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Alter Schwede, was für ein Comeback

ZELL AN DER PRAM. Leichtathletik: Petra Gumpinger (18) ist zurück – Nach einer schweren Verletzung hat die zweifache U20-Staatsmeisterin auch das Limit für die U20-EM in Schweden unterboten

Alter Schwede, was für ein Comeback

Nicht zu bremsen! Petra Gumpinger (rechts) holte gleich zwei U20-Staatsmeistertitel. Bild: GEPA pictures

Es zwickt da und dort, doch am Ende der Hallensaison kann Petra Gumpinger mit dem Erreichten mehr als zufrieden sein. Die 18-Jährige aus Zell an der Pram ist zweifache Staatsmeisterin – über 400 und 800 Meter – der Klasse U20. Kurz zuvor lief sie beim ASVÖ-Hallenmeeting in Wien über 800 Meter in 2:09,90 Minuten persönliche Bestleistung. Gumpinger unterbot damit sogar das Limit für die U20-Europameisterschaft in Schweden. Erfolge, die vor ein paar Monaten noch völlig außer Reichweite waren. Ein Ödem und Bänderverletzungen im Knöchel zwangen die Innviertlerin im Vorjahr zur einer monatelangen Pause. "Bis September konnte ich nicht einmal gut gehen. Erst im Spätherbst bin ich wieder ins Training eingestiegen. Ende Dezember hat sich dann gezeigt, dass es wieder bergauf geht. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, die Hallensaison doch zu bestreiten", sagt die 18-Jährige, die in Wien Lebensmittel- und Biotechnologie studiert. Ein Entschluss, der sie heuer aller Voraussicht nach zur U20-Europameisterschaft nach Schweden (18. bis 21. Juli) führen wird. Um dort zu laufen, muss Gumpinger ihr starkes Ergebnis zuvor noch einmal im Freien bestätigen. Für die Zellerin wäre es auf internationaler Ebene der erste große Auftritt. Ein Ziel, dem sie vieles unterordnet.

Verzicht und Ehrgeiz

Um nach Schweden zu reisen, muss Petra Gumpinger auf Dinge wie mit Freunden fortgehen häufig verzichten. Für die Innviertlerin nichts Neues. Entbehrungen gehören für die Athletin seit vielen Jahren zum Alltag. Sollte sie dennoch einmal wanken, fokussiert sich die Studentin auf ihre Ziele. "Außerdem gibt mir der Sport viel mehr als er mir nimmt", sagt Gumpinger, die mit dem Umzug nach Wien auch ihren Trainingsschwerpunkt dorthin verlagert hat. Sechs bis acht Einheiten pro Woche absolviert die 18-Jährige. Oft allein und zweimal pro Woche mit ihrem Trainer. Dazwischen hat sie drei bis vier Wochen Pause – im Jahr. Diese "Sport-Unterbrechungen" nützt die Zellerin, um zu reisen, sich mit Freunden zu treffen oder gemütlichen Tag daheim zu verbringen. Die Füße länger stillhalten kann sie nicht.

Während Petra Gumpinger sportlich nach vorne prescht, ist sie privat eher ruhig. Zumindest am Anfang. "Wenn ich Leute dann besser kenne, taue ich auf und bin durchaus lustig", beschreibt sich die Zellerin selbst. Ihre emotionalste Erinnerung hat die 18-Jährige an ein Rennen im Jahr 2017. "Es war in diesem Jahr mein erster Freiluft-Wettkampf über 800 Meter. Dort bin ich in 2:09,96 Minuten gleich Bestzeit gelaufen. Ein Kollege von mir hat damals das Tempo gemacht und ich habe mich nur auf ihn konzentriert. Deshalb habe ich zunächst gar nicht gemerkt, wie schnell ich eigentlich bin. Als ich über die Ziellinie erreicht und meine Zeit gesehen habe, war das ein toller Moment. Aber ich war auch so fertig, ich hätte keinen Schritt weiterlaufen können."

Harte Arbeit

Trotz der vielen Erfolge, die sich in den vergangenen Jahren auf dem Konto von Petra Gumpinger angesammelt haben, kann die 18-Jährige ihre Nervosität vor einem Wettkampf nicht ganz abschütteln. "Meistens gehe ich vor dem Startschuss viel herum. So versuche ich mich abzulenken. Vor allem bei großen Veranstaltungen wie Staatsmeisterschaften", sagt Gumpinger. Diese Unruhe rührt nicht von den Zuschauern her. "Es ist echt schade, dass es in Österreich so wenig Interesse an der Leichtathletik gibt. Selbst bei Staatsmeisterschaften sind kaum Zuschauer. Dabei wäre eine gute Stimmung für uns Athleten so wichtig. Das motiviert ungemein." Auch saftige Prämien gibt es – wie in anderen Sportarten – in der Leichtathletik nicht. "Manchmal ist es schon ein bisschen irritierend, wie viel Geld in den Fußball oder den Skisport investiert wird. Aber damit müssen wir uns abfinden. Ich mag meinen Sport, ganz unabhängig vom Geld", sagt Gumpinger.

Wie viel ihr die Leichtathletik bedeutet, will die Zellerin heuer nicht nur bei der U20-Europameisterschaft in Schweden, sondern auch beim "Heim-Meeting" im Sommer in Andorf unter Beweis stellen. "Die Bestätigung des EM-Limits ist mein Hauptziel. Auf das Laufmeeting in Andorf freue ich mich aber genauso. Es ist ein ganz besonderes Gefühl dort zu laufen, wo ich sonst immer trainiere", sagt Petra Gumpinger, die es eigentlich vorzieht, wenn ihr Familie und Freunde bei Wettkämpfen nicht auf die Beine schauen. "Aber beim Meeting in Andorf mache ich da gerne eine Ausnahme."

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Artikel Elisabeth Ertl 21. Februar 2019 - 09:04 Uhr
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