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"Design for Recycling": Wie aus einer alten Kaffeemaschine ein Stempel wird

ANDORF. Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren in der Andorfer Technology School.

"Design for Recycling": Wie aus einer alten Kaffeemaschine ein Stempel wird

"Design for Recycling" ist die Herausforderung der Zukunft. Bild: AMAG, Scharinger

Unter dem Titel "WERTstoff Kunststoff" präsentiert die HTL Andorf eine hochkarätig besetzte Infoveranstaltung, die Interessierten die Möglichkeit bietet, sich bei Fachleuten aus Wissenschaft und Wirtschaft aus erster Hand zu informieren. "Wir wollen bei den Endverbrauchern das Bewusstsein schaffen, dass Kunststoff nicht nur ein wertvoller Werkstoff ist, sondern durch richtiges Recycling eine zweite Chance hat", so Josef Karl, Direktor der HTL Andorf.

Trotz der vielen positiven Aspekte von Kunststoff hat dieser nicht gerade den besten Ruf. "Seit ein paar Jahren wird Kunststoff in der Öffentlichkeit schlecht gemacht. Zu Unrecht. Die Leute sehen nur die Müllberge im Meer, aber PET-Flaschen sind nicht Müll, sondern ein wertvoller Rohstoff, der wiederverwertet werden kann", so Karl. Die meisten Verpackungen bestünden nur aus Kohlen- und Wasserstoff. "Also keinerlei giftigen Stoffen, sondern nur solchen, die in unserem Alltag allgegenwärtig sind. Deshalb verstehe ich nicht, was an diesen Verpackungen schlecht sein soll."

Zukünftige Herausforderungen

Und warum verbietet die EU Plastiksackerl und Strohhalme? "Das ist für mich reine Kosmetik. Weder Plastiksackerl noch -besteck spielen eine Rolle. Das Problem sind Länder in Südostasien oder Afrika, wo Mülltrennung und Recycling noch Fremdwörter sind. Österreich, Deutschland und die Schweiz sind Spitzenreiter in Sachen Recycling", so Karl. Kunststoff sei nicht daran Schuld, dass Meere vermüllen. "Es sind die Menschen, die Plastikflaschen einfach ins Wasser werfen. Ein erster Schritt wäre sicher, ein Pfandsystem auch für PET-Flaschen einzuführen. Dann würden nicht so viele achtlos entsorgt werden." HTL-Pädagoge Richard Lechner ergänzt: "Und wenn Kunststoff nicht zum Beispiel für neue Produkte wiederverwertet werden kann, wird dieser verheizt, also thermisch genutzt. Ein Kilogramm PET ist das gleiche wie ein Kilogramm Erdöl", so Lechner.

Laut den Experten gäbe es bereits Plastiksackerl aus biologisch abbaubaren Kunststoffen. "Diese könnte man dann einfach in den Komposter geben. Jedoch sind diese noch zu teuer und werden daher nicht verwendet", so Lechner. Aufgrund des schlechten Images von Kunststoff gäbe es sogar schon einen Rückgang an Studienanfängern in diesem Bereich. "Ein Hauptziel von uns ist ganz klar die Bewusstseinsbildung, dass Kunststoff wertvoll ist. Bei uns an der Schule ist das Thema ‘Design for Recycling’ bereits allgegenwärtig. Es ist die Herausforderung der Zukunft bereits im Vorfeld zu überlegen, wie Dinge recycelt werden können."

 

Infoveranstaltung "Wertstoff Kunststoff"

Bereits zum zweiten Mal findet am Mittwoch, 14. November, um 18 Uhr an der Andorfer Technology School eine Vortragsveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion statt. Diesmal steht das Thema „Design for Recycling“ im Mittelpunkt. Die Besucher erfahren, wie aus einer alten Kaffeemaschine zum Beispiel neue Stempel werden und was heimische Unternehmen zur Lösung globaler Umweltprobleme beitragen. Im Anschluss an die Impulsvorträge stehen die Experten Rede und Antwort. Die Teilnahme ist kostenlos. Einlass um 17.30 Uhr.

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Artikel Bianka Eichinger 08. November 2018 - 10:04 Uhr
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