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Modern die Geschichte erkunden

BRAUNAU. Braunau History Go App: Acht besondere Stätten im Bezirk Braunau online verbunden – Bilder, Texte und Wegbeschreibung zu zeitgeschichtlich relevanten Schwerpunkten.

Modern die Geschichte erkunden

Projektprotagonisten vor dem Wertheimer-Denkmal in Ranshofen Bild: (08-17, mora, OÖN)

Fachleute und Gemeinden haben intensiv zusammengearbeitet, herausgekommen ist eine App, die junge Menschen, die Bevölkerung vor Ort und Touristen zu acht Stätten im Bezirk führt, die zeitgeschichtlich interessant sind. Das einseitige Image des Bezirks mit Fakten zurechtzurücken, aber auch nichts zu verschweigen, ist die Absicht der Initiatoren.

Der Stadtverein Braunau ist federführend. Obmann Ingo Engel stellt klar, dass dem Verein nicht nur das optische Erscheinungsbild der Altstadt ein Anliegen ist, sondern auch die geistige Stadtbildpflege. Florian Kotanko, Historiker und Obmann des Vereins für Zeitgeschichte, hat das Projekt fachlich betreut und auch auf das Wissen des Schriftstellers Ludwig Laher aus St. Pantaleon und des Heimatforschers Herbert Brand–stetter aus Mauerkirchen zurückgegriffen. Die technische Realisierung der App, die sich auch der Augmented-Reality-Technologie bedient, stammt von Erich Marschall. Und bei der Finanzierung hat die Leader-Region Oberinnviertel-Mattigtal eine große Rolle gespielt, Gemeinden und Land fördern das Projekt auch.

Zu Orten der Erinnerung

Acht Stationen hat der Weg. Auf der App findet der User zu jedem Erinnerungsort Bilder und Texte, die er lesen oder anhören kann. Die Navigation führt direkt hin. "Wir wollten faktenbasiert den Vorurteilen etwas entgegensetzen", erklärt Kotanko die Motivation und betont, dass Zeitgeschichte die inhaltliche Klammer ist. Ausgangspunkt ist die Innbrücke in Braunau, die 1945 auf Befehl der Nazis gesprengt und dann als grenzüberschreitendes Projekt wieder aufgebaut wurde. Nur wenige Meter weiter ist die zweite Station, das Geburtshaus von Adolf Hitler und der Mahnstein davor. In Ranshofen geht es um Egon Ranshofen-Wertheimer, der bei den Vereinten Nationen tätig war. In Überackern steht ein Gedenkstein für die Tausenden von Kriegsgefangenen, die 1945 im Wald lagerten.

In St. Radegund geht es natürlich um den Wehrdienstverweigerer und Seligen Franz Jägerstätter. Ein Mahnmal für die Opfer der NS-Lager Weyer, das im Gemeindegebiet von Haigermoos lag, steht in St. Pantaleon. Im Mauerkirchner Maria-Hafner-Park geht es um den ehrenamtlichen, unermüdlichen Einsatz der Rotkreuzhelferin zu Kriegsende. Das Mattigtaler Heckenlabyrinth der Menschenrechte, gestaltet von Norbert Knoll, ist in die Gegenwart reichender Abschluss des Wegs.

Doch es gibt bereits Erweiterungswünsche, die Einbeziehung des Kriegerfriedhofs in St. Florian zum Beispiel, den bis heute Hinterbliebene besuchen. Ins Auge gefasst wird auch, die Texte auf Englisch anzubieten. "Es ist ein einzigartiger Bildungsspaziergang, das Projekt trägt zur positiven Entwicklung des Friedensbezirks Braunau bei", freut sich Bezirkshauptmann Georg Wojak über die Initiative.

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Artikel Monika Raschhofer 08. November 2018 - 07:04 Uhr
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