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Schwerelos: Rollifahrer taucht in Kroatien ab

Von Von Marina Huber, 05. November 2009, 00:04 Uhr
Schwerelos: Rollifahrer taucht in Kroatien ab
Schwerelos statt schweres Los: Manfred Fischer genießt es, beim Tauchen kein Gewicht auf den Füßen zu haben. Das Foto entstand beim Tauchkurs in Kroatien. Bild: OÖN-fisc

OSTERMIETHING. Manfred Fischer sitzt im Rollstuhl. Vor zwei Jahren entdeckte er das Tauchen für sich. Zweimal nahm er in Kroatien nun schon an einem Tauchkurs für behinderte Menschen teil. Nächstes Jahr will er den Tauchschein machen.

Unmöglich erschien Manfred Fischer sein neues Hobby. Aber nur im ersten Augenblick. Seit zwei Jahren ist der Rolli-Fahrer leidenschaftlicher Taucher.

Wegen einer spastischen Lähmung benützt der Ostermiethinger seit 2002 einen Rollstuhl zur Fortbewegung. Heuer im Sommer tauchte er zum zweiten Mal in Sveta Marina an der Ostküste Istriens ab. „Ich bin nicht der, der sagt, durch die Behinderung ein besserer Mensch geworden zu sein. Ich wäre auch ohne Behinderung ein guter Mensch. Aber tauchen würde ich nicht, da wäre ich zu feig gewesen“, sagt Manfred Fischer.

Eine Reha-Kollegin aus Graz brachte ihn auf die Idee, als sie ihm von ihren Tauchgängen im Roten Meer erzählte. Nachdem die Übungen während eines Rehabilitationsaufenthaltes im Becken in Bad Radkersburg bestens funktionierten, wollte Fischer ins Meer.

Wiener bieten Kurs an

Durch Zufall stieß er auf den Wiener Arzt Heinz Hasch, der mit dem Institut für SCUBA-Neuro-Rehabilitation (Self-Contained Underwater Breathing Apparatus) seit Jahren Tauchkurse für behinderte Menschen anbietet. Mit einer Gruppe von 20 Personen, darunter vier körperlich beeinträchtigte, reiste Manfred Fischer samt Familie für eine Woche nach Kroatien. „Die ersten Tauchversuche waren spannend. Ich war neugierig und zurückhaltend zugleich. Tauchen ist nicht gefährlich, wenn man sich an bestimmte Regeln hält“, sagt Fischer. Den leeren Rolli am Ufer zurücklassend, ging der Ostermiethinger täglich mit zwei Begleitern unter Wasser. Beim ersten Kurs erreichte er eine Tiefe von acht Metern, heuer waren es 23, nächstes Jahr will er einen Tauchschein machen.

Da die Einrichtungen in der Tauchbasis nur teilweise barrierefrei sind, gab es für die freiwilligen Helfer von SCUBA-Neuro-Rehabilitation viel zu tun: „Die Leute von der Gruppe sind bewundernswert. Sie halfen uns beim Anziehen der Neoprenanzüge, transportierten die Ausrüstung ans Meer, wussten genau, wo sie anpacken mussten. Natürlich gibt es Hürden, aber durch die Mannschaft gehts“, sagt Fischer.

Tauchen ist für Manfred Fischer Hobby und Therapie zugleich: „Gerade für Menschen mit spastischen Lähmungen ist es irrsinnig klasse, im Wasser zu schweben. Es ist toll, kein Gewicht auf den Füßen zu haben. Dadurch lockern sich die Muskeln“, sagt Fischer. Der Hobbytaucher macht nicht mit den Füßen Tempo, sondern mit den Händen. Für das nächste Tauchabenteuer hat er sich spezielle Handflossen bestellt.

Tauchtherapie in Rif

Auch um mit den Geräten vertraut zu bleiben, macht er im Herbst im Sportzentrum Rif in Salzburg eine Tauchtherapie. Dass Sportaktivitäten für behinderte Menschen nicht besser gefördert werden, bedauert Fischer. „Es geht nicht darum, dass alles finanziert wird, schließlich sind die Aktivitäten auch mit Spaß verbunden. Aber Sport hält fit und somit die Leute besser am Leben.“

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