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Innviertel

Die Zeit drängt: Kaderplanungen bei der SV Ried für die Bundesliga laufen auf Hochtouren

Von Thomas Streif   05. August 2020 21:22 Uhr

SV Ried: Ein kleines Fußballwunder und der rasche Blick nach vorne
Gerald Baumgartner schaffte mit der SV Ried den Aufstieg

RIED. Bereits am kommenden Dienstag erfolgt bei der SV Guntamatic Ried nach wenigen Tagen Urlaub der Trainingsauftakt für die Bundesliga-Saison 2020/2021. Trainer und Sportdirektor Gerald Baumgartner arbeitet mit Hochdruck an einem bundesligatauglichen Kader.

„Die Erleichterung, dass wir den Aufstieg geschafft haben, ist riesengroß. Ich freue mich für den Verein, die Mitarbeiter, die Fans und Sponsoren. Der Druck war groß, aber die Mannschaft hat zusammengehalten und sich selber belohnt“, sagt SV-Ried-Trainer Gerald Baumgartner, dessen Vertrag sich durch den Aufstieg automatisch um eine weitere Saison verlängert hat.

Sein Schnitt von 2,19 Punkten seit seinem Amtsantritt als sportlicher Chef im im Jänner 2019 kann sich sehen lassen. Jetzt will der 55-Jährige mit Ried in der Bundesliga die großen Vereine ärgern. In der Woche vor dem entscheidenden Spiel gegen den Floridsdorfer AC sei die Mannschaft enorm fokussiert gewesen. „Ich war überzeugt davon, dass wir uns das nicht mehr nehmen lassen“, sagt Baumgartner. Auf die Frage, ob er Verständnis für die Proteste der Klagenfurter hat, antwortet der Ried-Trainer: „Eigentlich nicht, denn Klagenfurt hatte es selber in der Hand, aber in der vorletzten Runde in Amstetten verloren. Wir haben 20 von 30 Spielen gewonnen, daher sollte man unseren Meistertitel anerkennen. Wir sind mit Sicherheit ein würdiger Meister.“

Bereits am kommenden Dienstag erfolgt der Trainingsauftakt für die Bundesliga, die erste Runde im ÖFB-Cup findet bereits Ende August statt. „Es ist kaum Zeit, um nach diesen stressigen Monaten durchzuatmen. Ich führe am Tag gefühlt 100 Telefonate“, sagt Baumgartner, der als Sportdirektor für die Kaderplanungen hauptverantwortlich ist. „Wir müssen versuchen in sehr kurzer Zeit einen bundesligatauglichen Kader zusammenzustellen. Das ist keine leichte Aufgabe, aber wir freuen uns riesig auf die Bundesliga und Spiele gegen Rapid, LASK, Salzburg, Austria oder Sturm Graz. „Dafür machen wir gerne Überstunden“, sagt Baumgartner.

Dass es während der sportlichen Krise mit drei Niederlagen im Vorstand Stimmen für einen Trainerwechsel gegeben haben soll, beschäftigt ihn nicht mehr. „Das ist im Fußballgeschäft ein normaler Vorgang, dass man als Trainer rasch in der Kritik steht. Ich bin lange genug dabei, um zu wissen, wie man damit umgeht. Meine Aufgabe bestand darin, das Schiff wieder auf Kurs zu bringen. Das ist uns dann gemeinsam gelungen.“

"Wir brauchen Spieler, die uns sofort weiterhelfen können"

Das sportliche Ziel ist im ersten Jahr nach dem Wiederaufstieg klar definiert – der Klassenerhalt. „Wir haben im Vergleich zu den meisten anderen Vereinen in der Bundesliga ein niedrigeres Budget. Umso wichtiger ist die Kaderplanung. Die Spieler, die wir holen, müssen zu uns und der Idee, wie wir Fußball spielen wollen, passen. Wir brauchen mehrere Spieler, die uns in der Bundesliga sofort weiterhelfen können.“ Auf die Frage, wie viele Transfers zu erwarten sind, antwortet Baumgartner: „In Zahlen ist das schwer zu sagen, aber das werden schon einige sein.“

Veränderungen im Trainerteam sind zu erwarten

Mit welchem Trainerteam Baumgartner ab kommender Woche auf dem Trainingsplatz stehen wird, ist noch offen. Derzeit laufen laut OÖN-Informationen Gespräche mit möglichen Kandidaten. Veränderungen wird es geben. 

Wer kommt, wer geht? 

Mit Anel Hadzic wird ein weiterer ehemaliger Ried-Spieler mit einer Rückkehr in Verbindung gebracht. Konkret dürfte eine Verpflichtung des defensiven Mittelfeldspielers, der sein letztes Pflichtspiel für den ungarischen Erstligisten Fehervar Ende November 2019 bestritt, derzeit aber nicht sein.

Eine Verpflichtung von Torhüter Samuel Sahin-Radlinger aus der SV-Ried-Jugend, der zuletzt in England beim FC Barnsley unter Vertrag stand, dürfte für die Vereinsverantwortlichen der SV Ried laut OÖN-Informationen durchaus ein Thema sein. 

Die Torhüter Johannes Kreidl, Daniel Daniliuc und Lukas Gütlbauer haben noch laufende Verträge für die kommende Saison. Mit Filip Dmitrovic, der im Saisonfinish mit guten Leistungen im Rieder Tor überzeugte, soll es Gespräche über eine Vertragsverlängerung geben. Bedingung ist, dass Dmitrovic die österreichische Staatsbürgerschaft, um die er sich schon seit Längerem bemüht, aufgrund der Ausländerreglung erhält.

In der Verteidigung sollen laut OÖN-Informationen die Verträge mit Kapitän und Urgestein Thomas Reifeltshammer und Constantin Reiner verlängert werden. Kennedy Boateng hat noch Vertrag. Severin Hingsamer soll bei den Jungen Wikinger in der Regionalliga Spielpraxis sammeln. Interesse soll die SV Ried an Stefan Hager (25), zuletzt bei Wattens, haben.

Dringenden Handelsbedarf gibt es auf den Außenbahnen. Eine Vertragsverlängerung mit Linksverteidiger Mario Vojkovic scheint unwahrscheinlich, Balakiyem Takougnadi hat noch Vertrag, mit dem jungen Felix Seiwald (19) ist ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs im Kader. Auf der rechten Seite baut man bei der SV Ried weiterhin auf Routinier Manuel Kerhe. Es ist so gut wie sicher, dass für die defensiven Außenpositionen mindestens zwei Spieler verpflichtet werden. Interesse dürfte es unter anderem an Michael Lercher von Mattersburg geben.

Acquah verlässt die SV Ried, konkretes Interesse an Canadi 

Engpässe gibt es auch im defensiven Mittelfeld. Laut OÖN-Informationen soll Reuben Acquah zum LASK zurückkehren. Der Vertrag mit Marcel Ziegl soll verlängert werden, Arne Ammerer ist noch bis 2021 an die SV Ried gebunden, auch Valentin Grubeck hat noch Vertrag. Der Name Daniel Offenbacher, zuletzt in Litauen unter Vertrag, war in Verbindung mit der SV Ried zu hören.

Der Vertrag des zuletzt herausragenden Spielmachers Stefan Nutz hat sich durch den Bundesliga-Aufstieg verlängert, Julian Wießmeiers Vertrag läuft aus, bei ihm stehen die Zeichen auf einem Verbleib im Innviertel. Auch Ante Bajic, der im Juli erneut an der Schulter operiert werden musste und Marco Grüll haben noch laufende Verträge. Konkretes Interesse gibt es, wie berichtet, an Marcel Canadi, der zuletzt bei Amstetten unter Vertrag stand.

Veränderungen im Sturm 

Im Sturmzentrum soll Bernd Gschweidl in der höchsten Spielklasse seinen Torriecher unter Beweis stellen. Mit Jefté Betancor soll der beste Rieder Torschütze der vergangenen Saison gehalten werden. Ivan Kovacec dürfte hingegen keine Zukunft im Innviertel haben. Auch die zuletzt verliehenen  Canillas und Flavio Dos Santos, die noch Vertrag bis 2021 haben, dürften in den Planungen für die Bundesliga keine Rolle mehr spielen. Ein Spieler, der bei der SV Ried, mit seinen starken Leistungen durchaus Interesse geweckt haben könnte, ist Amstetten-Mittelstürmer David Peham.

 

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