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"Der Hass und die Hetze sind für meine Familie eine einzige Katastrophe"

RIED. Die Mutter jenes Neunjährigen, der Kinder auf dem Schulweg mit einem Messer bedroht hat, sprach mit den OÖN über die Hintergründe des Vorfalls und Hetze im Netz.

"Der Hass und die Hetze sind für meine Familie eine einzige Katastrophe"

Beleidigungen und Mobbing seien mit ein Grund für den Vorfall gewesen, sagt die Mutter. Bild: colourbox.de

"Wir leben seit fast 20 Jahren hier in Ried und hatten noch nie Probleme", sagt die Mutter jenes neunjährigen Buben, der Hauptschüler mit einem Messer bedroht haben soll. Der Vorfall, die OÖN haben berichtet, erregte viel Aufsehen. Entgegen anderslautender Auskünfte den OÖN gegenüber hat der Bub keine türkischen Wurzeln.

"Ich will diesen Vorfall in keinster Weise verharmlosen und mich dafür bei den Eltern der betroffenen Kinder entschuldigen", sagt die Mutter bei einem Treffen mit den OÖN. Sie sagt, auch die näheren Umstände des Vorfalles soIlten erwähnt werden. Ihr Sohn sei nämlich auf dem Nachhauseweg von der Schule vor dem Vorfall von sieben oder acht älteren Kindern beleidigt worden. Das solle die Situation in einem etwas anderen Licht erscheinen lassen und solle ebenfalls nicht verschwiegen werden, sagt die Frau.

"Diese Kinder haben mich auch an anderen Tagen schon beleidigt. Meist riefen sie mir Schimpfwörter zu", gab der 9-Jährige bei der Polizei zu Protokoll, das den OÖN vorliegt. Das Messer habe er in der Nähe der Schule gefunden, er habe es in einen Bach werfen wollen, damit sich niemand daran verletze, sagt die Mutter des Buben.

Dass ein islamistischer Hintergrund in der Familie bestehe, weist die Frau entschieden zurück: "Wir haben mit Religion überhaupt nichts zu tun", sagt sie. Der Hass, der nach dem Vorfall und dem Bericht in sozialen Medien deutlich wurde, sei für die ganze Familie unfassbar.

"So etwas kann man sich nicht vorstellen, diese Hetze und manche Postings sind unglaublich, das ist für uns eine einzige Katastrophe", sagt die Frau mit Tränen in den Augen. "Auch meine Tochter wird mittlerweile in der Schule gemobbt ..."

Der Neunjährige sei nach dem Vorfall und dem medialen Echo ebenfalls "völlig fertig", sagt dessen Mutter. "Es ist passiert, da gibt’s nichts zu beschönigen. Keine Mutter wünscht sich so etwas, glauben Sie mir. Er ist halt erst neun Jahre alt ... Kinder machen leider manchmal Sachen, die nicht berechenbar sind. Kein einziger ist ohne Fehler. Aber wir erziehen unsere Kinder doch nicht zu so etwas. Ich weiß auch nicht, wie er darauf gekommen ist", sagt die Riederin. Sie habe umgehend psychologische Unterstützung für ihr Kind in Anspruch genommen.

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Artikel Roman Kloibhofer und Thomas Streif 18. Mai 2018 - 04:22 Uhr
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