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Die Klassiker: Pofesen & Kircheln

HÖHNHART. Gerlinde Wenger von Schmiedbauers Mostschänke backt sie regelmäßig.

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Gerlinde Wenger mit fertigen Pofesen und Kircheln    Bild: privat

Sie sind kaum vom Speiseplan der Innviertler wegzudenken, die köstlichen Nachspeisen. Einfach, aber wahrscheinlich gerade deshalb umso schmackhafter sind Kirchln und Pofesen. Jeder Innviertler kennt sie, nicht jeder kann sie zubereiten. Eine, die es kann, ist Gerlinde Wenger von der Mostschenke Schmiedbauer in Höhnhart. Jedes Wochenende bereitet sie die Nachspeisen frisch für ihre Gäste zu, Hilfe in der Küche bekommt sie von Schwiegervater Alois. "Früher habe ich immer mit der Schwiegermutter in der Küche gewerkt, heute geht mir eben der Schwiegervater zur Hand", sagt die gebürtige Maria Schmollnerin. "Die Butterrosen kann er einfach besser als ich", gibt sie zu. Von den Pofesen und Kircheln lässt der Schwiegervater aber dennoch lieber die Finger, die sind Gerlindes Spezialität. "Viele machen die Pofesen mit Toastbrot, dann schmecken sie halt einfach nicht so gut, wie die Originale. Für die nimmt man einen Weißwecken", sagt sie. In den Anfangsjahren haben die Wenger-Köchinnen das Brot noch selbst gebacken, jetzt überlässt Gerlinde Wenger diese Arbeit der Bäckerei Sailer. "Nach dem Rezept der Schwiegermutter", sagt sie. Verraten möchte sie es nicht, es ist Brot aus einer Roggen- und Weizenmischung.

Verwöhnte Innviertler Gaumen

Dass nicht alles zugekauft wird, ist Gerlinde Wenger wichtig. Sie benutzt zum Herausbacken Butterschmalz gemischt mit selbst hergestelltem Schweinefett. Ihre Gäste sind ja schließlich meistens kritische Innviertler. "Die wissen halt, wie es schmecken muss!", sagt sie.

Frisch, nicht aufgewärmt, nicht aufgetaut. Mit Powidl-Marmelade (also Zwetschken). Mit ein bisschen Zimt und Rum verfeinert. Und eben in gutem Fett gebraten. "Viele schlagen dann auch die Eier zu sehr. Nicht mit dem Schneebesen, einfach mit der Gabel kurz verrühren. Die Pofesen brauchen auch Eierreste, die Streifen ziehen, erst dann sind sie gut", sagt sie.

Kircheln zu Sauerkraut

Ein bisschen mehr Arbeit machen ihr die Kircheln, schließlich muss der Germteig gelingen. "Aber sie sind schneller gemacht, als ein Kuchen", gibt sie zu bedenken. Falsch machen kann man bei beiden Speisen nicht viel. "Bei den Kircheln ist es wichtig, sie gut gehen zu lassen, dann gelingen sie", sagt Gerlinde Wenger. Serviert wird er heutzutage meistens mit Marmelade. "Meine Oma hat die aber auch sehr oft pikant serviert. Einfach zum Sauerkraut. Auch so schmecken sie köstlich", so die Gastronomin.

In der Mostschenke, die sie mit ihrem Mann Alois führt, gibt es gute, bodenständige Innviertler Küche. Am Wochenende zwei bis drei warme Speisen und eben die klassischen Innviertler Nachspeisen. In der Faschingszeit auch selbstgemachte Krapfen. Seit 1995 betreibt die Familie Wenger die Mostschenke Schmiedbauer bei der Erlebnisschanze in Höhnhart, im Oktober wird auch wieder der Tanzschuppen jeden Samstag geöffnet sein.

Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.erlebnisschanze.at

 

Rezepte

Pofesen

Zutaten:
1 Weißbrot-Wecken (am besten vom Vortag; für frisches Brot werden mehr Eier benötigt)
5-6 Eier
Powidl-Marmelade
Rum
Zimt
Butter- und Schweinefett
Staubzucker

Zubereitung:
Weißbrot in Scheiben schneiden, Eier kurz verrühren (nicht mit Schneebesen, sondern mit Gabel), Marmelade mit Rum und Zimt nach Geschmack verfeinern, zwei Scheiben Brot mit Marmelade bestreichen und zusammenlegen, in der Ei-Mischung wenden, in Pfanne goldgelb braten, abtropfen lassen, mit Staubzucker servieren.

Kircheln

Zutaten:

1 1/2 kg glattes Mehl; warme Milch nach Bedarf, Salz; 1-2 Eier, etwas Rum; Zutaten Dampfl: Germ, warme Milch, etwas Zucker

Zubereitung:
Germ mit 1 El Zucker verrühren, mit warmer Milch aufgehen lassen, vorgewärmtes Mehl an den Rand der Teigschüssel drücken, salzen, aufgegangenes Dampfl in die Grube legen, mit Mehl und warmer Milch verrühren, aufgehen lassen, mit Ei, warmer Milch und Mehl weichen Germteig machen, so lange mit dem Kochlöffel abschlagen, bis er Blasen bekommt. Mit Löffel faustgroße Stücke herausstechen, am bemehlten Brett runde Knödel drehen, zugedeckt am warmen Ort nochmals aufgehen lassen. Kugel von der Mitte aus zu tellergroßen, ziemlich dicken Flecken ziehen, in sehr heißem Schweine- und Butterschmalz schwimmend goldbraun backen. Mit Sauerkraut, süßem Kraut, Apfelmus oder Staubzucker servieren!

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Artikel Magdalena Lagetar 07. September 2017 - 11:04 Uhr
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