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Innviertel

Masern: "Aufregung ist gerechtfertigt, weil Krankheit hochansteckend ist"

Von Valentina Dirmaier   26. Februar 2015 20:59 Uhr

Masern: "Aufregung ist gerechtfertigt, weil die Krankheit hochansteckend ist"
Immer weniger Kinder werden gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft.

INNVIERTEL. Impfmüdigkeit: Im Innviertel sind Masernansteckungen derzeit gering. Mediziner warnen vor Zunahme, weil vor allem Erwachsene, aber auch viele Kinder nicht immunisiert sind.

"Masernerkrankungen sind derzeit in Österreich ausgesprochen selten", heißt es seitens des Krankenhauses St. Josef in Braunau, wo Anfang des Monats innerhalb des Krankenhauspersonals ein Masern-Fall aufgetreten ist (Bericht unten). Aber: "Die Gefahr besteht, dass durch die Impfmüdigkeit in der Bevölkerung wieder gehäuft Masernerkrankungen auftreten, wie aktuell in Berlin und München", mahnt Krankenhaus-Sprecher Wolfgang Marschall.

Auch im Krankenhaus Ried weiß man um den Ernst der Lage: "Masernepidemien sind in Europa seit 2010 stark zunehmend", sagt Primar Andreas Wimmer. Der Mediziner warnt, dass ungeimpfte Personen damit rechnen müssen, an Masern zu erkranken. Und: Je höher das Alter des Infizierten, desto schwerer verläuft die Masernerkrankung, warnt Wimmer.

"Wir merken auch bei uns auf der Kinderabteilung, dass immer weniger Kinder geimpft sind, auch wenn derzeit noch eine überwiegende Mehrheit der Eltern ihre Kinder impfen lässt. Viele Kinder sind nur unvollständig geimpft, oder eine begonnene Impfung wurde nicht abgeschlossen. Nur jene, die gegen Masern zwei Mal geimpft sind, brauchen sich vor einer Epidemie nicht fürchten", warnt Primar Andreas Wimmer.

Viele Eltern seien verunsichert, da das Thema Impfung auf Nebenwirkungen und Komplikationen reduziert wird. Sehr klar positioniert sich der Braunauer Bezirksärzte-Vertreter Kurt Roitner: "Ich bin ein absoluter Befürworter dieser Impfung, weil der Verlauf sehr kritisch sein kann." Der Allgemeinmediziner spricht auch die kombinierte Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln durch die MMR-Impfung an. Es gehe nicht nur um die Verhinderung einer Ausbreitung von Masern. Sondern auch schwerwiegende Folgen, die solche Infektionskrankheiten auslösen: Beispielsweise können Missbildungen bei Babies auftreten, wenn sich Frauen während der Schwangerschaft mit Röteln anstecken.

"Die Aufregung, die durch den Tod eines Kleinkindes, das an Masern erkrankt war, ausgelöst wurde, ist berechtigt", stellt die Amtsärztin des Bezirkes Ried, Amanda Leodolter, klar und fügt hinzu: "Es schadet nicht, dass die Leute jetzt wachgerüttelt werden." Denn zum einen seien Masern hochansteckend, bereits ein geringfügiger Kontakt zu Infizierten reiche aus, um sich anzustecken. Zum anderen bestehen noch immer sogenannte Impflücken. "Den Herdenschutz haben wir im Bezirk Ried nicht. Die 90 Prozent erreichen wir nicht, obwohl der Impfschutz seit einigen Jahren kostenlos angeboten wird", sagt Leodolter.

Es besteht die Möglichkeit, sich kostenlos bei der Bezirkshauptmannschaft impfen zu lassen. Wer nur einen Teil der Impfung intus hat, hat ebenfalls die Möglichkeit, sich nachimpfen zu lassen, sagt die Ärztin. In der BH Ried, bestätigt Leodolter, ist derzeit keine Meldung über eine Erkrankung eingegangen. Auch in Braunau liegt in dieser Woche laut Amtsärztin Caroline Neuländer kein Masernfall vor.

Im Bezirk Schärding gibt es vereinzelt Infektionen, erklärt der zuständige Arzt der Behörde, Josef Froschauer. "Das ist aber keine Problematik und nicht vergleichbar mit der Situation in Deutschland. Aber die Anzahl nimmt auch bei uns zu", erklärt Froschauer.

Meldungen an Behörde

Er werde hauptsächlich durch Meldungen von Hausärzten über die meldepflichtige Infektionskrankheit informiert. "Wir als Behörde schalten uns dann ein, um die Kontaktpersonen zu eruieren, aufzuklären und eine Ausbreitung zu verhindern", sagt Froschauer.

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