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Von wegen außerordentliche Schülerin: Ausschließlich "sehr gut" für Lejla

RIED. Im Semesterzeugnis wurde das Mädchen wegen vermeintlicher Sprachdefizite nicht beurteilt.

Von wegen außerordentliche Schülerin: Ausschließlich "sehr gut" für Lejla

Hat allen Grund zur Freude: die siebenjährige Lejla Ibrahimovic Bild:

Lejla Ibrahimovic aus Ried ist glücklich und fröhlich. Kein Wunder, vor einer Woche haben die Sommerferien für das siebenjährige Mädchen begonnen, demnächst steht ein zweiwöchiger Urlaub bei Oma und Opa in Bosnien-Herzegowina auf dem Programm.

Einer der Gründe für die Unbeschwertheit des aufgeweckten Mädchens ist ihr Jahreszeugnis als Schülerin der 1a der Volksschule Ried. In allen Fächern wurde Lejla mit einem "sehr gut" benotet.

Für Außenstehende vielleicht erstaunlich, denn im Semesterzeugnis wurde das Mädchen, deren Mutter 1992 wegen des Krieges in ihrer Heimat Bosnien flüchten musste, als "außerordentliche Schülerin" bewertet – wegen vermeintlicher mangelnder Sprachkenntnisse. Die Aufregung nach einem OÖN-Bericht über die Vorgehensweise war groß, schließlich spricht die Siebenjährige, die in Österreich geboren ist, völlig akzentfrei Deutsch. Lediglich für die Teilnahme am islamischen Religionsunterricht wurde das Mädchen mit einem "sehr gut" beurteilt.

"Ich war total nervös, weil ich mir nicht sicher war, ob sie wirklich als ganz normale Schülerin geführt wird", sagt Mutter Ismeta Ibrahimovic. Allerdings hatte Bezirksschulinspektor Wolfgang Schatzl nach Bekanntwerden des Falles bereits im März angekündigt, dass das Mädchen ab sofort als ordentliche Schülerin geführt werde.

Freude und Erleichterung

Nach der Zeugnisvergabe sei Lejla freudestrahlend mit dem Jahreszeugnis aus dem Schulgebäude gelaufen. "Die Freude und Erleichterung war bei uns allen riesengroß. Der Einsatz und die Entscheidung, mit der Nicht-Beurteilung an die Öffentlichkeit zu gehen, haben sich ausgezahlt", sagt die Mutter und fügt hinzu: "So weit ich weiß, hat sich durch diesen Fall die Situation auch bei einigen anderen Schülern, die auch nicht beurteilt wurden, geändert."

Lejla freut sich jetzt auf die freien Tage mit ihrer Familie, Probleme in der Klasse oder mit den Lehrern habe sie keine gehabt. "Alle waren immer total nett zu mir", sagt die Siebenjährige. Auf die Frage nach den Lieblingsfächern antwortet sie mit einem Grinsen: "Rechnen und die Pausen."

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Artikel Thomas Streif 13. Juli 2018 - 05:04 Uhr
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