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Die Not der Kinder im Krieg: Studentin auf Spurensuche

HANDENBERG. Annette Pommer schreibt über die Kinderverschickung 1918.

Die Not der Kinder im Krieg: Studentin auf Spurensuche

Ungarische Kinder bei der Verschickung mittels Zug. Bild: Budapest History Museum

Ihr Großvater, Jahrgang 1913, ist vaterlos aufgewachsen. Als Teil eines Forscherteams ist die Handenberger Studentin Annette Pommer auf die Thematik der Heimatfront im Ersten Weltkrieg aufmerksam geworden. Beides berührt sie und veranlasst sie, sich mit ihrer Diplomarbeit eines speziellen Aspekts des Krieges anzunehmen: der Kinderverschickung. Und sie ist auf der Suche nach Hinweisen aus dem Bezirk Braunau.

Ein paar hat sie in alten Ausgaben der "Neuen Warte am Inn" schon gefunden: einen Aufruf am 6. April 1918, die Bevölkerung möge über den Sommer Kinder aus Deutschböhmen aufnehmen, damit sie nicht verhungern. Für jene, die es sich nicht leisten können, wurde ein Zuschuss von einer Krone täglich in Aussicht gestellt, das entspricht von der Kaufkraft zwei Euro. In der Ausgabe vom 20. April wurde berichtet, dass sich "in Palting-Perwang 20 Parteien bereit erklärt" haben, in "Minning" sechs und in Schwand 22 Kinder aufgenommen wurden.

"Es ist mir ein Bedürfnis, diese humanitäre Aktion aus der Sicht der beteiligten Personen zu beleuchten", stellt Annette Pommer fest. Sie ist auf der Suche nach Tagebüchern, Briefen, Postkarten und Fotos, die die Kinderverschickung während des Ersten Weltkriegs dokumentieren. Die Jahreszahl 1918 kann ein wichtiger Hinweis sein, falls jemand alte Schriftstücke in Kurrent nicht lesen kann; ebenso Bezeichnungen der Herkunftsregion der Kinder.

"Erzgebirge, Riesengebirge, Nordböhmen oder Deutschböhmen können Anhaltspunkte sein", hat Pommer bisher herausgefunden. Die Thematik ist bisher wenig erforscht, Pommer möchte dazu einen Anstoß geben, gerade im Gedenkjahr 2018. "Ich hege aber auch die Absicht, dem Leid der Kinder im Ersten Weltkrieg einen Platz in der gegenwärtigen Erinnerungskultur zu schaffen", sagt die 26-jährige Studentin aus Handenberg.

Über die Studentin und ihren Aufruf

Zur Person:
Annette Pommer (26) aus Handenberg studiert Germanistik und Geschichte an der Universität Salzburg. Sie hat davor die Musikhauptschule Eggelsberg und die HLW Braunau absolviert.

Zum Projekt:
Sie arbeitet gerade an ihrer Diplomarbeit über die Kinderverschickung im Ersten Weltkrieg und sucht Fotos, Briefe, Tagebücher, Postkarten.... Viele Kinder aus Nordböhmen waren im Sommer 1918 im Bezirk Braunau aufgenommen worden.

Kontakt: annette.pommer@ gmx.at, 0660/ 7013155

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Artikel Monika Raschhofer 02. Februar 2018 - 12:04 Uhr
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