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„So etwas haben wir in Schärding noch nie erlebt“

SCHÄRDING. Ausnahmezustand herrscht seit Sonntag aufgrund des Hochwassers in der Barockstadt – jetzt wird aufgeräumt.

Katastrophal – mit diesem Wort lässt sich die Situation seit Sonntag in Schärding mit einem Wort beschreiben. Ausnahmezustand herrscht in der Barockstadt. Die Bevölkerung ist geschockt, die Kameraden der Feuerwehr leisten schier Unglaubliches.

 

10,7 Meter war der Spitzenwert bei der Hochwasserkatastrophe am Montag in der Stadt Schärding (Normalstand 3,9 bis 4,1 Meter). Zahlreiche Personenrettungen aus Gebäuden, teilweise unter Mithilfe von Rotem Kreuz und Wasserrettung, mussten durchgeführt werden.

210 Objekte waren/sind vom Hochwasser in der Stadt Schärding betroffen. Für rund 40 Personen wurde eine Unterbringung organisiert. Die restlichen Betroffenen haben sich selbst vorübergehende Unterkünfte gesucht. „Bei einer Katastrophe, wie dieser, gibt es nur ganz wenige positive Aspekte. Einer ist aber, dass die Schärdinger wirklich vorbildlich zusammenhelfen. Ich habe so viele schlimme, herzzerreißende Szenen in den letzten Tagen miterlebt, da tut es zwischendurch richtig gut, Solidarität und Mitgefühl zu sehen“, erzählt Bürgermeister Franz Angerer.

20 Feuerwehren mit mehr als 200 Kameraden haben in den letzten Tagen ununterbrochen wertvolle Hilfe geleistet und mit ihrem Einsatz noch katastrophalere Zustände in Schärding verhindert. „Die Helfer sind wirklich bis an ihre physischen und psychischen Grenzen gegangen“, erzähl der technische Einsatzleiter Brandrat Michael Hutterer. Für die Aufräumarbeiten wurden weitere Feuerwehren alarmiert. Derzeit sind 38 Feuerwehren mit knapp 700 Helfern im Einsatz um den ganzen Schlamm zu entfernen.

6.55 Uhr ertönte am Sonntag, 2. Juni, das Sirenensignal „Zivilschutzwarnung“. Die Prognose lautete damals noch: Acht Meter bis Mittag.

11 Zillen sind in den einzelnen Stadtteilen Schärdings im Einsatz. Wie wertvoll dieser Zillendienst ist, hat sich in den letzten Tagen beim Hochwasser eindrucksvoll gezeigt. Auch in den nächsten Tagen werden die Kameraden in den Zillen unterwegs sein, wofür auch überörtliche Feuerwehrkräfte herangezogen werden.

100 Personen, die im Kurhaus Schärding beherbergt waren, mussten mit Zillen evakuiert werden. Die Organisation von Ersatzunterkünften hat laut den Verantwortlichen gut funktioniert.

5,8 Millionen Euro für den Hochwasserschutz der Schärdinger Altstadt hat das Umweltministerium 2010 genehmigt. Der Baubeginn erfolgte im November 2010 mit dem Abschnitt Polder II. Dieser Abschnitt ist seit Mai 2011 fertig. Erst im Mai diesen Jahres besichtigten Vertreter des Landes OÖ das derzeit in Bau befindliche Pumpwerk bei der Schiffsanlegestelle. Im Herbst sollen die Bauarbeiten zum Hochwasserschutz bei der Alten Innbrücke in Schärding weitergehen.

 

Dramatische Situation in Waldkirchen

WESENUFER/WALDKIRCHEN. Im Donaumarkt Wesenufer wurde Montagmittag der dramatische Pegelstand des Jahrhunderthochwassers 1954 überschritten. Informationen aus ersten Hand liefert der Ortsberichterstatter aus Waldkirchen/Wesenufer Walter Humer: „Was weder Experten, noch Einheimische nach dem Bau der Donaukraftwerke je für möglich gehalten haben, ist jetzt traurige Tatsache. Das Katastrophenhochwasser hat im Donaumarkt Wesenufer, Gemeinde Waldkirchen am Wesen, den dramatischen Pegelstand des Jahrhunderthochwassers aus dem Jahr 1954 bereits erreicht.“

 

Hochwasser entlang der Donau in Pyrawang

ESTERNBERG. Straßen verwandelten sich in der Ortschaft Pyrawang in der Gemeinde Esternberg in Flussbeete. Volkszeitung-Mitarbeiter Johann Schererbauer berichtet aus Esternberg: „Am Montagvormittag herrschte Hochwasseralarm in Pyrawang. Die Donau trat über das Ufer und überschwemmte die Nibelungenstraße . Einige Häuser waren nur noch mit dem Boot erreichbar und von der Umwelt abgeschnitten. Auch die Kirche von Pyrawang war bereits vom Donauwasser umspült. Am Foto ist zu sehen, dass dort, wo sonst Autos auf der Nibelungenstraße von Passau nach Linz fahren, es am Montag nur noch Bootsverkehr zu den vom Donauwasser umschlossenen Häusern in Pyrawang gab.“

 

Pfudabach über die Ufer getreten

DIERSBACH. Nicht nur entlang des Inn oder der Donau gab es im Bezirk Schärding Überschwemmung. Auch kleinere Flüsse traten über die Ufer und sorgten für Überschwemmungen. Aus der Gemeinde Diersbach schildert Ortsberichterstatter Josef Peterbauer (Foto): „Bei uns in Diersbach war die Ortschaft Kalling betroffen. Der Pfudabach ist dort über die Ufer getreten und das umliegende Gebiet wurde überschwemmt.“

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Artikel 06. Juni 2013 - 00:04 Uhr
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