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Andrichsfurter Zimmermann verlängert seine Wanderschaft um ein ganzes Jahr

ANDRICHSFURT. Ab Mitte Jänner wird er als Zimmermann auf der Karibikinsel Martinique arbeiten.

Vor dem Königstempel in Seoul: Matthias Seiringer (re.) mit einem Kollegen und einheimischen Schönheiten Bild: (privat)

Ende November 2015 ist der damals 23-jährige Matthias Seiringer auf eine mehrjährige Arbeitsreise in die weite Welt aufgebrochen. Eigentlich sollte er nach drei Jahren wieder nach Hause kommen, doch der Andrichsfurter Zimmermann hat sich entschlossen, seine "Walz" noch um ein Jahr zu verlängern. Die Rieder Volkszeitung konnte ihn zwischen den Feiertagen erreichen und mehr über seine weiteren Pläne erfahren.

Bis Mitte Jänner reist der Andrichsfurter Wandergeselle durch Marokko und wird dort seine Französischkenntnisse weiter perfektionieren. Danach geht es nach Paris, wo sich Matthias Seiringer mit einem Reisekamerad treffen wird, um nach Martinique zu fliegen. "Dort werden wir uns mit unserem Kontakt vor Ort in Verbindung setzen und hoffen, dass er Arbeit für uns hat. Ansonsten werden wir die erste Zeit damit verbringen, die Zimmereien der Insel abzuklappern und Arbeit zu suchen. Das hört sich jetzt zwar sehr verrückt und unüberlegt an, aber ich mache das seit mittlerweile mehr als drei Jahren so", sagt der Andrichsfurter Wandergeselle.

Schon 16 Länder bereist

In der langen Zeit hat Matthias Seiringer bereits 16 Länder bereist und dabei an 10 Arbeitsstellen in sieben verschiedenen Ländern mit fünf verschiedenen Sprachen gearbeitet. Die erste Station war in der Schweiz, dort durfte der Andrichsfurter bei einer Schlossrenovierung mitarbeiten. Ein weiteres Highlight seiner Wanderschaft war die einmonatige Überquerung der Alpen. Zu Fuß von der Zugspitze bis zum Gardasee. Die größte "Challenge" in den drei Jahren war Japan. "Wir reisten durch Schweden, Finnland, Estland nach Russland, nahmen in St. Petersburg die Transsibirische Eisenbahn bis wir schließlich Wladiwostok erreichten. Dort nahmen wir die Fähre nach Südkorea, eine Woche später weiter nach Japan. Die fünf Arbeitsmonate waren die prägensten der langen Reise: Die Kulturunterschiede sind riesengroß, ich hatte oft Probleme mich privat und auch arbeitstechnisch zu verständigen. Wir haben ein traditionelles japanisches Holzhaus gebaut. Das war extrem lehrreich, da wir noch sehr viel mit Stemmeisen und Hobel arbeiten durften", erinnert sich Matthias Seiringer.

Noch nie Heimweh

Auch wenn der Innviertler Wandergeselle schon seit drei Jahren von zu Hause weg ist, Heimweh hatte er noch nie. "Ich habe mich vor drei Jahren dafür entschieden und es zum Glück nie wirklich bereut. Natürlich gibt es gelegentlich Tiefpunkte und ich freue mich auch wieder auf meine Heimat, aber noch sind das Fernweh und die Abenteuerlust größer. Ich melde mich alle zwei bis drei Wochen bei der Familie und genieße vor allem die Treffen mit ihnen und Freunden, wenn ich einmal in der Nähe bin oder sie mich am anderen Ende der Welt besuchen", sagt Matthias Seiringer.

Mittlerweile ist es für den Innviertler fast zur "Sucht" geworden, immer weiter zu ziehen und sich aus seiner Komfortzone zu "kicken". "In meiner Reisezeit habe ich bestimmt schon über 100 Mal unter freiem Himmel geschlafen, bin unzählige Male beim Trampen irgendwo gestrandet und wusste nicht, wo ich die Nacht verbringen werde. Beunruhigt hat mich das nur am Anfang", erinnert sich Matthias Seiringer.

Das Ende seiner Wanderschaft wird wohl im heurigen Jahr sein. Wir werden auf jeden Fall darüber berichten!



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Artikel Josef Schuldenzucker 12. Januar 2019 - 14:04 Uhr
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