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Ärztemangel: Spital vergibt Kopfprämien an Mitarbeiter

INNVIERTEL. Die Zeiten, in denen sich Turnusärzte im Innviertel um Ausbildungsplätze anstellten, sind Geschichte. Jetzt wird um Turnusärzte geworben – in Braunau mit Prämien für Mitarbeiter, die Turnusärzte vermitteln – in Schärding mit „mehr Zeit für echte Medizin“.

Ärztemangel: Spital vergibt Kopfprämien an Mitarbeiter

Initiative in Braunau Bild: sedi

Der Turnusärztemangel wird laut regionalen Medizinern gravierende Auswirkungen auf das Innviertel haben – Turnusärzte sind auch die „Nachschubquelle“ für den niedergelassenen Bereich, in dem es von der Altersstruktur her in den nächsten Jahren zu gravierenden Engpässen kommen dürfte.

1000 Euro „Kopfprämie“

In den Krankenhäusern Braunau, Ried und Schärding sind bereits jeweils mehrere Turnusärztestellen unbesetzt. Mit unterschiedlichen Reaktionen. Das Krankenhaus Braunau vergibt seit Kurzem eine Art von „Kopfprämie“ an eigene Mitarbeiter, die geeignete Turnusärzte vermitteln: Bis zu 1000 Euro, wenn der Turnuskandidat bis zum Ende der Ausbildung bleibt.

Das sei weitaus günstiger, als Headhunting-Agenturen zu beauftragen, heißt es aus Braunau. Zudem ist eine Broschüre in Arbeit, die den Standort Braunau mit seinen Qualitäten bei Universitätsabsolventen schmackhaft machen soll: Patientennahe Ausbildung mit individuellem Tutorensystem. Und mit Salzburg, Linz und München seien gleich drei Ballungszentren in durchaus erreichbarer Nähe.

Das Braunauer Prämien-System ist für heimische Verhältnisse zwar ziemlich neu. Krankenhäuser aus dem nord-östlichen Deutschland fahren aber im Ringen um Turnusärzte aus Österreich viel schärfere Geschütze auf. Bei Berufsinformationsmessen wird sogar damit geworben, die Kosten für Heimflüge zu übernehmen. Aus Schärding wird seit Kurzem mit „Arbeitserleichterung“ geworben.

In Mediziner-Internetforen streicht die örtliche Turnusärzteschaft hervor, dass am Krankenhaus Schärding Tätigkeiten wie Blutabnahme, alle Infusionen und gewisse Verwaltungsmaterie durch das Pflegepersonal übernommen werde.

Zeit für „echte Medizin“

Der Turnusarzt könne sich in Schärding so deutlich besser auf „echte Medizin“ konzentrieren. „Man kann sich vorstellen, dass der Arbeitsbeginn wesentlich angenehmer wird, wenn man nicht als Erstes in der Früh schon am Spritzenwagen verzweifelt“, so ein Turnusarzt in einem Forum, der von einem „peripheren geistlichen Spital“ nach Schärding gewechselt hat.

Dem Vernehmen nach wird auch in Ried eine Art Anreizsystem überlegt, um Turnusärzte zu bekommen.

 

Zu wenige Fachärzte im Bezirk Braunau

Landesweit fehlen 140 Fachärzte, davon 70 im Innviertel, heißt es aus dem Bezirk Braunau: Die Dichte an niedergelassenen Fachärzten liege im Bezirk Braunau um 40 Prozent unter Landesschnitt. Auch innerhalb des Innviertels gibt es große Unterschiede. Eine Aufstellung vom April 2010 weist für den Bezirk Braunau 18 niedergelassene Facharztstellen aus, im vergleichbaren Spektrum komme der bevölkerungsmäßig halb so große Bezirk Ried auf 17 Facharztstellen: In Relation beinahe doppelt so viele. Mit zwölf Fachärzten sei der Bezirk Schärding, gemessen an der Bevölkerungszahl, noch deutlich besser aufgestellt als Braunau, liege dabei aber auch unter dem Landesschnitt.

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Artikel Dieter Seitl 28. Juli 2011 - 00:04 Uhr
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