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Buenos Aires als zweite Heimat: Der Liebe und des Schauspiels wegen

BRUNNENTHAL, BUENOS AIRES. Junge Innviertlerin verzichtet auf Sicherheiten ihrer Heimat und sucht ihr berufliches Heil in pulsierender Millionenmetropole. Mit Mann und Sohn lebt Martina Greiner in Argentinien.

Buenos Aires als zweite Heimat: Der Liebe und des Schauspiels wegen

Die studierte Politikwissenschaftlerin Martina Greiner ist leidenschaftliche Musikerin und Schauspielerin. Bild: privat

Erwachsen! Ausbildung beziehungsweise Studium abgeschlossen. Nichts wie weg! Hinaus in die Welt! Viele träumen davon, wenige wagen den Schritt tatsächlich. Eine davon ist Martina Greiner aus Brunnenthal. Nach Abschluss ihres Studiums kaufte sie 2011 ein Ticket nach Buenos Aires. One-Way, ohne Rückflug also. Heute, sieben Jahre später, ist sie überzeugt: "Das war der richtige Schritt!" Inzwischen ist sie verheiratet und Mutter eines sechs Monate alten Antonio. Mit ihrem Politwissenschaftsstudium hat sie heute nichts mehr am Hut, sie ist Schauspielerin.

Ein wenig "schuld" an Greiners Argentinien-Vorliebe war ihre Diplomarbeit, die sie über dieses vielfältige Land geschrieben und es dadurch schätzen gelernt hat. Abenteuer- und Reiselust haben schließlich den Ausschlag gegeben, dass die damals 25-Jährige den Flug nach Buenos Aires wagte. Und dort fasziniert "unerwartet offene und freundliche, nicht immer auf ihren Vorteil bedachte" Menschen vorgefunden hat. Vor allem auf dem Gebiet des Theaters und der Schauspielerei, den großen Leidenschaften der Innviertlerin. In einer Schauspielschule holte sie sich den letzten Schliff für ihr neues Betätigungsfeld, das Theater. "Musik und Schauspielen, das waren immer schon meine liebsten Hobbys. Ich habe immer mein Cello dabei."

"Musiker-Gen" im Blut

Das Singen und Musizieren musste sie freilich nicht von Grund auf lernen, das hat sie in den Genen. Sowohl Papa Rudolf, der Schärdinger Bezirkshauptmann, als auch Mama Gertraud, Musikpädagogin beim Landesschulrat, sind weitum bekannte und gefragte Musik-Persönlichkeiten. Inzwischen ist Martina 31 Jahre alt und verdient ihr Geld als Schauspielerin, "und nebenbei mit Deutsch-Nachhilfestunden."

Buenos Aires gehört, was Schauspielkunst und Theater angeht, zu den wichtigsten Städten der Welt. "Im Unterschied zu den Österreichern steckt in so gut wie jedem Argentinier ein Schauspieler. Und wenn es dazu nicht reicht, zumindest ein Flamenco-Tänzer." Aber nicht die Musik, wie bei den Eltern, ist der Wahl-Argentinierin große Leidenschaft, sondern "schon die Schauspielerei", deretwegen sie Buenos Aires so schnell nicht verlassen will. Dafür sorgten schon diverse interessante Engagements. Und natürlich Mann Juan – geheiratet wurde 2016 – und Klein-Antonio. Der Bub soll einmal "beide Welten" kennenlernen. "Die Sicherheit und Geborgenheit Österreichs und die Freiheit und Großzügigkeit Argentiniens. Beide Länder haben ihre Vor- und Nachteile. Beide zusammen wären perfekt."

"Schrullige, alte Diva"

Was sie an Österreich ein wenig stört, ist das "Überversorgtsein und auch an Esprit hat mein Heimatland in den letzten Jahren eingebüßt." In Argentinien sei genau das Gegenteil der Fall.

Auf Honorare oder gar Förderungen müsse man oft sehr lange warten. "Kann sein, dass eine versprochene Förderung schon mal ganz ausbleibt oder man ihr so lange nachlaufen muss, bis man genervt darauf verzichtet." In beiden Ländern sei derzeit ein politisches Abdriften nach rechts feststellbar, was die studierte Politikwissenschafterin nicht unbedingt goutiert.

Was wünscht sich Martina Reiner für die Zukunft? "Dass es so weitergeht wie jetzt. Dass ich machen darf und kann, was mir Spaß macht." Bei aller Liebe zu Brunnenthal, Schärding, dem Innviertel und Österreich ist doch eine gewisse Verliebtheit der jungen Mutter zu der Weltstadt Buenos Aires herauszuhören, die sie als "schrullige alte Diva" und andererseits als "enorm pulsierende Stadt" kennen- und liebengelernt hat.

Und wenn sie doch einmal das Heimweh nach Mama, Papa, Zwillingsschwester, Bruder, Verwandte und Freunde plagt: "Dann steige ich ins Flugzeug und fliege heim." Zumindest einmal jährlich – Weihnachten – ist das "auf jeden Fall der Fall".

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Artikel Reinhard Burgstaller 16. September 2018 - 14:04 Uhr
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