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"Computer kann man auch ausschalten"

MOOSDORF. Geselligkeit ist im Connect Computer Club genauso wichtig wie Fachsimpeln und Lernen

"Computer kann man auch ausschalten"

Reinhard und Günther Kirnstedter: Die Sitzecke ist den Großcousins wichtiger als der Computer. Am Tisch ein Plakat und ein Mini-PC der neuen Generation. (mora) Bild:

Fit genug, um über die Stiege hinauf ins Klublokal zu kommen, müssen die Mitglieder des Connect Computer Clubs schon sein. Und drin, im Clubraum, sticht die hellgrün umrandete, gemütliche Sitzgarnitur mehr ins Auge als der Eck-Schreibtisch mit den PCs. Obmann Reinhard Kirnstedter und Schriftführer Günther Kirnstedter ("Wir haben den gleichen Urgroßvater und das gleiche Hobby.") haben so gar nichts von Freaks und Nerds. Gängige Vorurteile sind schnell zerstreut.

20 Jahre gibt es den Computer-Club nun schon, den einzigen seiner Art weit und breit. Die beiden Kirnstedters sind seit dem Beginn dabei. Als technische Angestellte sind sie mit der EDV groß geworden. Und teilen ihr Wissen gern mit anderen. Weniger das Fachsimpeln ist das Ziel des Clubs, sondern das Unterstützen.

Beamer, Notebook und Tablet stehen zum Ausleihen zur Verfügung. "Manche Leute wollen es halt zuerst ausprobieren, bevor sie kaufen", sagt Obmann Reinhard Kirnstedter. Früher hat der Club Kurse angeboten. "Rentner, die ins Internet wollen, in ihrem Beruf aber nie mit Computern zu tun hatten", nennt er ein Beispiel für eine Mitgliedergruppe. Blöde Fragen gebe es nicht. Auch der Umgang mit der Maus wird erklärt und geübt. Updates, Sprachsteuerung, Smartphones, Viren, Datensicherheit und Telebanking sind aktuelle Fragengebiete.

Dass es keine Updates mehr braucht und Viren nicht bis zu einzelnen Usern vordringen können, wünscht sich der Computerclub-Obmann, der nicht auf Facebook zu finden ist. "Selbstfahrende Autos machen mir Angst", steht auch Günther Kirnstedter dem technisch Machbaren skeptisch gegenüber. "Man kann den Computer auch ausschalten, sich in den Gastgarten setzen und miteinander reden", betont Reinhard Kirnstedter das Gesellige im Clubleben. Dass das Clublokal beim Wirt z´Furkern untergebracht ist, hat so gesehen Vorteile für beide Seiten.

"Streamen und gemeinsam Formel 1 schauen", nennt der Obmann ein unterhaltsames Programm beim Clubabend. Auch einen Lifechat mit einem Mitglied, das in Thailand war, gab es schon. Der Ausflug wird aber ganz analog: zu einem befreundeten Weinbauern. "Wir verbinden die Menschen", gibt Kirnstedter dem Connect im Clubnamen Bedeutung.

Jubiläum 20 Jahre Connect Computer Club: Tag der offenen Tür am Sonntag, 15. Juli, von 11 bis 18 Uhr beim Wirt z´Furkern in Moosdorf. Clubabend jeden Donnerstag ab 19 Uhr; Mitgliedsbeitrag 44 Euro, ab 1. Juli die Hälfte.

3 Fragen an Reinhard Kirnstedter

  1. Was war für Sie der Meilenstein schlechthin im Computerzeitalter? Das Internet. Es ermöglicht Kommunikation mit anderen über diese Technik.
  2. Wann sollte Ihrer Ansicht nach die Ausbildung am Computer beginnen? Schwierig, in der Mittelschule, würde ich sagen. Zunächst soll es um sinnvollen Umgang gehen, um Aufklärung auch über die Gefahren. Das Zehn-Finger-System wird man in Zukunft nicht mehr brauchen, die Eingabe wird über die Sprache erfolgen.
  3. Was soll die Digitalisierung den Menschen bringen, was soll sie ihnen erleichtern? Die Umweltverschmutzung eindämmen, Müll vermeiden. Das ist machbar. Dass die Menschen friedlich kommunizieren in verschiedenen Sprachen, der Computer übersetzt gleich fehlerfrei. Das ist die Zukunft der künstlichen Intelligenz. Dann können wir alle unsere Muttersprache beibehalten

 

 

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Artikel Monika Raschhofer 14. Juli 2018 - 07:42 Uhr
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