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Innviertel

"McBreit" und Co. gehen die Gegner regelmäßig ins Netz

Von Elisabeth Ertl 14. Dezember 2019 14:04 Uhr

"McBreit" und Co. gehen die Gegner regelmäßig ins Netz
Vom Publikum beflügelt feiern die Rieder Volleyballer (rechts Felix Breit) einen Erfolg nach dem nächsten. (Scharinger/Schlosser)

RIED. Volleyball: Professionell Volleyball zu spielen ist Felix Breit (25) "irgendwie passiert"

44 Monate nach dem erstmaligen Aufstieg des UVC Weberzeile Ried in die 1. Volleyball Bundesliga hat Mittelblocker Felix Breit eine Szene noch exakt vor Augen. "Ich war eigentlich zu spät dran und musste nachgreifen, konnte den Ball aber blockieren. Der prallte zurück ins Feld des Gegners, wir haben einen Punkt gemacht und damit den Aufstieg fixiert. Das alles ist wie in Zeitlupe passiert", erinnert sich der 25-Jährige an diesen entscheidenden Moment. Ein Augenblick, der sich ihm ins Gedächtnis gebrannt hat. Zu diesem Zeitpunkt ahnte der Rieder nicht, wie viele Sensationen – unter anderem die Qualifikation für den Europacup – noch folgen. Die letzte passierte am 4. Dezember: An diesem Tag besiegten die Innviertler zum ersten Mal überhaupt die Union Raiffeisen Waldviertel (3:1). Ein Erfolg, den Felix Breit vom Spielfeldrand aus beobachten musste. Er hatte sich einige Tage zuvor am Finger verletzt, ist aber guter Dinge, dass er dem UVC Ried schon bald wieder zur Verfügung steht.

Dabei hatte der Jus-Student gar nicht geplant, professionell Volleyball zu spielen. "Das ist irgendwie passiert. Ich habe mit 14 beim UVC Ried angefangen und bin dann hineingewachsen", sagt der zwei Meter große Innviertler. Zu verdanken habe er seine sportliche Karriere unter anderem dem langjährigen UVC-Obmann Wolfgang Puttinger, der ihn immer wieder aufgefordert habe, sich im Verein anzumelden. Auch Papa Christian, früher selbst leidenschaftlicher Volleyballer, hat das Talent seines Sohnes gefördert. "Als ich fünf Jahre alt war, hat er mir im Urlaub immer wieder Bälle zugespielt. Ich hatte schon ganz rote Arme", erinnert sich Breit.

Volleyball ist Familiensache

Auch seine beiden Schwestern Theresa und Lilli spielen für den UVC Ried. Beide profitieren von ihrem großen Bruder. Weniger sportlich, eher kulinarisch. Felix Breit ist der einzige Spieler im Team des UVC Weberzeile Ried, der mit McDonalds einen eigenen Sponsor hat – inklusive VIP-Karte, mit der er in jenen Filialen, die von Gerhard Fuchs geleitet werden, alles gratis konsumieren kann. "Deshalb muss ich auch für meine Schwestern hin und wieder was holen. Vor allem Eis", sagt der 25-Jährige, der seine VIP-Karte selbst "fast ein bisschen zu viel in Anspruch nimmt." Sein Sponsor und die Leidenschaft für dessen Essen haben ihm den Spitznamen "McBreit" eingebracht.

Neben den angenehmen Seiten gibt es auch Dinge, auf die der Rieder verzichten muss. Sieben Trainingseinheiten pro Woche plus die Spiele und sein Jus-Studium sind zeitintensiv und lassen sich nicht immer mit gesellschaftlichen Verpflichtungen in Einklang bringen. "Es kommt vor, dass ich zu Geburtstagspartys von Freunden nicht gehen kann oder beim Debütantenball meiner Schwester erst zur Mitternachtseinlage auftauche. Aber damit habe ich mich arrangiert", sagt der 25-Jährige. Zeitmanagement sei ohnehin keine seiner Stärken. "Genau wie tanzen. Das kann ich überhaupt nicht", sagt Felix Breit.

Sein Talent liegt ganz klar auf dem Spielfeld und dort in erster Linie beim Block. "Früher war ich auch im Angriff recht gut, der ist momentan aber ausbaufähig", sagt der Innviertler. Die Flucht nach vorne ist dennoch die Mission des UVC Ried. Die Innviertler wollen erneut das Halbfinale der 1. Bundesliga erreichen und einen Startplatz im Europacup. "Und wenn möglich noch die stärksten drei Mannschaften der Liga ärgern. So wie zuletzt Waldviertel", sagt Breit. Mithelfen kann dabei auch das Publikum. "Daheim vor vielen Zuschauern und Freunden zu spielen ist der Wahnsinn. Das motiviert unglaublich. Genau für solche Momente spiele ich Volleyball", sagt der Jus-Student, der erst vor wenigen Tagen eine wichtige Prüfung (Bürgerliches Recht) bestanden hat. Unvergesslich ist für ihn auch der Derbysieg gegen Enns im ersten Jahr des UVC Ried in der ersten Bundesliga. "Da hatte ich beim Service Gänsehaut", sagt Breit. Können die Innviertler ihre bestechende Form aufrechterhalten wird dies nicht der letzte Augenblick gewesen sein, der ihm zeitlebens in Erinnerung bleiben wird.

Artikel von

Elisabeth Ertl

Lokalredakteurin Innviertel

Elisabeth Ertl
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