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Architekturtage erstmals im Innviertel

RIED. Leerstände in rund 40 Prozent der Rieder Innenstadthäuser – Neue Nutzungsformen finden

Architekturtage erstmals im Innviertel

Ein "kreativer Umgang" mit den Leerständen in Ried wurde bei den Architekturtagen diskutiert. Bild: Aichinger

Die Architekturtage finden österreichweit seit 2002 statt und sind die größte biennale Veranstaltung für Architektur und Baukultur. Zum ersten Mal als Veranstaltungsort dabei war heuer Ried im Innkreis. Das umfangreiche Programm wurde vom Kulturverein "20gerhaus" gestaltet.

"In 40% der Innenstadthäuser in Ried gibt es einen Leerstand" so Franz Koppelstätter, Verantwortlicher für die Architekturtage in Oberösterreich und gebürtiger Innviertler. Nicht unbedingt vollständig, aber zumindest teilweise hänge dies auch mit dem Umbruch im Einzelhandel zusammen. "Durch das Konkurrenzangebot in der Weberzeile und den Fachmarktzentren ist zumindest der Leerstand in den Verkaufsflächen zu erklären", so Koppelstätter weiter. Eine Stadt wie Ried sei daher hier gefordert, sich einen aktiven Umgang mit dieser Problematik zu überlegen.

Die Nische als Chance

Die verbliebenen Geschäftslokale in der Rieder Innenstadt haben das Potential, den verbliebenen Raum anders zu nutzen als bisher. Um diese neuen Nutzungsformen zu finden, empfiehlt der Architekt partizipative Orts- und Stadtentwicklungsprozesse durchzuführen und die unterschiedlichen Interessensgruppen im Prozess aktiv einzubinden. Koppelstätter sieht die Chance der Innenstadt in der Besetzung von attraktiven Nischen. Nischennutzungen würden von den Fachmarkt- und Einkaufszentren faktisch nicht abgedeckt. Es könnte aber auch wieder zu einer vermehrten Nutzung des öffentlichen Raumes durch die Gastronomie kommen, sollten Autos aus der Innenstadt verschwinden. Je flexibler man sich als Stadt in so einem Prozess aufstelle und je kommunikativer so ein Stadtentwicklungsprojekt laufe, desto besser könne man auf die langfristigen Trends und Veränderungen reagieren.

Erster Stock: Leerstand

Obwohl Ried eine attraktive Stadt ist und obwohl eine Wohnungsnachfrage aus den Fachbetrieben und großen Firmen im Umkreis vorhanden ist, gibt es dennoch Leerstände bei Wohnungen. Und die trotz des vorhandenen Nahversorgungs-, Kultur- und Gastronomieangebotes.

Hier ortet Koppelstätter einen Nachholbedarf an attraktiven, zeitgemäßen Wohnungen und Wohnungsformen. Ein Beispiel für gelungene Wohnraumrevitalisierung direkt in der Innenstadt konnte mit dem Haus Niemeth bei einem Architekturspaziergang im Rahmen der Architekturtage besichtigt werden.

Was wäre wenn?

Mit den Gedanken, was alles möglich wäre, wird in Ried bereits gespielt. "Es tut sich schon was in Ried, es verändert sich etwas. Leerstände dürfen aber nicht einfach nur gefüllt werden, sondern müssen mit einer Qualität gefüllt werden, die die Menschen in der Stadt bleiben lässt", meint Renate Schrattenecker-Fischer. Sie engagiert sich in einer Arbeitsgruppe, die sich mit eben dieser qualitätsvollen Befüllung der Leerstände in der Rieder Innenstadt befasst und hat ihre Sicht der Stadt in vier Fotografien künstlerisch umgesetzt. Im Rahmen der Ausstellung "Architekturfotografie und Modelle zu Kunst am Bau" präsentierte sie diese in der Innviertler Künstlergilde.

Die Ansätze zur Lösung der Leerstandsproblematik in Ried sind unterschiedlich, aber die Künstlerin ist begeistert, dass sich etwas bewegt. "Erstmalig die Architekturtage in Ried zu haben ist ein toller Ansatz für einen konstruktiven Umgang mit dem Thema" so Renate Schrattenecker-Fischer.

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Artikel Astrid Aichinger 14. Juni 2018 - 11:47 Uhr
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