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Schoafe Beats und Mundart-Rap: Gugaroots präsentiert erstes Album

EGGELSBERG. Mit ‘schoafn’ Beats machten die Oberinnviertler Franz Danner und Johannes Steiner 2008 bei „Willkommen Österreich“ a la Stermann und Grissemann ihre Heimat zur härtesten Gegend Österreichs. Am Samstag präsentiert die Band „Gugaroots“ ihr erstes, gleichnamiges Album. Johannes, also Hanse, und Schlagzeuger Reinhard Hofer alias Reini Maria Naschemy im Gespräch.

Schoafe Beats und Mundart-Rap: Gugaroots präsentiert erstes Album

Die beiden Gugaroots-Köpfe Hanse und Franze, also Johannes Steiner und Franz Danner Bild: privat

Warte: 2008 haben Stermann und Grissemann den besten Gangsta-Rap aus der härtesten Gegend Österreichs gesucht und dank eures Songs „Gugaroots“ das Obere Innviertel gefunden. Warum ist die Gegend bei uns so hart?

Steiner: Naja, wenn man solche Urgesteine wie uns sieht? Bei uns ist es schon ziemlich hart.

Warte: Aber was denn genau?

Hofer: Naja, ein Mex-Mobil nach dem anderen. Und wenn die Bauern ihre Förderungen erhalten, kommen diese mit ihren neuen, schweren Traktoren, die sie teilweise noch nicht richtig beherrschen, auch noch daher. Oder: Du wirst plötzlich von einem übermotivierten Jäger erschossen.

Warte: War dieser Bewerb Impulsgeber oder habt ihr euch schon vorher mit Mundart Hip-Hop beschäftigt?

Steiner: Der war Auslöser. Franz und ich haben vorher gemeinsam in einer Band gespielt und Mundart-Rap hat mich damals schon fasziniert bzw. habe ich mir gedacht, ‘Herrgott, so ein Landmaschinen-Rap gehört her’ und so hat das dann begonnen. Wir schrieben den Text und Harald, unser Produzent, hat uns für ein Sechsertragerl aufgenommen. Die Nummer entstand an einem Nachmittag.

Warte: Warum brauchen wir einen Landmaschinen-Rap?

Steiner: Weil so etwas noch nicht da war und irgendwie hat es das einfach mal gebraucht. Das ist natürlich auch eine Kontroverse zu dem ganzen Gangster-Zeugs.

Warte: Warum Mundart?

Steiner: Weils unsere Sprache ist und weil mein Hochdeutsch grottenschlecht ist. Außerdem hat Mundart einen guten Flow.

Warte: Nach einer Kreativpause wird nun euer erstes Album veröffentlicht. Sind die Hauptrollen wieder mit Landmaschinen besetzt?

Steiner: Das hat sich ein bisschen gewandelt. Die Geschichten gehen von einer Partynummer bis hin zu traurigen Liebesgeschichten.

Hofer: Es geht um den inneren Schweinehund, ums Warten auf eine Pizza und um den Bauern auf Reisen.

Warte: Liebesgeschichten? Also doch nicht so hart?

Hofer: Harte Schale, weicher Kern.

Steiner: Tja, das mit der Liebesnummer war so, dass unser Produzent gesagt, hat, ‘geh weiter, auf jedes Album gehört eine Liebesnummer’. Ich wollte eigentlich gar nicht, aber dann kommt man doch rein.

Warte: Ihr bleibt aber dem Landleben schon treu.

Hofer: Ja, es geht viel um das Wechselspiel von Stadt und Land.

Warte: Im Gugaroots-Lied geht es auch um das gschmaidige Gstanzl. Ein Gstanzl ist dem Rap-Gesang nicht ganz unähnlich.

Steiner: Wenn man will, dann ist ein Gstanzl die Urform von Rap oder Hip-Hop. Rap heißt ja nichts anders wie Rhythm and Poetry. Von dem her kannst alles reinschmeißen – solange du noch einen Beat hast und drüber einen Text.

Hofer: Auch den Freestyle gibt es beim Gstanzlsingen genauso. Dem ist halt spontan was eingefallen und das hat er verarbeitet.

Warte: Das Gstanzl wird auch mit Spottgesang übersetzt. Wie echt seid ihr bzw. wie ehrlich meint ihr eure Lieder?

Steiner: Es ist schon immer eine Hommage und ein Belächeln zugleich.

Warte: Nun ist es so, dass sich der Dialekt bzw. die Mundart von Region zu Region, sogar von Ort zu Ort unterscheidet. Ist es nicht schwierig, mit „Odlaufrira“ und „Mistbroata“ den Markt zu erobern?

Steiner: Nein, nicht, wenn man einen passenden Flow und die passende Melodie hat. Wie viele Leute wissen wirklich, was gesungen wird?

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Artikel Von Marina Huber 30. September 2010 - 00:04 Uhr
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