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Innviertel

Ewiges Thema Internat-Neubau: "Es besteht dringender Handlungsbedarf"

Von Thomas Streif  12. Mai 2022 00:04 Uhr

Ewiges Thema Internat-Neubau: "Es besteht dringender Handlungsbedarf"
1997 wurde das Internat der Stadt Ried in der Riedbergstraße zuletzt saniert.

RIED. Seit vielen Jahren wird über die Zukunft des städtischen Internats bereits diskutiert

Es ist ein Thema, das seit mittlerweile mehr als 13 Jahren in unregelmäßigen Abstand in Ried diskutiert wird: die Zukunft des Rieder Internats mit etwas mehr als 100 Plätzen. Einig ist man sich, dass ein Neubau überfällig ist, aber außer Lippenbekenntnissen, Plänen und Konzepten ist bisher nichts passiert. "Wir haben 2009 detaillierte Planungen gemacht und ein fertiges Konzept vorgelegt", sagte ISG-Chef Herwig Pernsteiner 2014 im OÖN-Gespräch.

Schon damals lagen also gewisse Pläne bereits fünf Jahre auf dem Tisch. Nicht ganz 50 Jahre ist das Internat, das vom oberösterreichischen Heimbauverein geführt wird, mittlerweile alt, die letzte größere Renovierung stammt aus dem Jahr 1997. Größere Investitionen dürften seither nicht mehr getätigt worden sein.

"Wir sind uns einig, dass wir auch in Zukunft dieses Internat brauchen. Hier haben wir eine Verantwortung gegenüber unseren Schulen und für die Nachwuchsspieler der SV Ried und des UVC Ried", sagte SPÖ-Vizebürgermeister Peter Stummer bei einer Pressekonferenz im März.

Kritik von Eltern

Mittlerweile häuft sich auch die Kritik von Eltern, deren Kinder das Internat in Ried besuchen. Die Infrastruktur entspreche nicht mehr dem heutigen Stand der Dinge, Betten seien zum Teil beschädigt und Fenster undicht. Auch die überalterten Gemeinschaftstoiletten und Duschanlagen seien nicht mehr zeitgemäß. "Das Haus ist mehr als renovierungsbedürftig", schreiben mehrere verärgerte Eltern.

Man sei jedoch mangels Alternativen auf das Internat angewiesen und bezahle monatlich rund 460 Euro an Heimbeiträgen. "Diesen Betrag empfinden wir – gemessen an den derzeitigen Zuständen im Heim – bei weitem überhöht", heißt es von den Eltern mehrerer Internatsschüler.

140.000 Euro Abgang pro Jahr

"Uns ist klar, dass dringender Handlungsbedarf besteht, zumal die Stadtgemeinde Ried jedes Jahr einen Abgang von rund 140.000 Euro für das Internat bezahlen muss. Es gibt Gespräche zwischen der Stadt und der ISG, in denen es um die Planung und den Standort geht. Eine Sanierung hat keinen Sinn mehr, es ist ein Neubau geplant", sagt Rieds Bürgermeister Bernhard Zwielehner auf OÖN-Anfrage. "Wir benötigen das Internat unbedingt für unsere Schulen und natürlich auch die Sport-Nachwuchsakademien, so Rieds Stadtchef.

Internat in der Innenstadt?

Vorstellbar sei, so Zwielehner, ein Neubau in unmittelbarer Nähe des aktuellen Standorts, aber auch ein Internat in der Innenstadt sei ein Thema. "100 Internatsschüler wären für die Belebung der Innenstadt sicher nicht verkehrt, diese würden auch kaum Parkplätze in Anspruch nehmen", sagt Zwielehner.

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Thomas Streif

Lokalredakteur Innviertel

Thomas Streif

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