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Innviertel

Randgemeinden im Bauboom: Gegen die Landflucht der Jugend

Von Valentina Dirmaier   29. Oktober 2015 02:15 Uhr

Randgemeinden im Bauboom: Gegen die Landflucht der Jugend

FRANKING, SANKT RADEGUND, LOCHEN, PFAFFSTÄTT, HAIGERMOOS. Einige Braunauer Gemeinden lassen Wohnbauten sprießen, andere setzen auf Privatbau.

Wer die Homepage der Gemeinde St. Radegund im Internet aufruft, dem wird sofort auffallen, dass in der westlichsten Gemeinde von Oberösterreich dem Wohnen ein enormer Stellenwert eingeräumt wird: Neubauwohnungen und private Wohnungen werden angepriesen. Zudem wird über eine Doppelhausanlage informiert, die bald errichtet werden soll.

In der Kleingemeinde tut sich etwas. Zu Recht, sagen die Drahtzieher: Die Gemeinde, die seit Jahren darum kämpft, Wohnraum mit gemeinnützigen Wohnbauträgern zu schaffen, folgt damit ihrem Bestreben, Bürger in der Gemeinde zu halten. Um der Landflucht entgegenzuwirken. "Wir wollen die jungen Leute im Ort halten. Wir sind eine ländliche Gemeinde, in der es hauptsächlich Einfamilienhäuser und landwirtschaftliche Betriebe gibt. Wenn keine Wohnungen für die Jungen zur Verfügung stehen, ziehen sie ab und kommen oft nicht mehr zurück", sagt Monika Graf, Gemeindebedienstete in St. Radegund.

Anfang Oktober konnten die Mieter der zwei Wohnanlagen mit je acht Mietwohnungen ihre Schlüssel von der Innviertler Gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft GmbH, kurz ISG, entgegennehmen. Die Miete samt Betriebskosten liegt bei 7,5 Euro pro Quadratmeter.

"Der Bürgermeister hat wirklich lange bei uns angeklopft. Ich war immer sehr skeptisch, ob es genug Interessenten gibt. Aber das erste Haus war sofort voll", sagt Herwig Pernsteiner. Der ISG-Direktor will auch in den kommenden Jahren im Bezirk kräftig investieren, konkrete Projekte will er noch nicht nennen. "Der Bezirk Braunau wird weiter wachsen, im Gegensatz zu anderen Regionen im Innviertel, wie der Sauwald", sagt Herwig Pernsteiner.

Kräftig im Wohnbau mitmischen will auch die Gemeinde Lochen, wo in Kürze zwölf Wohnungen fertiggestellt werden. Ein weiterer Block mit einer ähnlichen Einheit soll im kommenden Jahr entstehen, sagt Lochens Amtsleiterin Maria Dorfinger.

Auch der Tourismusort Franking geht ähnliche Wege. Zehn Mietwohnungen, die vom Land gefördert werden, wurden im Frühjahr bezogen. "Die waren sofort weg. In dieser Amtsperiode sollen weitere Bauten entstehen", sagt Bürgermeister Josef Lasser. Seine Ambition ist ebenfalls, die Jugend in der Region zu halten. Interessenten hätten sich auch aus Nachbargemeinden wie Haigermoos gemeldet, wo es keine öffentlichen Wohnbauten gibt. "Leider. Es war geplant, dass auch in unserer Gemeinde Wohnungen gebaut werden, das Projekt wurde aber hintangestellt", sagt Amtsleiter Hannes Meßner. In der 630-Einwohner-Gemeinde sind lediglich Baugründe zu verkaufen. Für etwa 70 Euro pro Quadratmeter.

Zu ähnlichen Preisen wird das Bauland in Pfaffstätt verkauft. In der finanzstarken Kommune ist es um öffentliche Wohnungen hingegen minimal bestellt. "Bei uns geht der Trend eher zu Eigenheimen. Wir erleben einen relativ großen Bauboom", sagt Amtsleiterin Sabine Gärtner.

Die Preise bleiben stabil

Was die Mietkosten betrifft, sind die Preise im Bezirk stabil, sagt Christian Haidinger. Die Grundstückspreise – so der Geschäftsführer von Remax-Immobilien – würden von knapp über 20 Euro an der Grenze zum Bezirk Ried bis hin zu über hundert Euro liegen. "Die Hotspots sind die Stadt Braunau, Perwang, Lochen und Hochburg-Ach, gegenüber der Burg von Burghausen", sagt Haidinger.

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