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Innviertel

Letzte Badesaison im Freibad St. Peter?

Von Magdalena Lagetar  12. Mai 2022 14:04 Uhr

Manchen Gemeinden steht das Wasser bis zum Hals

SANKT PETER/HART, ALTHEIM, WALDZELL, OBERNBERG. Freibäder: Kosten steigen, Einnahmen sinken - das Betreiben eines Schwimmbades wird für Gemeinden zur Belastungsprobe

Die Freibadsaison hat begonnen: Nach und nach sperren die Schwimmbäder in den Innviertler Gemeinden auf. Während sich die Gäste darauf freuen, blicken die Bürgermeister gespannt auf die Sommersaison – denn nicht nur Corona bremste die Besucherzahlen in den vergangenen Jahren ein, auch die Vielzahl an Pools und anderen Bademöglichkeiten im eigenen Garten ließ die Zahl der Badegäste sinken. Indes stiegen aber die Ausgaben.

Kosten steigen spürbar

Massiv driften Ein- und Ausgaben in der Gemeinde St. Peter auseinander. Bürgermeister Robert Wimmer (VP) spricht von jährlichen Einnahmen von rund 6000 Euro, denen Ausgaben von 130.000 Euro gegenüberstehen. "Ein Freibad ist natürlich nie ein Gewinngeschäft, aber früher hatten wir Einnahmen von 20.000 Euro und Ausgaben von 80.000 Euro, das ließ sich noch bewältigen", sagt er. Auch die Personalsituation sei herausfordernd. Aus diesen Gründen werde im Gemeinderat lautstark über Alternativen diskutiert. Die FPÖ brachte einen Antrag ein, heuer zu öffnen und im Herbst anhand der Kosten-Nutzen-Rechnung noch einmal darüber zu diskutieren, ob das Freibad in St. Peter erhalten werden kann. Erschwerend kommt im Freibad St. Peter ein technisches Gebrechen hinzu, das dem Badebetrieb ohnehin einen dauerhaften Strich durch die Rechnung machen könnte: Ein Becken sinkt immer weiter ab, repariert könne dies nicht mehr werden. 2007 wurde das Bad saniert.

Der Gemeinderat hilft mit

Apropos Sanierungen: Kaum ein Frei- oder Hallenbad kann derzeit saniert werden, denn die finanziellen Vorgaben vom Land Oberösterreich können nur von wenigen eingehalten werden. Bädersanierungen werden nämlich vom Land nur dann gefördert, wenn die Gemeinden nachweisen können, dass die Hallenbäder 33 Prozent und die Freibäder sogar 50 Prozent ihrer Ausgaben aus dem laufenden Betrieb decken können.

Im Freibad Obernberg stehe eine Generalsanierung an, sagt Bürgermeister Martin Bruckbauer (BOMB). Vor Corona habe man die 50-Prozent-Quote erreicht, auch dank des großen Engagements des Gemeinderates. Denn das Badebuffet wird selbst betrieben, alle Fraktionen helfen in der Freizeit mit. "Wir sind auch auf der Suche nach Ferialpraktikanten", sagt Bruckbauer. Ohne Buffet erreiche man die Quote nicht, schon gar nicht mit den Einschränkungen, die die Coronapandemie in den vergangenen zwei Sommern mit sich brachten. Gerade in den vergangenen zwei Jahren seien die Besucherzahlen eingebrochen. "Wir hoffen heuer auf einen normalen Sommer und sind guter Dinge", ist Bruckbauer zuversichtlich. Er wünscht sich, dass das Freibad erhalten bleiben kann. "Die Nachfrage ist ja immer noch da, es ist für viele die einzige Bademöglichkeit in der Umgebung, viele Kinder haben hier schwimmen gelernt", sagt er.

Auch das Freibad in Waldzell soll laut Bürgermeister Johannes Aigner (VP) "unbedingt" erhalten bleiben. "Das ist eine Bereicherung für uns und die Nachbargemeinden. Ich habe dort schwimmen gelernt, andere sollen auch die Möglichkeit dazu haben", so Aigner. Noch stehe zwar keine Generalsanierung in Waldzell an, nur kleinere Arbeiten, die die Gemeinde noch stemmen könne, der Generalsanierung, die nur eine Frage der Zeit sei, blickt er jedoch gespannt entgegen.

Währendessen Entspannung in Altheim: Vor drei Jahren wurde das Bad saniert, bereits seit 30. April ist es gut besucht. "Wir haben in Altheim den Vorteil, dass wir durch die Geothermie eine konstante Wassertemperatur von rund 28 Grad halten können und dadurch relativ früh Badegäste haben", sagt FP-Bürgermeister Harald Huber. Die Auslastung sei daher bereits gut. "Wir hoffen auf einen Sommer, so wie vor der Coronapandemie", sagt der Altheimer Bürgermeister.

Artikel von

Magdalena Lagetar

Lokalredakteurin Innviertel

Magdalena Lagetar

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