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"Es war großes Glück im Unglück, dass bei dem Unfall niemand gestorben ist"

Von Thomas Streif, 09. Dezember 2022, 03:26 Uhr
"Es war großes Glück im Unglück, dass bei dem Unfall niemand gestorben ist"
Ein Bild vom Unfall am 25. August in St. Georgen am Fillmannsbach Bild: (Scharinger)

BRAUNAU / RIED. Prozess: Junger Innviertler verursachte mit zwei Promille einen schweren Verkehrsunfall

Ein riskantes, misslungenes Überholmanöver mit rund zwei Promille Alkohol im Blut, dazu noch unter dem Einfluss von starken Medikamenten. Dass diese Kombination am Nachmittag des 25. August auf einer Straße im Gemeindegebiet von St. Georgen am Fillmannsbach für niemanden tödlich endete, grenzt fast an ein Wunder. Zwei Personen wurden schwer verletzt: der Alkolenker, der elf Tage lang im künstlichen Tiefschlaf war, und ein 45-jähriger Deutscher, der sich mit seiner Freundin und einem kleinen Kind auf dem Heimweg aus einem Italien-Urlaub war. Die 37-jährige Freundin des Mannes wurde ebenfalls verletzt.

Am Mittwoch musste sich der 22-jährige Autofahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung im Landesgericht Ried verantworten. "Ich bekenne mich schuldig", sagt der Beschuldigte zu Richterin Leonie Paischer. Erinnern kann er sich an den Unfall nicht mehr. "Ich weiß nur noch, dass es getuscht hat." Einen Tag vor dem Unfall wurde der Mann aus einem Alkoholentzug aus einem Krankenhaus entlassen. "Raus aus dem Entzug und angesoffen mit dem Auto fahren, das ist ein Wahnsinn", sagt Staatsanwalt Alois Ebner. Die Richterin zitiert aus dem Akt, dass der junge Innviertler zuvor schon einmal mit 3,89 Promille mit dem Motorrad unterwegs gewesen sei. Bei einer Körperverletzung, für die er vom Bezirksgericht Mattighofen verurteilt wurde, war der Beschuldigte ebenfalls alkoholisiert.

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Das sei jetzt aber endgültig vorbei. "Ich bin trocken und kann mir nicht vorstellen, dass ich rückfällig werde", sagt der Beschuldigte, der erneut einen Entzug gemacht hat. "Sind Sie sich da sicher? Sie sind anfällig für extremen Alkoholmissbrauch. Wenn Sie noch einmal rückfällig werden, dann geht es steil bergab", sagt Ebner.

"Es war großes Glück im Unglück, dass bei dem Unfall niemand ums Leben gekommen ist. Die Ärzte haben laut Polizeibericht ein echtes Meisterwerk vollbracht", sagt Richterin Paischer. "Ja, allerdings", antwortet der Angeklagte, der aufgrund seiner schweren Verletzungen den Beruf des Maurers wohl nicht mehr ausüben wird können. "Ich muss mir etwas anderes suchen, das Arbeiten als Maurer geht sich wohl nicht mehr aus", sagt der 22-Jährige.

"Es ist alles so schnell gegangen. Auf einmal ist das Auto auf unsere Seite rübergeschossen", sagt das 45-jährige Unfallopfer, der mit Krücken den Saal betritt. "Es muss noch ein Knochenstück anwachsen, weil es noch nicht ganz hält", sagt der Mann. Groll gegenüber dem Beschuldigten hegt er nicht. "Er hat mich angerufen und Reue gezeigt", sagt der Lehrer aus Deutschland.

Ein Soldat aus Deutschland, der als Ersthelfer wichtige Schritte eingeleitet hat, wird von Richterin Paischer gelobt. "So einen Ersthelfer, wie Sie es sind, bräuchte man immer", sagt Paischer. "Ja, das ist eine Bürgerpflicht", antwortet der Soldat. Anschließend wünscht er dem Beschuldigten und dem Unfallopfer eine gute Besserung.

Haft, Bewährung und Beratung

Der Angeklagte wird zu zehn Monaten Haft, drei Monate davon unbedingt, verurteilt. Bewährungshilfe und Suchtberatung werden angewiesen. Wenn der Beschuldigte bereit ist, beim "Close-To-Projekt" mitzumachen (ein Projekt, das junge Täter, die alkoholisiert einen Verkehrsunfall mit einem Verletzten oder Toten verursacht haben, in der Präventionsarbeit vor Fahrschülern einsetzt, Anm. d. Red.), wird von Richterin Paischer ein Strafaufschub des unbedingten Teils in Aussicht gestellt. Staatsanwalt Ebner gibt keine Erklärung ab, der Verteidiger nimmt Bedenkzeit, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

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Autor
Thomas Streif

Redaktion Innviertel

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