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Innviertel

Braunauer-Treffen in Wien war einzigartiges Erlebnis

Von Monika Raschhofer, Gerd Rabe   26. Januar 2012 00:04 Uhr

3000 tanzlustige Braunauer in Wien

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BRAUNAU/WIEN. Das Wetter war scheußlich. Alles andere ist gut gelaufen beim Ball der Oberösterreicher. Auch Landeshauptmann Josef Pühringer war vom Braunauer Auftritt beeindruckt.

„Ein Sonderapplaus für Braunau! Was ihr hier gezeigt habt, ist eine großartige Visitenkarte“, lobte der Landeshauptmann in seiner Ansprache am Ende des Festakts beim Ball. 499 Akteure und mehr als 3.000 Besucher aus dem Bezirk, das ist Rekord.

Stolz schwang auch bei der Ansprache von Engelbert Petrasch mit. Er ist Obmann des Vereins der Oberösterreicher in Wien, der den Ball jeweils in Kooperation mit einer anderen Region Oberösterreichs veranstaltet: „Mattighofen ist meine Heimatstadt, Braunau ist meine Maturastadt.“ So viele Oberösterreicher habe er noch nie auf einem Fleck gesehen, war er begeistert. Festakt, Mitternachtseinlage und Rahmenprogramm im Foyer – alles ist gut gelaufen.

„Braunau verbindet“, das Motto des Balls der Oberösterreicher in Wien ist aufgegangen, die Einstimmung auf die grenzüberschreitende Landesausstellung geglückt.

Ein beeindruckender Festakt, voller Saal, buntes Treiben in den Foyers, gut gelaunte Ehrengäste, Braunauerinnen und Braunauer allüberall, eine spritzig-witzige Mitternachtseinlage, die zum Staunen, Klatschen und Mitmachen verführte, Durchhaltevermögen am Tanzparkett und bei den Tischen, hervorragend ausgewogene Tanzmusik ...

Wir Braunauer können stolz sein auf diesen Ball. Dass so viele den Weg nach Wien auf sich genommen haben, selbst wenn sie keine Sitzplatzkarten mehr bekamen, hob Bezirkshauptmann Georg Wojak lobend hervor. Die Bürgermeister Hannes Waidbacher aus Braunau, Fritz Schwarzenhofer aus Mattighofen und Hans Steindl aus Burghausen zählten die Vorzüge ihrer Stadt auf und luden zur bevorstehenden grenzüberschreitenden Landesausstellung ein. Auch Franz Zehentner, Bürgermeistersprecher des Bezirks Braunau, ist begeistert: „Die riesige Vorbereitungsarbeit der BH hat sich gelohnt, die Bürgermeister sind Motivations-Genies. Ich bin sehr stolz!“

Bilder von Andreas Mühlleitner, verbindende Worte von Moderator Walter Egger, reichhaltiges Programm, 5.500 Besucher in Austria Center Vienna: Der Ball ist gelungen. 25 Gruppen haben auf den Bühnen im Saal und im Foyer für gute Stimmung gesorgt.

Es ist super, so etwas erleben zu dürfen

Abseits des großen Ballsaales gab es Nebenschauplätze mit Bars, Theken, gemütlichen Tischen und Auftritten zahlreicher Gruppen. Begeistert waren alle – die vielen Oberösterreicher und die wenigen Wiener. „Hallo, do muass ma extra nach Wean foahrn, dass ma di wieder amoi trifft!“; war ein Standardsatz, der außerhalb des großen Ballsaales an den Nebenschauplätzen oft zu hören war.

Auf mehreren Bühnen traten von den Aspacher Tridopplern bis zur Volkstanzgruppe Treubach rund 20 Gruppen auf. An den Bars, Theken und gemütlichen Tischen gab es so manches Treffen von Leuten, „die man sonst das ganze Jahr nicht trifft.“
Und alle waren begeistert von der lockeren Stimmung. Gut 95 Prozent der Ballbesucher trugen Tracht, das war wohl rekordverdächtig.

Nur Oberösterreicher auf dem Ball, keine Wiener? Nach langem Suchen stellte sich der Erfolg ein. „Das ist ja großartig, ihr Oberösterreicher versteht es zu feiern. Ihr könntet das öfter machen, des is ois leiwand“, so das Kompliment eines Wienern Paares, das von Freunden aus Braunau zum Ball eingeladen wurde.

Nur einmal im Leben

„Dass ich so etwas erleben darf, das gibt es nur einmal im Leben. Man muss Oberösterreicher sein, dann aus Saiga Hans und dann ist der Bezirk Braunau dran, das hat einen Stellenwert in meinem Leben“, so Georg Feichtenschlager von der Feuerwehr St. Johann.

Vier junge Damen aus Pischelsdorf stehen solo an einem Bartischchen. Sie erzählen, schon vor zwei Tagen angereist zu sein, „um ja nichts zu versäumen und um pünktlich hier zu sein.“ Ihre Freunde ließen sie zu Hause, „hier gibt’s eh so viel fesche Burschen.“

Christina aus Wels lebt in Wien und sie macht der Ball sentimental: „Da merk ich erst, wie sehr mir Oberösterreich abgeht“, sagt sie.

Ein kleiner Minuspunkt

Alle, ja alle anderen Befragten loben die Stimmung, die Organisation in den allerhöchsten Tönen. Gab es denn überhaupt keine Kritik? Doch! „Die Wiener sollten wissen, dass wir auch auf Bällen gewohnt sind, eine ordentliche Halbe Bier zu trinken und nicht so ein kleines Seiterl“, so ein paar Studenten, die auch wussten, dass es in den letzten Jahren „wenigstens eine Bierinsel gab, wo man die gewohnte Größe ausgeschenkt bekam.“

Zum Glück kam das kleine Bier wenigstens aus Oberösterreich.

 

„Das Zusammenhalten war wirklich spürbar“

Fritz Mayrböck ist erleichtert und zufrieden. Er hat das Braunauer Rahmenprogramm für den Ball der Oberösterreicher in Wien koordiniert.

Warte: Wie geht’s Ihnen jetzt nach dem Ball?
Mayrböck: Ich bin tief beeindruckt vom Ball. Mir geht es gut. Anstrengend war es schon. Ich bin froh, dass alle gut heimgekommen sind. Eine Frau hat leider ihre E-Card verloren.
Warte: Wie zufrieden sind Sie mit dem Ball?
Mayrböck: Ich bin sehr zufrieden. Was die Region ausmacht ist gut zum Ausdruck gekommen, dafür haben die Akteure und auch das Publikum gesorgt. Alle haben vom Zusammenhalten geredet. Es waren exakt 499 Akteure. Beim Ausmarsch nach dem Festakt war ich erleichtert. Es hat schon einen großen Eindruck gemacht, als der riesige Saal voller Akteure war.
Warte: Was waren die schönsten Rückmeldungen, die Sie bekommen haben?
Mayrböck: Es war alles positiv, es hat viele gute Kommentare gegeben. Am Montagmorgen haben mich gleich einige gefragt, ob ich die Oberösterreichischen Nachrichten schon gelesen habe, wo ein großer Bericht drinnen war. Ich habe mich nach dem Ball per Mail bei allen Mitwirkenden bedankt. Und ich habe sofort einige Antworten bekommen, wo die sich bedankt haben dafür, dass sie auftreten durften. Die „Los Trampos“ waren unwahrscheinlich gut, sie sind sehr gelobt worden, auch Tom Öhler ist sehr gut angekommen. Die Fotos von Andreas Mühlleitner haben den Leuten gefallen. Ich bin rundherum zufrieden.
Warte: Sie hatten ja ein Dienst-Handy für den Ball. Hat es oft geläutet?
Mayrböck: Ja, am Anfang schon. Ich bin nicht dazugekommen, mir die Akteure im Foyer anzusehen. Das muss ich bei Gelegenheit nachholen.
Warte: Werden Sie den Ball 2013 wieder besuchen?
Mayrböck: Die Lederhose werde ich beim ORF-Frühschoppen am 12. Februar in Braunau wieder anziehen. Meine Erfahrung werde ich den Bezirken Freistadt und Urfahr-Umgebung, die nächstes Jahr den Ball gestalten, weitergeben. Hingehen würde ich gern, dann hätte ich auch mehr Zeit.

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