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Ihr neues Album ist ein Rätsel

HANDENBERG, WIEN. Die gebürtige Handenberger Pop-Künstlerin ist vom Mysteriösen fasziniert.

   Bild: Agnes Slupek

Man könnte sagen, Mary Broadcast schreibt ihre Songs im Schlaf. Ihre Träume versorgen sie mit Material für neue Lieder. So spielt etwa eine nächtliche Begegnung mit dem Wolf eine tragende Rolle für den gleichnamigen Songtitel. Mary Broadcast heißt mit bürgerlichem Namen Maria Aichberger, stammt aus Handenberg, ist mit ihrer Band international erfolgreich und fasziniert vom Mysteriösen. Diese Faszination lebt sie in ihrem neuen Album „SVINX“ mit „v“ statt „ph“, das morgen erscheint.

Hat Ihre Svinx etwas mit der Sphinx zu tun?

Ja, mit der griechischen. In dieser Mythologie saß die Sphinx auf einem Berg und gab den Reisenden ein immer gleiches Rätsel auf, das sie aber nie lösen konnten. Die Reisenden wurden deswegen alle von der Sphinx umgebracht. Dieser Spuk fand erst mit Ödipus sein Ende, denn er kam auf die Lösung: Sie war der Mensch. Die Sphinx stürzte sich daraufhin vom Felsen und starb. Auf dem Album „SVINX“ versuche ich, typische Themen der Menschen zu erforschen, kann diese Rätsel aber nie ganz auflösen.

Sehen Sie sich als Löwin?

Die Sphinx war halb Frau, halb Löwin, jedenfalls ein starkes Wesen, sie war rätselhaft und mystisch. Auch ich habe eine gewisse Stärke in mir, ich bin ebenfalls rätselhaft, habe einen Hang zur Mystik und zu einer Tiefe unter der Oberfläche.

Ihre Lieder klingen stark und sanft zugleich – Sie denken auch oft in Gegensätzen, richtig?

Ich bin ein einziger Gegensatz, ein Rätsel! Für mich und meine Mitmenschen. Ich bin stark, aber auch schwach, ruhig, aber wie ein Wirbelwind, brauche die Stadt aber auch meinen Garten, brauche die Freiheit, aber auch die Liebe und Geborgenheit.

Das Lied „Wolf“ ist wunderschön. Warum haben Sie sich für das Krafttier entschieden?

Der Wolf ist mir im Traum erschienen. Sehr viele meiner Lieder entstehen wegen meiner Träume. Ich träume viel und die Träume lassen mich lange nicht los. An den Traum mit dem Wolf kann ich mich noch heute genau erinnern. Ich denke, Träume wollen uns etwas sagen. In diesem Fall zeigte mir der Wolf, dass ich die Einsamkeit brauche und suchen soll, um Ruhe zu finden. Der Song „Wolf“ wurde dann ein Lied über die Einsamkeit, die ich immer wieder sehr schätze.

Sie schreiben Ihre Träume in ein Tagebuch – deuten Sie sie auch?

Seit Jahren schreibe ich wichtige Träume auf, einfach weil ich es spannend finde, sie immer wieder zu lesen. Ich deute jeden Traum, wenn ich ein Detail besonders spannend finde, schlage ich nach, wofür dieses Symbol in der Traumdeutung steht. Spannend ist auch, dass Kulturkreise Träume unterschiedlich deuten. Man kann sich also viel aus Traumdeutungen herausholen.

Sie sind eine unermüdliche Kämpferin für Menschlichkeit und sehr engagiert. Fühlen Sie sich als Künstlerin verantwortlich, politisch zu sein und zu handeln?

Ja durchaus. Ich konnte noch nie wegsehen, wenn Unrecht passiert. Insofern kann ich diese Seite nicht von meiner Bühnenpersönlichkeit fernhalten. Ich würde auch ohne mein Bühnendasein politisch engagiert sein. Das einzige, was wirklich zählt, ist Menschlichkeit. Dafür kämpfe ich.

Sie stehen seit 13 Jahren auf der Bühne, mit dem Vorgängeralbum gelang Ihnen der Sprung in die Internationalität: Ziel erreicht?

Ich denke nicht, ich bin ja noch jung, ich möchte noch einiges erreichen, bestimmte Bühnen, Hallen bespielen, noch mehr Publikum haben, mich musikalisch austoben. Auf „SVINX“ habe ich neue Dinge ausprobiert und die nächsten Songs werden noch tiefer gehen, das weiß ich jetzt schon. Popmusik ist so unendlich groß und veränderbar, das macht Spaß. Musik ist ein großes, weites Feld, ein eigenes Universum, es gibt so vieles, das ich musikalisch noch machen möchte. Ich liebe die Möglichkeit, mich musikalisch zu verändern.

Gibt es einmal ein Heimkonzert?

Ja, aber einen konkreten Termin gibt es noch nicht. Vorher spielen wir am 8. Juni im Linzer Musikpavillion.

 

Das Album „SVINX“ der Mary Broadcast-Band ist ab 18. Mai auf allen Internetplattformen digital, bei „Between Music“ und ihren Konzerten erhältlich.

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Artikel Marina Mayrböck 19. Mai 2018 - 07:48 Uhr
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