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Herzinfarkt-Hochburg: Modernstes Diagnosegerät dennoch abgedreht

26.Januar 2010

Herzinfarkt-Hochburg: Modernstes Diagnosegerät dennoch abgedreht
Gerätschaft ist bereits vorhanden, nach „Probebetrieb“ muss Rieder Koronarangiografie jedoch in die Warteschleife.

Die Koronarangiografie gilt als modernste Methode, die Herzinfarktgefahr einzuschätzen und bei Bedarf verengte Gefäße aufzudehnen. In Oberösterreich gibt es laut Expertenstudie zwar genügend Herzkathetergeräte, allerdings sind die Geräte geografisch ungleich verteilt – sprich im Zentralraum versammelt.

Lange wurde angesichts hoher Kosten für den personellen Betrieb gezögert, kurz vor der Landtagswahl schien der Durchbruch geglückt: Die Landespolitik signalisierte Zustimmung zu einem Koronarangiografiestandort Ried. Das Krankenhaus ging offenbar in Sachen Genehmigung von einem Formalakt aus und startete einen „Probebetrieb“. Dieser stieß in Linz, wie berichtet, auf Missfallen. Die Gesundheitsabteilung des Landes hat das Krankenhaus jedenfalls zu einer Stellungnahme aufgefordert. Als letzte Konsequenz wurde das Nichtabgelten von Untersuchungen ins Spiel gebracht. Kompromissvorschläge stießen offenbar auf taube Ohren. Die Abteilung im Krankenhaus Ried ist mittlerweile „außer Betrieb“. Wie es weitergeht, sei völlig offen, so ein Insider, der auf geänderte politische Konstellationen verweist.

87 Prozent mehr Sterbefälle

Während im Hintergrund gerungen wird, bescheinigt die Statistik im Innviertel Handlungsbedarf. Innerhalb von zwei Jahren starben laut Statistik Austria im Innviertel 360 Menschen an akutem Herzinfarkt, in der Stadt Linz waren es 167 Fälle: Bereinigt um die unterschiedliche Einwohnerzahl sind im Innviertel um 87 Prozent mehr Todesfälle durch akuten Herzinfarkt zu beklagen als in Linz, wo sich gleich mehrere Koronarangiografien befinden. Ein Teil der Erklärung für das eklatante Gefälle lasse sich in unterschiedlicher Ernährung suchen, so ein Experte. In ländlicheren Gebieten wie dem Innviertel werde fettreicher gegessen. Unabhängig von den Ursachen sei es jedoch nicht schlüssig, dass die Versorgung mit moderner Herz-Diagnoseeinrichtung ausgerechnet in einer Region mit hoher Akutinfarktsterberate nachhinkt – obwohl die Gerätschaft bereits vor Ort ist.

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