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Innviertel

"Geh weida!" – "Aber wohin denn?" Innviertlerisch für Anfänger

Von Lisa Penz  16. Januar 2020 05:58 Uhr

"Geh weida!" – "Aber wohin denn?" Innviertlerisch für Anfänger
Eva-Maria Hruby-Lehner (4.v.r.) und Schüler eines vergangenen Deutschkurses an der Volkshochschule Braunau.

BRAUNAU. Einen derartigen Kurs hat es an der Volkshochschule noch nicht gegeben, erstmals lehrt Eva-Maria Hruby-Lehner Migranten, warum bei uns Kartoffeln „Erapfe“ heißen.

"Warum reden die Innviertler nur immerzu über die Han-Dynastie?", fragte sich eine ehemalige Deutschkurs-Teilnehmerin. "Wia han jetzt fertig!" höre sie täglich in der Arbeit und suche vergeblich nach einem Zusammenhang mit der chinesischen Geschichte. Ein anderer Teilnehmer klagt, dass sein Chef "geh weida!" zu ihm sage, er wisse aber beim besten Willen nicht, wohin er denn nun gehen solle. Ob umi, aufi, abi oder eini, will ihm und anderen nun Eva-Maria Hruby-Lehner in einem Innviertel-Dialekt-Kurs an der Volkshochschule Braunau erklären. Im Kurs wird auch erklärt, was ein Gsöchts ist, dass es "Erapfe" statt Kartoffeln heißt und warum es etwa die Mitvergangenheit im Innviertlerischen nicht gibt, dafür der Konjunktiv zwei oft und gerne zum Einsatz kommt (i darat, i mochat,...).

Die gebürtige Schärdingerin Hruby-Lehner kennt viele der oft lustigen Sprachverwechslungen im Alltag ihrer Teilnehmer. Denn: "Nur weil jemand gut Deutsch spricht, heißt das noch lange nicht, dass er oder sie auch die Mundart versteht". Seit zwei Jahren hält die einstige HTL- und spätere Gymprofessorin in ihrem Ruhestand Deutschkurse an der Volkshochschule. Begeistert zeigt sie sich von der Bereitschaft und den guten Erfolgen ihrer Schüler. In ihren Kursen lehrte sie bereits Ärzte, eine Opern- und eine Kammersängerin, Maschinenbauer oder Techniker aus aller Welt.

Die Sprache hat Hruby-Lehner schon immer fasziniert. Aufgewachsen ist sie in Taufkirchen an der Pram. Ihre Mutter eine Rumänin, ihr Vater ein waschechter Innviertler Landwirt, Verwandte aus dem Sauwald. "Da haben mein Bruder und ich oft Tränen gelacht, weil es sprachlich so viele Unterschiede in unserer Familie gab." Der Dialekt sei Sprachbereicherung und -barriere zugleich. Er sei nicht nur schwer zu lernen, sondern auch zu lehren, da es keine einheitliche Schreibweise gibt. Die ehemalige Deutsch- und Englischprofessorin hat sich in einer intensiven Eigenrecherche die wichtigsten "Regeln" und Unterschiede zusammengesucht. Das soll nun die Basis für den Kurs sein, der ab heute an vier Kursabenden stattfindet.

 

Deutsch-Spezial-Kurs: Innviertler Dialekt

Mit dem Sprachkurs „Innviertler Dialekt“ betritt die Volkshochschule Braunau Neuland. Der Kurs richtet sich an Menschen mit nicht deutscher Muttersprache (ab Niveau B2) und findet ab heute an vier Kursabenden in der Polytechnischen Schule in Braunau statt.

Der Kurs dauert von 18.30 bis 20.30 Uhr und wird von Eva-Maria Hruby, ehemalige Deutsch- und Englisch-Professorin, geleitet.
Mit ihrer Erfahrung als Sprachlehrerin ist es der gebürtigen Schärdingerin wichtig, dass die Sprache richtig verstanden und verwendet wird.

 

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