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Innviertel

700 Arbeitsplätze bei FACC wackeln: Große Herausforderungen für das AMS

Von Thomas Streif und Dieter Seitl  19. Mai 2020 00:04 Uhr

700 Arbeitsplätze bei FACC wackeln: Große Herausforderungen für das AMS
FACC ist wegen der Coronakrise in heftige Turbulenzen geraten. 700 Arbeitsplätze sind gefährdet.

BEZIRK RIED. Rieds AMS-Chef Jagereder ist aber zuversichtlich, dass die Situation stemmbar sein wird

Der Exklusivbericht der Oberösterreichischen Nachrichten über einen möglichen Wegfall von bis zu 700 Arbeitsplätzen bei Flugzeugteilezulieferer FACC war in den vergangenen Tagen großes Gesprächsthema. Die weltweite, durch das Coronavirus verursachte Krise in der Flugbranche hat den Innviertler Leitbetrieb in heftige Turbulenzen gebracht. Rund 3500 Mitarbeiter sind bei FACC beschäftigt.

Der Wegfall von bis zu einem Fünftel der Arbeitsplätze hätte für die Situation auf dem Arbeitsmarkt des Bezirks Ried, der an sich zu den stabilsten in Oberösterreich gehört, weitreichende Folgen. Rieds AMS-Bezirksstellenleiter Klaus Jagereder steht in intensivem Austausch mit der Personalabteilung von FACC. "Es kommen sehr große Herausforderungen auf uns zu. Es ist aber nicht so, dass das für den Arbeitsmarkt nicht zu stemmen sein wird. Die Frage ist auch, wie Zuliefererfirmen aus der Region von dieser Situation betroffen sein werden", sagt Jagereder im OÖN-Telefonat.

"Die Verhandlungen erwarte ich mit Spannung. Dann wird man sehen, wie viele der Arbeitskräfte aus der Region sind und hier bleiben. Aus arbeitsmarktpolitischer Sicht versuchen wir, Konzepte umzusetzen. Die entlassenen Mitarbeiter werden von uns nicht alleine gelassen. Es gibt Angebote für Aus- und Weiterbildung und Praktikumsmöglichkeiten", betont Jagereder, der davon ausgeht, dass rund die Hälfte der betroffenen Arbeitnehmer sehr rasch wieder einen Job finden wird.

Sorgen in Reichersberg

In Reichersberg, wo beträchtliche Teile der FACC-Produktion angesiedelt sind, wird die Entwicklung mit Sorge betrachtet. "Auch wenn angesichts der weltwirtschaftlichen Entwicklung – man sieht praktisch keine Flugzeuge am Himmel – gewisse Einschnitte zu erwarten waren, ist das doch beunruhigend.

Das wird uns schon hart treffen", so Reichersbergs Bürgermeister Bernhard Öttl im OÖN-Gespräch. Seit vielen Jahren gab es zu FACC Erfolgsmeldungen und beträchtlichen Personalzuwachs, jetzt schlagen die weltweiten Auswirkungen der Coronakrise zu. Noch sind keine Details bekannt – FACC hat auch in Ried und St. Martin viele Beschäftigte. "Bei den Finanzvoranschlägen werden wir aber entsprechend vorsichtig sein. So wie andere Gemeinden auch", sagt Öttl.

Reichersbergs bisherige Bestnoten bei Werten wie Finanzkraft und Bonität seien jeweils Bestandsaufnahmen. Kurzarbeit in Unternehmen wird sich auf die Kommunalsteuereinnahmen auswirken. Berechnungen über die Höhe der Ausfälle lassen sich derzeit noch nicht anstellen. Reichersberger Unternehmen, die Anträge auf ein Aussetzen der Kommunalabgabe gestellt haben, müssen diese bis November nicht entrichten. Erst dann wird abgerechnet. "Wir leben und leiden mit unseren Firmen. Wir sind nicht ganz unvorbereitet und sollten heuer nicht in den finanziellen Abgang rutschen. In der nächsten Gemeinderatssitzung werden wir aber sicher darüber diskutieren, welche Projekte eventuell aufgeschoben werden könnten. Und wir müssen möglicherweise für eine gewisse Zeit auf vorhandene Rücklagen zurückgreifen."

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