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David Schießl: "Es gibt gute Pläne und wir holen sie aus den Schubladen"

BURGKIRCHEN/BEZIRK. FP-Landtagsabgeordneter über Straßenbau, öffentlichen Verkehr und Salzachbrücke.

David Schießl

David Schießl, FP-Landtagsabgeordneter Bild: privat

Verkehrsmäßig etwas auf die Schiene zu bringen, sei oft ein "zäher" Weg, sagt FP-Landtagsabgeordneter David Schießl. Der Burgkirchner Politiker ist Bereichssprecher für Straßenbau und öffentlichen Verkehr. Warum die Braunauer das Klagelied von der infrastrukturellen Benachteiligung trotzdem nicht mehr ganz so fortissimo singen müssen, sagt er, ans autoverliebte Volk appelliert er.
 

Kürzlich haben unter anderem Sie diese "gefühlte" Benachteiligung der Innviertler betreffend Straßen und öffentlichen Verkehr erwähnt. Sinngemäß wurde angedeutet, wir können das Nörgeln schon langsam einstellen. Ist das so?

David Schießl: Wir haben in den vergangenen drei Jahren sehr viel aufgeholt, was den Straßenbau betrifft (Anm. Red: Umfahrungen, Kreisverkehr Braunau), aber es ist natürlich der Zenit noch nicht erreicht.

Je weiter die Distanz zu Linz, desto schmaler und holpriger die Straßen – noch immer. Einbildung?

Nein, das ist auch so. Es ist fast 30 Jahre lang nichts weitergegangen. In unsere Hauptdurchzugsrouten B 147 und B 156 ist nichts investiert worden, die sind schon lange nicht mehr zeitgemäß. Es gibt eine Faustregel, die besagt, dass der Verkehr pro Jahr um drei Prozent zunimmt. Auf diesen Straßen wurde das Ende schon lange erreicht.

Vom Individual- zum öffentlichen Verkehr: viele Jahre wurde überparteilich für die Mattigtalbahn gearbeitet.

Fast zehn Jahre.

Jetzt gibt es diesen Disput: Rot spricht von Kürzung basierend auf einem Entwurf, Schwarz-Blau von Investitionen in Millionenhöhe basierend auf dem aktuellen Rahmenplan. Wird es weiterhin eine Zusammenarbeit in dieser Gruppe geben?

Der Obmann der ARGE (Anm. Red. Paul Stefan) ist bedacht, dass wir weiterhin zusammenarbeiten, was aufgrund dieses Disputs nicht unproblematisch wird. Ich finde es traurig, dass wir uns das nicht im Vorfeld ausgeredet haben, so wie in der Vergangenheit auch. Unterm Strich gelten nur die offiziellen Zahlen des Ministeriums. Die sind beschlossen und nach diesen wird gearbeitet. Und alle anderen Zahlen, die einmal angedacht aber nie beschlossen wurden, haben keine Wertigkeit.

Das regionale Verkehrskonzept war lange Zeit wie ein Märchen: Es wurde oft erzählt, aber nie wahr.

Es lag 20 Jahre in der Schublade. Das Ressort war vorher ja in roter Hand und ich traue mich zu sagen: Es hätte auch schon früher einen Weg für die Umsetzung dieses Konzepts gegeben.

Ist das eine Sache, die sich die FPÖ an die Fahne heftet?

Nein, die Vorarbeit wurde in der SPÖ geleistet, aber es wurde halt nicht umgesetzt.

Mit Ende des Jahres soll es tatsächlich umgesetzt werden – ist es mehr als der Neubau des Bahnhofes in Braunau? Wie wird es etwa für einen Haigermooser oder Auerbacher spürbar?

Die Busdienste wurden von einer Million Kilometer auf eineinhalb Millionen Kilometer angehoben. Es fahren also sehr, sehr viel mehr Busse, die vertaktet sind. Das dauert zwei, drei Jahre, bis es angelaufen ist und die Dienste so, wie man sie in der Region benötigt, aufbaut.

Die Landbevölkerung ist an das Auto gewöhnt, das bequem zu jeder Tages- und Nachtzeit stets zu Diensten ist. Was braucht es, um sie in den Bus oder auf die Schiene zu bekommen?

Das wird dauern, daher auch mein Appell, es einmal zu versuchen. Wer es versucht und sieht, dass es gut funktioniert, kostengünstiger ist und man den einen oder anderen Stau auskommt, wird umdenken. Man sieht in anderen Regionen, dass das Konzept ein Erfolg ist und es würde mich wundern, wenn wir das nicht auch im Innviertel zusammenbrächten.

Zur Salzachbrücke: Am Standort Riedersbach war sie zu teuer, jetzt plant man sie erneut dort. Die Kosten werden nicht weniger geworden sein...

Im Gegenteil. Jedes Jahr, das vergeht, kostet die Brücke mehr Geld – aufgrund der Verteuerungen bei Material, Arbeitszeit, und und und. Damals war das Gesamtprojekt mit 45 Millionen Euro kalkuliert, jetzt belaufen sich Schätzungen auf mehr als 50 Millionen Euro. Wir waren mit der gesamten Einreichung des Projektes noch nie so weit wie jetzt. Bisher gab es immer nur eine Planung – dabei hat man es zehn Jahre belassen. Jetzt wurde sie den Naturschutzabteilungen des Landes und Bayern gegeben. Seitens des Landes Oberösterreichs ist es so, dass ein Neubau sowohl in Riedersbach, als auch am bisherigen Standort Ettenau/Tittmoning ein erheblicher Eingriff in die Natur wäre. In dieser Pattstellung ist eine Brücke in Riedersbach aufgrund der Anbindung vorzuziehen. Die Präsentation aus Bayern liegt noch nicht vor.

Sind es dieselben Pläne wie damals?

Alles gleich. Ich sage ja: Es wurde über Jahre hinweg gut geplant, aber die Pläne sind in den untersten Schubladen verschwunden. Wir tun nichts anderes als sie herauszuholen und versuchen, sie umzusetzen.

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Artikel Marina Mayrböck 11. Mai 2018 - 05:57 Uhr
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