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Innviertel

Chemiedreieck: Viel Kritik bei Wirtschaftsgespräch

22. Juli 2019 00:04 Uhr

Chemiedreieck: Viel Kritik bei Wirtschaftsgespräch
Hans Steindl lud zum Gespräch.

BURGHAUSEN. Burghauser Bürgermeister Hans Steindl lud zu Gespräch über "Paradigmenwechsel und Strukturwandel".

So gar nicht passten die doch düsteren Prognosen des Wirtschaftsgesprächs über die Zukunft der Industrie im Chemiedreieck in den idyllischen Prälatengarten im Kloster Reitenhaslach. Das sei keine Wohlfühlveranstaltung, stelle Hans Steindl, Burghauser Bürgermeister, gleich klar: "Durch die Energiewende, die Globalisierung des internationalen Wettbewerbes, die Formierung neuer Welthandelszonen sowie die Spaltung Europas und den gesellschaftlichen Wandel stehen wir vor ganz großen Herausforderungen." Um darüber zu sprechen, lud er den Vorsitzenden der bayerischen Chemieverbände, Günther von Au, den Vorstandsvorsitzenden von Wacker-Chemie, Rudolf Staudigl, und den Präsidenten der Technischen Uni München (TUM), Wolfgang Hermann, ein.

"Ohne Chemie kein Klimaschutz"

Dass die Politiker die Wähler nicht mehr mit Fakten, sondern nur durch Emotionen erreichen können, stößt Günter von Au sauer auf. Er nannte als Beispiel den Klimaschutz. "Klimaschutz in Deutschland ist nur sinnvoll, wenn China, Indien und die USA auch einsteigen, die Verursacher der größten CO2-Emissionen sind." Der Vorsitzende der Chemieverbände betonte, dass die chemische Industrie Basis für einen funktionierenden Klimaschutz sei. "Kein Produkt, das dafür notwendig ist, ist ohne Chemie herstellbar", sagte er und warnte: "Wenn die Industrie aus der EU durch Kosten, die durch die Klimapolitik entstehen, noch weiter benachteiligt wird, wird es höchst unerfreuliche Nebeneffekte geben."

"Wir haben hier keine Technologieprobleme, sondern die Voraussetzungen hemmen unsere Wirtschaft", sagte Wacker-Chef Staudigl. Die Energiewende müsse systematisch geplant und durchgeführt, die Produktivität gesteigert, Innovationen gefördert, fossile Rohstoffe ersetzt und das Wachstum innerhalb der EU in Bezug auf Qualität, nicht auf Quantität gefördert werden.

Hermann, Präsident der TUM, blickt gelassener in die Zukunft. Es habe schon immer gute und schlechte Zeiten gegeben. Was es jetzt brauche, sei ein Umdenken in der Gesellschaft, die viel zu wenig unternehmerisch ticke. "Wir müssten viel mehr selbst in die Hand nehmen und risikobereiter sein, denn dann wird es gelingen, den technischen Fortschritt zu realisieren", sagte er.

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