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Innviertel

Bahnhof Ried: Busterminal in Bau, aber schwierige Suche nach Parkplatzlösung

Von Dieter Seitl   26. November 2018 01:27 Uhr

Bahnhof Ried: Busterminal in Bau, aber schwierige Suche nach Parkplatzlösung
Pläne für großangelegten Umbau im Jahr 2025

RIED. Vor besserer Vernetzung von Bus und Bahn, aber zu wenige Pkw-Parkplätze.

Per Fahrplanwechsel am 9. Dezember soll neben dem Rieder Bahnhof auch das neue Busterminal zur besseren Vertaktung von Bus und Bahn in Betrieb gehen – damit soll auch das seit langem geplante Regionalverkehrskonzept in Schwung kommen. Allerdings sind weiterhin viele Menschen mit dem Auto zum Rieder Bahnhof unterwegs, um mit dem Zug weiterzufahren. Da zuletzt viele Parkplätze weggefallen sind, wird mittelfristig an Ersatz-Stellflächen getüftelt. Was sich derzeit allerdings nicht so einfach gestaltet.

Altes Wohngebäude abreißen?

Die Besitzer des großen Grünflächen-Areals gegenüber dem Bahnhof wollen nicht verkaufen – für die bloße Einräumung eines Baurechts gibt es aber kein Geld aus übergeordneten Steuertöpfen zur Errichtung eines Pendlerparkplatzes. Eine Möglichkeit wäre, das alte, zum Großteil leer stehende und im Besitz der ÖBB befindliche Wohnhaus gegenüber dem Bahnhof abzureißen und dort Pendlerparkplätze zu errichten. Mit diesem Gedanken tragen sich die ÖBB aber offenbar derzeit nicht.

Aufregung gab es zuletzt um die 1903 errichtete Fußgängerbrücke, die in der Vergangenheit einen Stadtteil erschloss, aber durch die ÖBB mit Verweis auf Sicherheitsgründe geschlossen wurde. Überlegungen, dass es sich um ersessenes Wegerecht verbunden mit einer Instandhaltungspflicht handeln könnte, werden seitens Experten eher zurückhaltend beurteilt. Ob ein Wegerecht auf eine Brücke zutreffe, sei zu bezweifeln, zudem gebe es im Eisenbahnrecht Sonderregelungen. Gemäß aktuellen Vorschriften müssten die Pfeiler bei einem Zugunglück einem Aufprall standhalten – unter den aktuellen Umständen sei das kaum denkbar.

Die ÖBB seien aber sehr kooperativ und bemüht, so VP-Stadtrat Thomas Brückl auf OÖN-Anfrage. Geplant sei, neben der Bundesstraßen-Eisenbahnunterführung eine eigene Röhre für Fußgänger und Radfahrer zu schaffen. "Wir hoffen auf eine zeitnahe Lösung."

Der Bahnhof selbst soll laut heutiger Planung im Jahr 2025 groß umgebaut werden – samt Unterführung zu den Bahnsteigen. Ein völliger "Durchstich" zur anderen Seite, der die dort wachsende Siedlung erschließen würde und als Ersatz für die mittlerweile geschlossene Fußgängerbrücke dienen könnte, würde vermutlich mit beträchtlichen Kosten für die Stadtgemeinde verbunden sein.

Eine weitere Möglichkeit für einen Pendlerparkplatz in die Überlegung bringt Thaddäus Berneder, pensionierter Rieder ÖBB-Bereichsvorstand und nunmehriger "Fahrgast-Sprecher". Stadtauswärts gegenüber dem Bahnhof befindet sich die aufgelassene Bahnmeisterei mit einer Freifläche von rund 900 Quadratmetern, so Berneder. "Würde man das Nebengebäude, das als Lagerraum diente, wegreißen, stünden nochmals mindestens 200 Quadratmeter für Parkplätze zur Verfügung. Damit wäre das Parkplatzproblem zumindest halbwegs gelöst."

Kursierende Gerüchte, der vor dem Rieder Bahnhof neu errichtete Kreisverkehr sei zu klein für Schneeräum-Fahrzeuge und die Panzer des Bundesheeres, die für Übungen via Bahnhof verlegen, bestätigen sich unterdessen nicht. "Wir haben das prüfen lassen, unsere Experten sagen, es passt", so Alfred Steingreß, Kommandant des Rieder Panzergrenadierbataillons 13.

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