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"Romy war ein ganz natürliches Dirndl"

MAUERKIRCHEN. Romy Schneider wäre in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Die Mauerkirchnerin Ingrid Wimmer war mit ihr zusammen im Internat im Schloss Goldenstein in Elsbethen.

"Romy war ein ganz natürliches Dirndl"

Ingrid Wimmer besitzt eine erstaunliche Romy-Sammlung. Bild: budi

Erinnerungen sind Puzzleteile unseres Lebens. Das Bild am Ende resultiert aus unseren Entscheidungen. Romy Schneiders Leben begann ambitioniert. Früh brachte sie es als Sissi-Darstellerin zu großem Ruhm. Gewann zahlreiche Preise. Was folgte, waren zwei Ehen, Alkohol- und Tablettensucht, Veruntreuung ihres Vermögens, der Tod ihres Sohnes und ihr eigener mystischer Tod. In diesem Jahr wäre sie 80 geworden. Ingrid Wimmer aus Mauerkirchen besuchte mit ihr zusammen das Mädcheninternat im Schloss Goldenstein. Sie blickt zurück auf zwei Lebensbilder, die sich konträr entwickelt haben.

Ein natürliches Dirndl

1949 betritt ein süßes, zierliches Mädchen die private Hauptschule des Schlosses Goldenstein. Rosemarie Albach, später bekannt als Romy Schneider, wird eines von 64 Mädchen der Klosterschule sein. Trotz strenger Erziehung und Nahrungsmangel etablierte sich eine starke Gemeinschaft. "Wir hielten alle zusammen. Romy war ein ganz natürliches Dirndl. Hat sich nicht von uns unterschieden. Weder vom Verhalten noch von der Kleidung", erinnert sich Ingrid Wimmer. Romy schlief in einem Rittersaal mit 20 weiteren Mädchen im Raum. Sie wuchs mit denselben Gepflogenheiten auf, wie alle anderen Mädchen. Ab und zu besuchte sie ihre Mutter Magda Schneider. "Jessas na - da haben wir alle geschaut. Wir haben sie auf der Stiege getroffen. Anschließend hat uns Romy ein Bild von ihr geschenkt", sagt Ingrid Wimmer mit einem stolzen Lächeln. Zu Romys Geburtstag brachte ihr der Vater Wolf Retty eine Bonbonniere. Gefüllt mit Pralinen. "Es war etwas Besonderes. So etwas haben wir noch nie zuvor gesehen."

Ewige Verbundenheit

1953 schloss Romy Schneider die Klosterschule ab und wurde nur zwei Jahre später als Sissi-Darstellerin weltberühmt. Ingrid Wimmer absolvierte eine Lehre als Drogistin in Kitzbühel. Dort begegneten sie sich auf einer Mitternachtsmesse. "Ich war erzogen worden, dass man niemanden anspricht. Obwohl ich sie ja kannte, bin ich nicht auf sie zugegangen. Das bereue ich." Die Wege gingen anschließend weit auseinander. Losgelassen hat sie das Leben von Romy Schneider jedoch nie. Ingrid Wimmer besitzt eine erstaunliche Sammlung aus Bildern, Zeitungsartikeln und Büchern. Neben der Leitung von Drogeriefilialen in Mauerkirchen, Uttendorf und Mattighofen hat sie mit Romy mitgelitten. Ihre Metamorphose von "brav" zu "lüstern" verwunderte sie nicht: "Das Zeigen von nackter Haut nahm zu dieser Zeit bereits zu. Die Klosterschule war kurz empört, aber auch das legte sich. Wir haben es ihr gegönnt. Keiner war jemals neidisch auf sie."

Ein trauriges Leben

Romy Schneider kaufte später den ersten Fernseher für die Schule in Goldenstein. "Romy hatte ein trauriges Leben. Man kann schon sagen: Mein Gott wie glücklich bin ich. Ich habe das und das nicht erfahren müssen wie sie", erzählt die 82-jährige Ingrid Wimmer und streichelt nostalgisch ihr Stammbuch. In diesem hat sich Romy mit einer Nachricht verewigt. Unbestritten hat Romy Schneider eine Generation geprägt. Für sie verweilt sie in ihrer Erinnerung, als unvergessenes Idol.

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Artikel Mirko Budimirovic 09. November 2018 - 07:04 Uhr
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