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Ungarische Neonazis touren durch das Innviertel

Von nachrichten.at   10.August 2015

Hitler-Geburtshaus kommt als Quartier für Asylwerber nicht näher in Betracht
Hitler-Geburtshaus in Braunau

In den kommenden Tagen will die ungarische Sektion des internationalen Neonazi-Netzwerks „Blood & Honour“ von Budapest aus starten und in Österreich und Bayern Orte mit NS-Vergangenheit besuchen.

Als erster Zwischenstopp ist am 13. August ein Besuch der Akademie der Bildenden Künste in Wien geplant – also derjenigen Universität, die im Jahr 1907 Adolf Hitler abgewiesen hatte. Bei einem Besuch des Militärmuseums im niederösterreichischen Sonntagberg wollen sich die Neonazis die Uniformen und Ausrüstung der NS-Wehrmacht ansehen.

"Abendspaziergang in Braunau"

Das Tagesziel soll Hitlers Geburtsstadt Braunau am Inn zu sein, dort steht ein "Abendspaziergang" mit anschließender Übernachtung am Programm der Rechtsextremen. An den darauffolgenden Tagen wollen die „Blood & Honour“- Mitglieder noch Halt in Landshut, Nürnberg, München und Berchtesgaden machen, bevor es dann wieder zurück nach Budapest gehen soll. Gegen die geplante Tour haben Gegner bereits im April in Braunau demonstriert. 

Das Bündnis „braunau gegen rechts“ fordert die Behörden zum konsequenten Handeln auf. Eine Durchreise des als besonders gefährlich eingestuften und in Deutschland längst verbotenen Neonazi-Netzwerks durch Österreich und Bayern müsse unter allen Umständen verhindert werden, heißt es in einer Aussendung. „Auf das Konto des weltweit agierenden 'Blood & Honour'-Netzwerks gehen Morde, Anschläge und Überfälle. Mit 'Combat 18' verfügen die Neonazis sogar über einen bewaffneten Arm“, sagtRaffael Schöberl, Sprecher des Bündnisses „braunau gegen rechts“, die Gewaltbereitschaft der sich ankündigenden Neonazis.

Auch der Landesvorsitzende des KZ-Verband/VdA Oberösterreich, Harald Grünn fordert die Sicherheitsbehörden zum raschen Handeln auf, um das geplante ungarische "Neonazi-Treiben" zu unterbinden. 

 

"Blood and Honour" ist ein internationales Netzwerk, das es sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, neonazistische Musikgruppen miteinander zu koordinieren und verbotene NS-Propaganda zu verbreiten. Weltweit ist von bis zu 10.000 Mitgliedern auszugehen. Der Name des Netzwerks hat zudem eindeutigen Bezug auf die historische NSDAP. Die Worte "Blut und Ehre" waren auf den Fahrtenmessern der Hitlerjugend eingraviert und die Nürnberger Rassengesetze wurden offiziell "Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre" genannt.

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