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Braunauer Warte am Inn

In der Café-Bar Barsilica dürfen sich Gäste (fast) nur auf Deutsch unterhalten

Von Magdalena Lagetar   08. Mai 2014 00:04 Uhr

In der Café-Bar Barsilica dürfen sich Gäste (fast) nur auf Deutsch unterhalten
Bekleidung und Herkunft spielen bei den Gästen in der Barsilica eine Rolle.

BRAUNAU. Chef Hannes Froschauer über die Verbote in seinem Café am Braunauer Stadtplatz.

Zwei Beobachtungen in der Café-Bar Barsilica in Braunau: Eine in Braunau wohnhafte junge Kroatin und ihr Cousin kehren nach einem Spaziergang durch die Stadt in die Barsilica am Stadtplatz ein. Sie bestellen und unterhalten sich – auf Kroatisch. Die Kellnerin fordert sie im Vorbeigehen mehrmals dazu auf, deutsch zu sprechen. Auf die Aussage der Braunauerin aus Kroatien hin, der Gast sei aber Tourist und könne nicht deutsch, antwortet sie: "In Österreich muss man aber deutsch sprechen können und der Chef will das so."

Zweite Szene: Eine junge Dame bestellt sich in der Barsilica ein Mineralwasser – auf Englisch. Sie telefoniert mit ihrem Freund, ebenfalls auf Englisch. Die Bedienung unterhält sich angeregt mit der nicht deutschsprechenden Besucherin.

Ausländer nicht willkommen

Mit diesen zwei Szenen konfrontiert, sagt Barsilica-Chef Hannes Froschauer: "Bei mir wird nur deutsch gesprochen, sonst bekomm’ ich es mit der Angst zu tun. Das könnten ja Terroristen sein." Englisch verstehe er aber, das sei der Unterschied. "Bei mir dürfen auch nur ordentlich gekleidete Leute rein. Der Kleidungsstil ist natürlich eine Frage des Geschmacks, aber in meinem Lokal sind keine Kapperl, keine Jogginghosen, keine Gummistiefel und so weiter erlaubt", sagt der Barsilica-Chef.

Auch Ausländer sind nicht willkommen, dazu steht der Inhaber offen. "Das ist auch das Geheimnis meines Erfolg, deshalb ist mein Lokal seit zehn Jahren gut besucht", ist er sich sicher. Niemand von den Einheimischen wolle schließlich in ein Lokal gehen, in dem nur ausländisch gesprochen wird. Denn für Hannes Froschauer steht fest: "Wenn du einen Tisch voll Türken oder Jugoslawen hast, hast du plötzlich zehn davon. Und dann kommen auch keine Einheimischen oder Touristen mehr hierher." Warum der eine Gast aus der ersten beschriebenen Szene, der auch Tourist war, aufgefordert wurde deutsch zu sprechen, dazu könne er nichts sagen, er war zu dieser Zeit nicht selbst im Lokal.

"Ist wie mein Wohnzimmer"

Aber grundsätzlich gilt für Bar-Chef Hannes Froschauer: "Die Barsilica ist einfach wie mein Wohnzimmer. Ich bestimme, wer hineinkommen und sich setzen darf und wer nicht. Und wenn mir einer nicht passt, dann kommt er auch einfach nicht rein. Punkt."

Lesen Sie auch die Stellungnahme von Barbetreiber Froschauer vom Freitag

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