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Innviertel

Neuer Fußballplatz in Pischelsdorf: Heuer soll endlich der Baustart erfolgen

Von Thomas Streif und Elisabeth Ertl   24. Februar 2021 00:04 Uhr

Neuer Fußballplatz in Pischelsdorf: Heuer soll endlich der Baustart erfolgen
In der Ortschaft Wagenham soll die neue Fußballanlage inklusive Kunstrasenplatz entstehen.

PISCHELSDORF. Gegenwind kommt allerdings von einer Bürgerinitiative – Standort sei nicht geeignet.

Seit rund zehn Jahren könnte im Bezirk Braunau schon ein Fußball-Kunstrasenplatz stehen. Die Realität sieht aber, wie bereits mehrfach berichtet, anders aus. Die Kurzversion der schier unendlichen Geschichte: 2009 wurde dem Bezirk Braunau ein Kunstrasenplatz zugesagt, ein in der Stadt Braunau geplantes Projekt scheiterte unter anderem an Lärmschutzbestimmungen. Seit einigen Jahren wird in der Gemeinde Pischelsdorf an dem Projekt gearbeitet. Mehrere Standorte wurden geprüft. Im Ortsteil Wagenham soll eine neue Sportanlage mit einem Naturrasenplatz und dem viel diskutierten Kunstrasenplatz verwirklicht werden. Seither hat sich der Baubeginn immer und immer wieder verschoben.

Alles nach Plan

Nun, nach acht Jahren, unzähligen Gutachten und der kürzlich stattgefundenen Bauverhandlung, soll es im Sommer endlich losgehen. "Die Gemeinde Pischelsdorf hat mittlerweile 100.000 Euro für die Planung sowie Lärm-, Licht-, Wasser- und andere Gutachten ausgegeben. Fast alle fielen für uns positiv aus, und wenn es Beanstandungen gab, haben wir sofort darauf reagiert und das Projekt angepasst", sagt Hermann Mitterbauer, Obmann des FC Pischeldorf. Unter anderem wurde der geplante Fußballplatz 50 Meter weiter nach vorne gerückt, "damit wir weit genug vom angrenzenden Feuchtgebiet weg sind. Wir geben unser Bestes, damit die Natur so wenig wie möglich beeinträchtigt und die Bürger geschützt werden."

Bürgerbewegung protestiert

Die "Bürgerinitiative Wagenham" wehrt sich dennoch gegen das geplante Projekt. Eine Onlinepetition mit dem Titel "Eigentor: Fußballplatz im Feuchtgebiet, zentrumsnahe Alternative wiederbeleben" wurde mittlerweile von mehr als 500 Unterstützern digital unterzeichnet. Bei der geplanten Fläche für den Bau handle es sich um einen naturraumfachlich schützenswerten Raum und die ökologisch wertvollste Fläche des gesamten Gemeindegebietes. Außerdem diene dieses Gebiet als Wasserrückzugs- und Hochwasserschutzgebiet, argumentieren die Gegner. Hermann Mitterbauer lässt das nicht gelten: "Kein Umweltgutachter würde grünes Licht geben, wenn die Umstände nicht passen. Das ist einfach unrealistisch." Die Notwendigkeit eines neuen Fußballplatzes sei unbestritten, die Bürgerbewegung fordert, dass der Neubau zentrumsnahe erfolgen solle.

Für Mitterbauer ist das keine Option. "Wir haben durchaus versucht, zentrumsnah einen geeigneten Platz zu finden. Dort kostet der Quadratmeter aber 100 Euro und ist damit unleistbar." Die Bürgerinitiative argumentiert auch damit, dass für den Neubau in Wagenham kein Verkehrskonzept vorliege, außerdem seien keine Radwege vorhanden.

Bauverhandlung abgeschlossen

Pischelsdorfs Bürgermeister Gerhard Höflmaier (VP), der seit November 2020 im Amt ist, geht davon aus, dass heuer mit dem Bau begonnen wird. Die Bauverhandlung sei abgeschlossen, jetzt gehe es um die Finalisierung der finanziellen Aufstellung für das Projekt. "Wir gehen von Gesamtkosten in der Höhe von rund 2,3 Millionen Euro aus. Die Gemeinde beteiligt sich mit 420.000 Euro", sagt Höflmaier. Politisch sei man sich grundsätzlich einig, dass der Neubau des Sportplatzes dringend notwendig sei. Am bestehenden Standort des Fußballplatzes soll unter anderem der Spielplatz für den Kindergarten vergrößert werden.

"Bedarf ist groß"

"Der Bedarf an einem Kunstrasenplatz im Bezirk Braunau ist groß. Daher haben wir vor circa zehn Jahren auch die finanzielle Unterstützung zugesagt. Diese Zusage der Förderung in der Höhe von 50.000 Euro ist natürlich weiterhin aufrecht. Wir hoffen, dass das Projekt in Pischelsdorf bald umgesetzt werden kann", sagt Raphael Oberndorfinger, Direktor des Oberösterreichischen Fußballverbands, auf OÖN-Anfrage.

Kunstrasenplatz: Lengau hat weiterhin Interesse
Erich Rippl

Kunstrasenplatz: Lengau hat weiterhin Interesse

„In der Gemeinde Lengau gibt es in Schneegattern bereits einen Platz mit einer guten Infrastruktur, außerdem gehört der SV Friedburg zu den besten Fußballvereinen im Innviertel“, sagte Lengaus Bürgermeister Erich Rippl (SP) im Sommer 2018.

Obwohl alles darauf hindeutet, dass in Pischelsdorf im Sommer nach langem Hin und Her mit dem Bau der neuen Fußballanlage, inklusive des Kunstrasenplatzes, begonnen werden dürfte, wagt Rippl im OÖN-Gespräch einen erneuten Vorstoß:

„Ich werde noch einmal beim Land Oberösterreich vorsprechen. Wir haben einen einstimmigen Gemeinderatsbeschluss und könnten, wenn wir grünes Lacht erhalten würden, sehr rasch mit einer Umsetzung beginnen. In Schneegattern gibt es einen bestehenden Fußballplatz, der Bau des Kunstrasenplatzes könnte innerhalb einiger Monate abgeschlossen sein.“ Es gebe auch für eine finanzielle Beteiligung der Gemeinde Lengau einen gültigen Gemeinderatsbeschluss, so Lengaus Bürgermeister.

Warterei „ärgerlich“

Grundsätzlich sei es sehr ärgerlich, dass der Bezirk Braunau noch immer auf den Kunstrasenplatz warten müsse. „Es vergeht Jahr um Jahr, ohne dass etwas passiert“, sagt Rippl. 

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