine anstrengende Zeit hinter uns haben, mit wenig sozialen Kontakten, wäre meine erste Amtshandlung, alle Vereine ins Gemeindeamt einzuladen, zu fragen, wie es ihnen geht und ob jemand Unterstützung braucht.
  4. Drei Schlagwörter, die mir sofort einfallen: Bildung, Infrastruktur und Umweltschutz. Die Planungen für die neue Volksschule und den zweiten Kindergarten sind in der Finalisierungsphase. Bei der Umfahrung ist vieles versäumt worden. Nun müssen wir mit der zusätzlichen Belastung leben und das Beste daraus machen. Das Radwegenetz muss ausgebaut werden. Beim Klimaschutz gehört der Müll an der Straße ebenso dazu wie die Absicherung der Wasserversorgung. Großes Thema sind auch die erneuerbaren Energien.
  5. Die 3 jüngsten Kandidaten kommen aus der VP, das sagt schon mal viel. Als junges Mitglied kann man in der Partei schnell Verantwortung übernehmen. Die VP ist auch jene Partei, mit der ich mich persönlich am Besten identifizieren kann.
"Kommunikation liegt mir am Herzen"
Gerhard Luger, St. Georgen

„Kommunikation liegt mir am Herzen“

Gerhard Luger (32) tritt als Bürgermeisterkandidat in St. Georgen an. Seit zwölf Jahren ist er Mitglied der VP, fünf davon war er Finanzreferent. Seit 2017 ist er Gemeinderat, Gemeindevorstand und VP-Ortsparteiobmann. Luger arbeitet seit sieben Jahren bei Palfinger als Produktmanager. Zuvor war der Absolvent der HTL Braunau bei Binderberger in St. Georgen tätig. Berufsbegleitend studierte er Wirtschaftsingenieurswesen.

  1. Ich denke, es ist durchaus eine Chance, jung zu sein. Es schadet nicht, wenn man eine Affinität zu technischen Details hat und etwa weiß, was 30 Mbit/s bedeuten. Ich denke, das wird auch von der Bevölkerung so gesehen.
  2. Tatsächlich sinkt das Vertrauen in die Politiker. Deswegen wird auch das Amt des Bürgermeisters immer unattraktiver. Er genießt nicht mehr das Vertrauen wie früher. Diese Entwicklung beobachte ich mit Sorge. Die Politik regelt es, wie wir zusammenleben und sollte den Stellenwert haben, den sie verdient. Das ist auch mit ein Grund, warum ich antrete. Ich möchte die Politik wieder näher zu den Bürgern bringen.
  3. Was mir am Herzen liegt, ist das Thema Kommunikation und Bürgerbeteiligung. Aktuell besuchen wir Bürger und fragen, was sie sich für die Gemeindeentwicklung wünschen. Die Leute bekommen viel zu wenig mit, was in der Gemeinde entschieden wird. Das muss auf breitere Füße gestellt werden, etwa über soziale Medien oder Online-Bürgerbeteiligungs-Tools. Die Bürger wollen informiert werden und eingebunden sein.
  4. Neben der Wasserversorgung und dem Kanalausbau natürlich auch der Ausbau der Geh- und Radwege im Ortsgebiet, aber auch insbesondere entlang der B156 Richtung Gundertshausen (Eggelsberg), dem nächsten Zentrum mit Nahversorger. Auf dem Plan stehen auch die Sanierung der Volksschule, der Breitbandausbau und die weitere Baulanderschließung.
  5. Zum Einen bin ich vorgeprägt, auch mein Vater war langjähriger VP-Gemeinderat. Zum Anderen ist die VP eine Partei der bürgerlichen Mitte, bei der Hausverstand und Vernunft zählen. Das war der Hauptgrund, warum ich mich für die Partei entschieden habe.
"Junge packen heikle Dinge eher mal an"
Daniel Lang, Mattighofen

„Junge packen heikle Dinge eher mal an“

Daniel Lang (32) will Bürgermeister in Mattighofen werden. Seit sechs Jahren ist der HTL-Braunau-Absolvent im Gemeinderat Mattighofen aktiv, seit 2018 ist er auch Stadtrat. Lang arbeitet als Konstrukteur bei Hertwich in Braunau. Seine große Leidenschaft ist die Musik: Er ist Jugendorchester-Leiter in Mattighofen und spielt in einer Cover-Band.

  1. Gewissen Dingen steht man als junger Mensch unvoreingenommener gegenüber. Wenn etwas länger liegen geblieben ist, sollte man das hinterfragen. Oft stehen Familienfehden oder politisches Kalkül dahinter. Ich denke, als Junger hat man den Vorteil, dass man kritische Projekte eher anpackt. Auch in Sachen Technik hat man einen Vorteil. Immer mehr geht heute online, das hat nicht zuletzt die Krise bewiesen.
  2. Momentan wird die Politik von der älteren Generation gemacht. Wenn sich mehr Jüngere politisch engagieren würden, wäre die Zusammenarbeit leichter. Ich möchte mich in der Gemeinde einsetzen, Verantwortung übernehmen und Entscheidungen treffen, die zum Miteinander beitragen.
  3. Es ist bei uns schon länger im Gespräch, eine Art Gemeindeklausur zu veranstalten. Daher würde ich wohl als erste Amtshandlung zu einer größeren Veranstaltung im Stadtsaal laden und allen interessierten Bürgern Mattighofens die Gelegenheit geben, Fragen zu stellen.
  4. Mein Hauptprojekt wäre die leidige Eisenbahnkreuzung. Hier müssen noch politische Entscheidungen getroffen werden, da wurde in den vergangenen Jahren vieles verabsäumt. Aber auch die Belebung der Kulturszene stünde auf meiner Agenda. Ein großes Thema ist auch die ärztliche Versorgung in der Region. Das müsste gemeindeübergreifend in Angriff genommen werden, etwa in Form eines Primärversorgungszentrums.
  5. Zur Volkspartei haben mich in erster Linie Klaus Vogl und Thomas Panholzer gebracht. Ich habe gemerkt, dass die Partei einen frischen Wind in die Gemeinde reinbringen will. Das hat mir bei den anderen Parteien gefehlt. Die Jugendarbeit in der VP ist einfach die beste im Vergleich zu den anderen Parteien.

Artikel von

Lisa Penz

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