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Innviertel

Verein kritisiert Schlamperei von Historikern

16. Juni 2014 00:04 Uhr

Florian Kotanko
Florian Kotanko

BRAUNAU. Ehe der eigentliche Themenabend – siehe Aufmacher – startete, zeigte Florian Kotanko die Pläne und Absichten des Stadtvereins Braunau auf und ging hart mit Historikern ins Gericht.

"Unser Interesse besteht darin, faktenbasiert auf Vorstellungen einzugehen, sie zu bestätigen oder sie zu entkräften."

Anhand einiger Beispiel verdeutlichte Kotanko, wie sich Fehler in der Geschichtsschreibung über mehrere Jahrzehnte hartnäckig behaupten. So habe etwa der renommierte Historiker John Towland 1977 über die Trauung von Alois und Klara Hitler, den Eltern von Adolf Hitler, im "Gasthaus zum Pommer" geschrieben. Tatsächlich sei das zwar die Adresse, aber nicht der Trauungsort des Brautpaares gewesen. "Ein Blick in die Taufmatrikel der Stadtpfarre hätte genügt, um diesen Irrtum zu vermeiden."

"Keiner schaut ins Grundbuch"

Selbst bei neueren Erscheinungen gebe es literarische Unschärfen. Schlampige Recherche wirft Kotanko auch Ullrich Volker in dessen Buch "Die Jahre des Aufstiegs" vor. Dieser habe ebenfalls über das "Gasthaus zum Pommer" in der Salzburger Vorstadt 219 in Braunau geschrieben, obwohl es die Straße und den Namen des Gasthauses damals unter dieser Bezeichnung gar nicht gegeben habe.

"Hier zitiert ein Historiker den anderen, und keiner schaut ins Grundbuch. Alle meinen dann, dass es so gewesen sei, wie es die Geschichtsschreiber Glauben machen", so Kotanko.

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