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Oberösterreich

In der Elementarpädagogik ist Feuer am Dach

Von nachrichten.at/apa   21. Januar 2022 07:50 Uhr

Kinderbetreuung
(Symbolbild)

LINZ. Am Montag werden Vertreter der Gewerkschaften GPA und Younion eine Petition zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in dem Bereich mit rund 5.000 Unterschriften an die zuständige Landeshauptmannstellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) übergeben.

Das Ziel der Petition: schnell zielführende Maßnahmen. Ein Erfolg wäre "kein Vertrösten" sondern konkrete Verhandlungen mit allen Betroffenen, so die Gewerkschaftsvertreter. Die Forderungen sind bekannt: kleinere Gruppen in den Kindergärten und Betreuungseinrichtungen, mehr Personal und die Ausbildung nachhaltig attraktiver zu machen, auch durch ein besseres Gehalt. Derzeit gibt es in den Kindergärten Gruppen mit bis zu 25 Kindern, betreut von zwei Personen, die mit der reinen Beaufsichtigung ausgelastet sind. Auch die Kinderfreunde fordern einen besseren Betreuungsschlüssel. Wichtig wäre ein einheitliches Bundesrahmengesetz. "Es braucht jetzt ein Umdenken und vor allem mehr Budget. Wir fordern stärker denn je eine Kindergarten-Milliarde", so oö. Vorsitzender Roland Schwandner in einer Aussendung anlässlich des Tags der Elementarbildung am Montag.

Ein Drittel der Beschäftigten emotional erschöpft 

Die Arbeiterkammer Oberösterreich präsentierte kürzlich eine Studie mit 1.430 Teilnehmerinnen, nach der ein Drittel der in der Kinderbildung und -betreuung Beschäftigten in Oberösterreich emotional erschöpft ist, ebenso viele können sich nicht vorstellen, den Beruf bis zur Pension auszuüben, die Hälfte denkt: "Ich kann nicht mehr". Dabei sähen neun von zehn Beschäftigten ihren Beruf als sinnstiftend an.

Trägervereine und Gewerkschaften klagen, dass am Arbeitsmarkt kein Personal für die Kinderbetreuung zu finden sei. Das erklärt das Büro Haberlander auch mit der demografischen Situation und dem Ausbau des Angebots, der den Personalbedarf erhöhen würde. So habe sich der Personalstand in den vergangenen zehn Jahren um rund ein Viertel erhöht. Eine Reduktion der Gruppengröße etwa würde die Personalsituation weiter verschärfen.

Ausbildungsangebot soll ausgebaut werden

Zur Bekämpfung des Personalmangels sei es wichtig, das Ausbildungsangebot dort auszubauen, wo eine hohe Motivation besteht in den Beruf zu gehen. Das funktioniere bei den Kollegs für Elementarpädagogik sehr gut und auch der neue Hochschullehrgang Quereinstieg Elementarpädagogik - in Linz erstmals gestartet im Herbst 2021 - sei ein Schritt in die richtige Richtung, ist man zuversichtlich.

Verbesserungen bei Betreuungsschlüssel und Gehalt wurden nur mit einer deutlich stärkeren finanziellen Unterstützung des Bundes in Aussicht gestellt. "Wir werden uns jedenfalls für eine kräftige Aufstockung der finanziellen Mittel einsetzen, so wie dies vom Bund auch angekündigt wurde", hieß es aus dem Büro der für Bildung zuständigen Landesrätin. Derzeit sei alles im Fluss. Ende August läuft die 15a-Vereinbarung der Länder mit dem Bund zur Kinderbetreuung aus, einen konkreten Termin für den - ehestmöglich erhofften - Verhandlungsstart gebe es noch nicht. In der aktuell gültigen Vereinbarung habe es einen Anteil für Infrastruktur aber ebenso einen großen Anteil für die Sprachförderung sowie einen flexiblen Anteil, der je nach Bedarf verwendet werden kann, gegeben.

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