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Innviertel

„Die Kinder des Rätsels“: Mediziner gibt Antworten auf die Frage des Sinns

Von Martina Weidenholzer   12. Februar 2013 00:04 Uhr

„Die Kinder des Rätsels“: Mediziner gibt Antworten auf die Frage des Sinns
Allgemeinmediziner Walter Schreiner vor seinem Manuskript, das auf einen Verleger wartet.

SCHÄRDING. Hausarzt, Imker, Fotograf, Maler und Schriftsteller: Walter Schreiner hat Antworten auf die allgegenwärtigen Fragen nach dem Woher und Wohin.

Es war nach einer Nacht im Jahre 1996, Hausarzt Walter Schreiner öffnete die Augen und hatte endlich des Rätsels Lösung. Zu lange hatte ihn der Sinn des Lebens, die Frage nachdem woher wir kommen, wohin wir gehen, beschäftigt. Stundenlang hatte er schon in seiner Jugend gegrübelt, wie wohl das menschliche Bewusstsein entstanden sein mag. „Es traf mich blitzartig, auf einmal war mir alles klar“, sagt Schreiner im Gespräch mit den Oberösterreichischen Nachrichten. „Und es ist so einfach und simpel, dass ich mir dachte, es müsse darüber bereits Publikationen geben. Ich begann zu recherchieren, fand aber keine, was mich darauf schließen lässt, Neuland betreten zu haben.“

Aus Notizen wurde Buch

Schreiner, ein ambitionierter Hobby-Philosoph und -Historiker sammelte über die Jahre hinweg seine Gedanken, machte sich Notizen. Erst ein Jahre nach dem Tod seiner Frau begann er auf Drängen seines Sohnes Sebastian, die Unterlagen und in Buchform zu bringen. Ein Buch, das nun – nach eineinhalb Jahren konzentrierter Arbeit – mit dem Titel „Kinder des Rätsels“ darauf wartet, verlegt zu werden.

Zur Theorie: Konkret gehe es darum, dass der Mensch als einziges Wesen die vierte Dimension, die Zeit als solche wahrnehmen könne. Bei Tieren würden gewisse Abläufe genetisch einprogrammiert sein. Instinkt und Trieb bringen das Tier dazu, zu tun, was es tun muss, ein Handlungsmotor, der beim Menschen an Bedeutung verliert.

Mythen gegen Ängste

Die vierte Dimension sei eine Errungenschaft, die sich auf die Zeit vor 1,5 Millionen Jahren zurückführen lässt, auf die Übergangsphase zwischen Homo erectus und Homo sapiens. Die Evolution stattete das Hirn mit dem Zeitgefühl und dem Bewusstsein aus. Seither gelingt es Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wahrzunehmen. Seither gelingt es aus Erfahrungen zu lernen, die Zukunft zu gestalten, vorausschauend zu planen, abstrakt zu denken. Seither werden aber auch Ängste und Paniken im Hinblick auf die Zukunft geschürt und auf die Zeit nach dem irdischen Dasein.

Ein – laut Schreiner – „unbeabsichtigter Effekt, der die Evolution ordentlich durcheinanderbringt. Um sich von diesen Ängsten zu befreien, das Bewusstsein zu stabilisieren, um nicht in einer Sackgasse der Depression zu landen, wurden Kultur, Ideologie, Religion und Mythen entwickelt“.

Der Mensch würde für die Bereitschaft an etwas Angstlinderndes zu glauben, die logische Denkweise, die Urteilskraft stilllegen. Als Beispiel dafür nennt der Arzt die Gegebenheit, dass selbst die tüchtigsten Geschäftsleute viel Geld ausgeben, um am Placeboeffekt festhalten zu können. „Man sieht aber auch anhand der Nazizeit, wie viel Blödsinn die Leute glauben wollen, wenn es ihnen schlecht geht.“

Schicksal liegt in der Vernunft

Schreiner zieht folgende Schlussfolgerung: „Aufgrund der Tatsache, dass der Mensch heute die Fähigkeit errungen hat, sich selbst und die ganze Welt auszulöschen, liegt das weitere Schicksal der Evolution nicht mehr beim Würfelglück der DNA-Mutationen, sondern in der Hand der menschlichen Vernunft. Es geht um dieses eine Leben, um das Hier und Jetzt, alles andere hat keine Bedeutung. Wenn wir uns das Paradies erhoffen, kann es nur auf dieser Welt sein. Voraussetzung dafür ist die moralische Wiederaufrüstung.“

Auf die Frage, ob der Arzt gläubig ist, antwortet er: „Ich glaube schon, dass das Ganze einen Sinn macht und wir uns nicht umsonst bemühen.“

Habsburger und ihre Einflüsse

Neben der Imkerei, dem Fotografieren und dem Malen hat der 65-Jährige in der Philosophie und im Schreiben ein erfüllendes Aktionsfeld gefunden. „Neues zu entdecken, hält einem vor dem Altern ab“, sagt er schmunzelnd. Schreiner könne sich durchaus vorstellen, ein weiteres Buch zu schreiben. „Mich hat schon immer die österreichische Geschichte interessiert und der Einfluss der Habsburger auf den problematischen österreichischen Nationalcharakter.“

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