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25.000 Woodstocker tanzten im Gatsch

ORT IM INNKREIS. Woodstock der Blasmusik: Das Blasmusikfestival verlief auch beim ersten Jubiläum ohne gröbere Zwischenfälle. Nur das Wetter spielte zeitweise nicht so mit wie Musiker und Fans.

Der Weltuntergangsstimmung getrotzt: 25.000 Woodstocker tanzten im Gatsch

Gummistiefel oder wasserfestes Schuhwerk waren unverzichtbar. Bild: Valentina Dirmaier

Petrus zeigte bei der fünften Auflage des Woodstock der Blasmusik sein wahres Können. Das klimatische Spektrum lag beim "Woodstock der Blasmusik" in Ort zwischen Sonnenschein bei sommerlichen Temperaturen bis Gewitter und Regen, der wie aus Kübeln auf das Festivalgelände auf der Arco-Wiese niederprasselte. Vor der Bühne sowie auf der Camping- und Caravan-Area verwandelte der Niederschlag die Wiese in eine rutschige Gatschlandschaft, der die Veranstalter nur mit zahlreichen Anhängerfuhren Hackschnitzel einigermaßen Herr wurden. – Bis der nächste Guss von oben kam.

Von der Stimmung angetan

Doch trotz widrigster Bedingungen und Weltuntergangsstimmung, die auch zu einigen Programm-Unterbrechungen führten, wurde die Jubiläumsveranstaltung zum fünften Geburtstag ein voller Erfolg, wie auch Organisator Simon Ertl (siehe Interview rechts) frohlockt. Egal ob Besucher oder Musiker wie Hans-Jürgen Buchner von Haindling, über Pepi Huber von den G’schamign aus St. Pantaleon bis zu Simon Gramberger aus Ried von der Formation "Erwin & Edwin" – alle Befragten waren von der guten, ausgelassenen aber in keinster Weise aggressiven Stimmung begeistert.

Der Weltuntergangsstimmung getrotzt: 25.000 Woodstocker tanzten im Gatsch

Auch die Bilanz der Einsatzorganisationen fällt durchwegs positiv aus. "Wir haben insgesamt zwischen 100 und 110 Versorgungen verzeichnet und etwa zehn Personen ins Krankenhaus bringen müssen. Alles in allem eine sehr friedliche und angenehme Veranstaltung", sagt Andreas Hattinger, Bezirksrettungskommandant-Stellvertreter vom Roten Kreuz Ried. Sehr ruhig seien auch die Einsätze der zuständigen Polizei Obernberg verlaufen, wie Nadine Schamel im Gespräch mit den OÖN erklärt. Ebenfalls erfreulich: Oben drauf dürfen sich die Veranstalter über einen neuen Besucherrekord freuen. Waren es bei der ersten Auflage im Sauwald noch etwa 1000 Besucher, ähnlich einem Familienfest, hat sich die Innviertler Großveranstaltung zu einem über die Grenzen hinaus bekannten und beliebten Festival gemausert. Das belegen auch die Zuschauerzahlen.

Der Weltuntergangsstimmung getrotzt: 25.000 Woodstocker tanzten im Gatsch

Organisator Ertl spricht von etwa 25.000 gezählten Woodstockern an den vier Tagen. Zum Vergleich: Vergangenes Jahr wurden etwa 20.000 Fans verzeichnet. Ins Geschichtsbuch des Woodstock der Blasmusik geht auch das erstmals veranstaltete Gesamtspiel ein. Etwa 5000 Festivalbesucher durften am Samstagnachmittag mit den eigenen Instrumenten anrücken. Gemeinsam führten die Gleichgesinnten fünf Märsche, darunter das eigens für das Festival komponierte Woodstock-Lied, auf. Für die Organisatoren, die die Gelegenheit nutzten und sich ausgiebig beim Publikum für die Treue bedankten, ein sehr emotionaler Moment, der augenscheinlich dem einen oder anderen nasse Augen, ein strahlendes Lächeln und Gänsehaut bescherte.

Der Weltuntergangsstimmung getrotzt: 25.000 Woodstocker tanzten im Gatsch

Auch mit dem Mythos, dass nur unsere Lieblingsnachbarn beim Woodstock anzutreffen seien, konnte bei einem direkten, akustischen Vergleich aufgeräumt werden. Denn das direkte Lärm-Duell zwischen Österreich und Deutschland endete unentschieden. Der Bekanntheitsgrad nimmt erfreulicherweise auch rund um Ort im Innkreis zu, immer mehr Besucher aus der Gegend können zur Fanschar gezählt werden. Damit dieser Trend anhält, wird nach dem Ende des Festivals bereits an der sechsten Auflage des Woodstock getüftelt, um Ort wieder zum Zentrum der (Blas)Musik zu machen. Und, um die 30.000-Woodstocker-Marke zu knacken.

Der Weltuntergangsstimmung getrotzt: 25.000 Woodstocker tanzten im Gatsch

Drei Fragen an Simon Ertl, Organisator Woodstock

Der gebürtige St. Martiner arbeitet bereits an der Realisierung der sechsten Auflage des Festivals im nächsten Jahr.

Wie fällt Ihre Bilanz vom vergangenen Wochenende aus?

Derzeit sind wir noch am Aufräumen. Aber ich bin super zufrieden. Die Leute waren wie jedes Jahr sehr friedfertig. Und trotz der Unwetter ist alles sehr gut verlaufen und über die Bühne gegangen. Zudem können wir einen Besucherrekord verbuchen. Toll.

Was war der schönste Moment und Ihr Highlight?

Ich war nicht ständig in Ort, weil zeitgleich auch das Klassik am Dom in Linz stattgefunden hat. Das Nonplusultra waren definitv meine Mitarbeiter. Sie haben es geschafft, dass der Bereich vor der Bühne, der nach den Regenfällen einem riesigen Schlammfeld glich, mit Hackschnitzel gefüllt war und wir das Festival fortführen konnten. Das Gesamtspiel, bei dem 95 Prozent der musizierenden Besucher mitgemacht haben, war ein extrem sentimentales Ereignis. Mit einem solchen Ausmaß haben wir nicht gerechnet.

Worauf dürfen sich die Besucher im nächsten Jahr freuen?

Für nächstes Jahr (Anm.: 30. Juni bis 3. Juli 2016) haben wir bereits Mnonzil Brass, Hazmat Modine, Franz Posch, 4er Blech organisiert. Ansonsten heißt es: Nach dem Fest ist vor dem Fest. Wir schauen, dass wir die Infrastruktur weiter verbessern. Wir werden das Bühnengelände anders situieren, um mehr Platz für andere Bereiche zu schaffen.

3 Fragen an...

 

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Artikel Valentina Dirmaier 30. Juni 2015 - 00:04 Uhr
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