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Innviertel

Wie aus einem privaten Blog ein Buch wurde ...

Von Diana Weidlinger   19. Juli 2015 08:00 Uhr

Wie aus einem privaten Blog ein Buch wurde ...
Die 37-jährige Eva-Maria Dullinger mit ihrem Erstlingswerk "Na Eve?"

SCHARDENBERG. Die gebürtige Schardenbergerin Eva-Maria Dullinger stellt am Samstag, 18. Juli, in Andorf ihr Buch "Na Eve?" vor.

"Fifty Shades of Grey" und "Feuchtgebiete" bekommen Konkurrenz aus dem Innviertel: Eva-Maria Dullinger nimmt in ihrem ersten Buch "Na Eve?" kein Blatt vor den Mund und schreibt sich ihre Fantasien und Träume von der Seele. Dass es sich bei ihrem Erstlingswerk jedoch um mehr als um erotische Trivialliteratur handelt, hebt die 37-Jährige hervor: "Der Leser findet sich in einem wilden Mix aus alten Tagebucheinträgen, Alltagssituationen, Einblicken in die Arbeitswelt einer Filmschaffenden, Gesellschaftskritik und Gedankengängen querbeet wieder."

Ursprünglich waren Dullingers Niederschriften jedoch nicht als Buch, sondern als persönliches Schreibprojekt auf dem Internetportal MySpace konzipiert. "Die Blogeinträge waren eigentlich nur als Countdown zu meinem Dreißiger angelegt. Aufgrund einer stetig wachsenden Leserschaft hat sich meine Reise zum Ich aber irgendwann verselbstständigt und ich habe einfach weitergeschrieben." Durch das Schreiben habe sie gewisse Themen schließlich aufarbeiten können und ihr Leben auf den Kopf gestellt. "Ich habe mich 2007 beruflich in einer ziemlichen Sinnkrise befunden – man kann es auch Midlife-Crisis nennen. Durch mein Mitwirken beim Film hatte ich teilweise 70- bis 90-Stunden-Wochen, was mir jegliche Kraft genommen hat und mich an allem Zweifeln ließ", schildert Dullinger. Mittlerweile hat sie sich in der Filmbranche rar gemacht und sich zum landwirtschaftlichen Facharbeiter ausbilden lassen.

Nicht kindgerecht

Wie gewisse inhaltliche Beschreibungen bereits vermuten lassen, empfiehlt sich für die Lektüre ihres Buches ein Mindestalter von 18 Jahren. "Der offene Umgang mit Sexualität und die teils doch sehr aggressive Sprache schließt Kinder als Zielgruppe auf jeden Fall aus. Für manche Aspekte braucht man auch einfach das richtige Alter, um sie überhaupt nachvollziehen zu können – da ist vielleicht auch Anfang 20 zu jung", so Dullinger. Schön finde sie jedoch, dass es nach oben hin keine Altersgrenze unter der Leserschaft gebe: "Eine 75-jährige Leserin hat mir als Feedback gegeben, dass mein Buch einen super Einblick in die Wünsche und Ängste der jüngeren Generation vermittle."

"Der Mensch entwickelt sich"

Auf die Frage, ob sie heute noch so wie damals schreiben würde, antwortet die mittlerweile 37-Jährige mit einem klaren Nein: "Ich bin die Summe meiner Vergangenheit. Die Zeit rund um meinen 30er kennzeichnete den Beginn einer sehr turbulenten Zeit. Ich war völlig überarbeitet, was sich in Verfassung und Sprache widergespiegelt hat. Viele der Themen von damals sind nicht mehr die Themen von heute. Dennoch stehe ich voll und ganz hinter dieser Lebensphase."

Angst vor negativer Kritik?

Auch wenn der Titel ihres Buches ein Wortspiel mit ihrem Namen und einer Charaktereigenschaft ist, ist Dullinger in diesem Kontext nicht so naiv zu glauben, dass sie nur positive Kritik ernten wird. "Es steht außer Frage, dass es Menschen geben wird, die meine oftmals schamlose Ausdrucksweise abstoßend finden. Wenn ich sagen würde, dass mich das kalt lässt, wäre das gelogen. Hätte ich mich aber selbst zensiert, hätte ich mich selbst verleugnet. Leben und leben lassen, lautet daher meine Devise."

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