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Wenn die Haut eine Lebensgeschichte erzählt

Von Roman Kloibhofer   03.Juli 2014

Wenn die Haut eine Lebensgeschichte erzählt
Streetworker Kerstin Hofstätter und Richard Stütz organisieren die Veranstaltung

Tätowierungen, Piercings, Narben von Ritz-Verletzungen – das steht im Mittelpunkt einer Fotoausstellung, die am Montag, 7. Juli, ab 19 Uhr im StarMovie Tumeltsham (Kino-Saal2) zu sehen ist. Die Fotoausstellung "hautkontakt" ist ein oberösterreichweites Projekt von der Initiative Soziale Integration (ISI) in Zusammenarbeit mit den Streetwork-Organisationen, die Auftaktveranstaltung findet in Ried/Tumeltsham statt.

Gezeigt werden Fotos von den Tätowierungen, Piercings und Narben von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Wobei zum Beispiel die Geschichten hinter den Tätowierungen erzählt werden. "Dabei werden die Motive deutlich: Worum geht’s bei der Tätowierung, was bedeutet das?", sagt Streetworkerin Kerstin Hofstätter.

Unter den rund 100 jungen Menschen, die sich bereit erklärt haben, an diesem Projekt teilzunehmen, sind auch etwa 30 junge Frauen und Männer aus Ried. "Es war eine gute Möglichkeit, bei den Vorbereitungen mit den Menschen ins Gespräch zu kommen", sagen Kerstin Hofstätter und ihr Kollege Richard Stütz. "Fotomodels" waren junge Menschen, die Zielgruppe von Streetwork waren. Die Haut wird damit als Sprachrohr und Abbild der Lebenswelt der Jugend.

Die Ausstellung wird ergänzt durch den Film "Scary", der das Leben eines ganzkörpertätowierten Mannes zeigt. Danach steht ein Podiumsgespräch am Programm, an dem der Performance-Künstler Didi Bruckmayr, die Rieder Hautärztin Behnaz Degreif-Fazeli, Piercerin Theresa sowie Tattoo-Fan Dominik teilnehmen und über ihre Ansichten zu diesem Thema sprechen werden. Dank der guten Kooperation mit dem Starmovie Ried/Tumeltsham sei die Ausstellung ermöglicht worden.

Kerstin Hofstätter und Richard Stütz haben markante Geschichten erfahren: "Es ist interessant, welche Geschichte hinter so manchem Tattoo steckt", sagt Kerstin Hofstätter. "Einer hat sich einen Kompass ohne Zeiger tätowieren lassen und gesagt: ‘Der Zeiger kommt erst dann, wenn ich weiß, wo ich angekommen bin ...’" Auffallend sei gewesen, dass sich viele junge Menschen Motive oder Namen zum Thema Familie tätowieren haben lassen, berichtet das Rieder Streetworker-Duo. "Manchmal geht es aber auch einfach nur um die Lust am Schmerz, wenn sich jemand tätowieren oder piercen lässt oder sich ritzt", sagt die Streetworkerin.

Ausstellung "hautkontakt" mit Filmvorführung und Podiumsgespräch am Montag, 7. Juli, ab 19 Uhr im Starmovie Ried/Tumeltsham. Eintritt frei. Die Fotoausstellung ist danach bei Streetwork Ried zu sehen.

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